Lernen kann ein Kinderspiel sein Schenk-von-Limpurg-Gymnasium im Gespräch

Was haben Lernen und Computersoftware gemeinsam? Mehr als man auf den ersten Blick erkennen kann. Man muss nämlich auch beim Lernen das richtige Programm zum richtigen Zweck nutzen, so Ruth Meinert.

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Ruth Meinert, Autorin und Lehrerfortbilderin in Mathematik und Rechtschreibung.  Foto: 

Bereits zu Beginn ihres Vortrags im Schenk-von-Limpurg-Gymnasium Gaildorf zeigte Ruth Meinert mit Beispielen auf, auf was es beim Lernen ankommt. Sie bezog die Zuhörer gleich mit ein. Wie merke ich mir meinen Pin am Bankautomaten oder verhalte ich mich beim Telefonieren - tägliche Dinge, die aber Rückschlüsse auf den Lerntyp zulassen. Und was Lerntypen anbelangt, kennt sich Meinert bestens aus. Die Autorin und Lehrerfortbilderin kennt die Bildungslandschaft aus unterschiedlichen Perspektiven. Als ehemalige Schülerin musste sie sich selbst mit den Problemen des Lernens auseinandersetzten und als ehemalige Lehrerin musste sie sich mit dem Lernen ihrer Schülerinnen und Schüler beschäftigen. Dabei ist Lernen kein Prozess, der automatisch verläuft. Lernen muss auf die bestimmten Fachgebiete wie Lesen oder Rechtschreibung ausgerichtet sein, es muss sozusagen das richtige Lernprogramm abgerufen werden. Wenn man sich der unterschiedlichen Möglichkeiten des Denkens bewusst ist und diese steuern kann, dann wird das Lernen zum Kinderspiel, so Meinert bei ihrem Vortrag.

Sie kommt wieder auf die Computersoftware zurück: Mit "Exel" kann man schließlich auch keine Musikstücke komponieren. Beim Verarbeitungsprogramm des Gehirns spielen drei Faktoren eine Rolle: Aufnahme, Erinnerung und Ausgabe. Diese Dinge können bei den unterschiedlichen Lerntypen - Meinert nennt hier den verbalen, den visuellen und den emotionalen Typ - unterschiedlich ausgeprägt sein.

Wichtig beim Lernprozess sind auch die Stadien der Aufmerksamkeit, wie Ruth Meinert sie nennt. Zum einen die Konzentration, die für die Reproduktion wichtig ist. Dabei ist man wach und fokussiert, zum anderen die Verknüpfung mit den Tagträumen. Diese sind eine Art geistige Abwesenheit aber für die Kreativität zuständig. Beide Bereiche sollten ausgewogen sein. Die Konzentrationsphase bei Grundschülern zum Beispiel werde mit Lebensalter in Minuten (maximal aber zehn Minuten), bei Erwachsenen mit höchstens zehn Minuten angegeben. Den Eltern empfahl die Referentin, genau zu beobachten, um welchen Lerntyp es sich bei ihrem Kind handelt. Damit können Fehlinterpretationen wie die Annahme Lernen bei Musik ist nicht sinnvoll verhindert und auf Schwächen gezielt eingegangen werden. Viele Kinder hätten auch Lernblockaden. Ruth Meinert zeigte an Beispielen auf, wie diese entstehen können. Allerdings können die Lernblockaden auch relativ schmerzfrei beseitigt werden. Das Zauberwort heißt hier "klopfen", eine Technik, die mit den Akupunkturpunkten zusammenhängt. Blockaden sind mentale Probleme, wie übrigens auch 90 Prozent der Allergien, wie Meinert berichtete. Zum Schluss ging Ruth Meinert noch auf das Thema Lesen und Rechtschreibung ein, zeigte auf, wie sich die einzelnen Lerntypen an Wortblöcke erinnern können. Oder erklärte die Funktionsweise von "Lesen durch Schreiben lernen". Für ihren humorvollen und sehr anschaulichen Vortrag erhielt Ruth Meinert langanhaltenden Beifall und vielleicht die Gewissheit, dass mancher Zuhörer sich demnächst dem "Denktypentest" unterziehen wird.

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