Millionen für mehr Lebensqualität in Gaildorf

Das Interesse an kommunalpolitischen Themen in Gaildorf wächst offensichtlich - am stärksten im Teilort Unterrot, wo sich am Mittwochabend zur Bürgerversammlung die Festhalle ordentlich füllte.

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Ein halbstündiger Stromausfall in Unterrot hat den Beginn der Bürgerversammlung der Stadt Gaildorf verzögert (siehe Extra-Bericht). Was folgte, ist mit bisherigen Veranstaltungen solcher Art, die in der Regel alle vier Jahre in diesem Teil der Stadt angesetzt sind, nicht zu vergleichen.

Das lag zum einen an dem ausführlichen wie detailreichen und mit viel Bildmaterial illustrierten Rechenschaftsbericht, den Bürgermeister Ulrich Bartenbach erstattete. Zum anderen mögen das wachsende kommunalpolitische Interesse der Unterroter Bürger, die im vollen Saal die Mehrheit stellten, und ein gerüttelt Maß an "gefühlter" Benachteiligung ausschlaggebend für eine selten rege Diskussion im zweiten Teil des Abends gewesen sein. Nicht zu vergessen: Unterrot wird bald einen Bezirksbeirat haben, den eine Initiative vieler Bürger mit Erfolg beantragt hatte - gegen das Nein des Bürgermeisters.

Wohl hatte der Gesangverein Eintracht Bröckingen-Unterrot dem Rückblick von Ulrich Bartenbach den gesungenen Wunsch vorausgeschickt, "Freude sei das Losungswort". Doch freudig zumute war es Stadtverwaltung wie Gemeinderat mit Blick auf die finanzielle Lage der Kommune nicht immer ums Herz. Und doch: Des Rathauschefs multimediales "Millionenspiel" verdeutlichte den eingeschlagenen offensiven Kurs, in den Erhalt der Infrastruktur zu investieren.

In den Erhalt der Infrastruktur investieren

Das bedeute aber auch, wie Bartenbach in seinem kurzweiligen Streifzug durch den aktuellen Haushaltsplan betonte, dass sich zum Jahresende die Schulden, einschließlich Wasserwerk, auf 1190 pro Gaildorfer erhöht haben werden. Gleichzeitig werden die Rücklagen auf den Mindestbestand geschmolzen sein.

Von Verschwendung indes zeugten die vielen Fotodokumente der Präsentation nicht. Die zahlreichen Sanierungsmaßnahmen, die in jüngster Zeit abgehakt (wie die Kläranlage) und begonnen wurden (wie die Generalsanierung der Sporthalle) oder noch anstehen (etwa die Modernisierung des Mineralfreibads) unterstreichen vielmehr den erklärten Willen des Gemeinderats, das bauliche Anlagevermögen der Stadt nicht verlottern zu lassen.

Bartenbach spannte den Bogen vom ältesten und jüngsten Baudenkmal - Altes Schloss und Parkschule - über angelaufene (Hölderlinstraße) oder anstehende (Grabenäcker) Straßenbaumaßnahmen bis hin zur Bebauung des "Lamm"-Areals, auf dem die Stadt gerne eine Art Ärztehaus verwirklicht sähe. Neue Perspektiven für die Stadtentwicklung könnten sich auch durch den Planungswettbewerb "Nördliches Kocherufer" ergeben, dessen Ergebnis mit Spannung erwartet wird.

Neben dem Maßnahmenbündel zur Pflege der Infrastruktur, das so umfangreich geschnürt ist wie kaum ein anderes in der Vergangenheit, setzt die Stadt auch jugend- und familienpolitische Akzente. Die Investitionen in Schulen, Kindergärten und Jugendarbeit, die Ulrich Bartenbach skizzierte, summieren sich zu einem stattlichen Millionenbetrag.

Neues Leben im alten Krankenhaus

Auch wenn alles, was per Ratsbeschluss angepackt wurde bzw. noch ansteht, im Prinzip nicht mit dem Prädikat "Neu" versehen ist (wir haben jeweils ausführlich berichtet) - die Liste, die der Bürgermeister an diesem Abend in seinem Vortrag abarbeiten konnte, zeigt deutlich: Die Stadt ist im Umbruch. Nicht allein durch die baulichen Veränderungen, sondern auch durch bürgerschaftliches Engagement: Bartenbach nannte hier beispielhaft die Masterplan-Arbeitsgruppen unter der Regie von Friedhelm Liers, die wichtige Impulse lieferten. Auch "von außen" werden Akzente gesetzt: Sei es durch das Engagement der Kreisverwaltung, das frühere Krankenhaus, das "CentrumMensch", mit Leben zu erfüllen, oder die Förderung der umfangreichen Investitionen durch das Land.

Info Die Bürger nahmen den Bericht mit Beifall zur Kenntnis - bevor sie überwiegend Unterrot betreffende Themen kritisch unter die Lupe nahmen. Bericht dazu folgt.

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