Locker im Baugebiet

Der Fichtenberger Gemeinderat räumt Bauherren mehr Spielräume ein. Auch bei der Zahl der Stellplätze wird Kulanz gezeigt.

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Die Kinder müssen noch ein bisschen warten: Der neue Spielplatz am Baugebiet Waldeck in Fichtenberg ist frisch eingesät, kann also noch nicht benutzt werden.  Foto: 

Langsam füllt sich das neue Baugebiet „Waldeck“ in Fichtenberg. 42 Bauplätze stehen dort zur Verfügung, was für die nächsten Jahre ausreichen dürfte. Auch einen Spielplatz gibt’s bereits, er ist aber noch abgesperrt. Der Bauhof hat ein Vlies eingelegt; das Gras soll in Ruhe anwachsen können, bevor dort Kinder toben. „Wir können ihn auch gleich freigeben“, sagte Bürgermeister Roland Miola am Freitag im Gemeinderat, aber dann werde es halt Matschen oder Stauben beim Spielen.

Nicht mehr zeitgemäß

Mit dem Waldeck kam auch eine Debatte nach Fichtenberg, die nun zügig abgeschlossen wird. Es geht um die örtlichen Bauvorschriften, die, wie mehrfach berichtet, von vielen Bauherren als zu restriktiv und nicht zeitgemäß empfunden werden. Der Gemeinderat hat deshalb in den letzten Monaten die bestehenden Baugebiete unter die Lupe genommen und die Bestimmungen, wo es notwendig und sinnvoll schien, entsprechend gelockert.

Am Freitag lag deshalb die dritte Änderung des Bebauungsplanes Waldeck zum Beschluss vor. Dort sind nun auch Flachdächer und Verkleidungen aus Corten-Stahl sowie neben roten und braunen auch anthrazitfarbene bis schwarze Dachdeckungen zugelassen. Bis zu einer Wohnungsgröße von 60 Quadratmetern wird ein Stellplatz verlangt, von 60 bis 80 Quadratmeter sind es eineinhalb, darüber zwei Stellplätze.

Eineinhalb? Es werde aufgerundet, erklärte Kreisplaner Jens Fuhrmann, der zu der Sitzung gekommen war. Wer eine Wohnung mit einer Größe von 61 bis 80 Quadratmetern bauen wolle, müsse zwei Parkplätze nachweisen. Baue er zwei Wohnungen dieser Größe, seien es drei.

Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan, in den nun auch die Bushaltestelle am Einkaufsmarkt eingezeichnet ist, wurde einstimmig gefasst. Er wird nun öffentlich ausgelegt.

Zahl der Stellplätze reduziert

Ebenfalls einstimmig beschlossen wurde die zweite Änderung des Bebauungsplanes „Zentrum – Hauptstraße/Tälestraße und Mühlweg“. Hier wird allerdings nur die Satzung über die örtlichen Bauvorschriften geändert. Das Areal, in dem sich bereits ein großes Wohn- und Geschäftshaus befindet und in dem ein Mehrfamilienhaus als Muster für den sozialen Wohnungsbau geplant ist, eignet sich besonders für Mehrfamiliengebäude. Die Änderung betrifft deshalb auch vor allem die Stellplatzregelung. Wurden bisher zwei Stellplätze pro Wohneinheit verlangt, wird die Zahl nun analog zum Waldeck nach der Wohnflächengröße gestaffelt.

Viel Wohnraum, viele Autos, aber weniger Stellplätze – die Regelung warf Fragen auf. Die Verwaltung begründet sie mit dem Bedarf an kostengünstigen Miet- und auch Eigentumswohnungen. Für Stellplätze in der bisher geforderten Zahl müssten Tiefgaragen gebaut werden und das würde unverhältnismäßig teuer.

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