Kunstfrühstück im Bildungshaus Hägenau – Kumpf-Ausstellung in Vorbereitung

Der Realismus spielt in der Kunst eine bedeutende Rolle. Was sich hinter dem Begriff verbirgt war Thema eines Kunstfrühstücks mit Franz-Walter Schmidt. <i>Mit Bildergalerie.</i>

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Kunstfrühstück im Bildungshaus in Hägenau: Bei Kaffee und Kuchen und anhand vieler Beispiele wird mit Gastgeber Franz-Walter Schmidt über Realismus und Naturalismus diskutiert. ? Weitere Bilder auf www.swp.de/gaildorf  Foto: 

 Schwierige, fast philosophische Fragen zu Realismus und Naturalismus beschäftigten kürzlich die Gäste eines Kunstfrühstücks im Bildunghaus Hägenau. Bildungshaus-Gründer Franz-Walter Schmid zufolge hat der Realismus, obwohl er nie ein künstlerische Stilbegriff wurde, eine lange Tradition, die unter anderem von Gustave Courbet mitbegründet wurde.  Eigentlich handle es sich um eine Definition, was Kunst sein könnte.  Als Beispiele zeigte Schmidt einige repräsentative Werke seiner Sammlung.

Realismus ist  die spontane Umsetzung von Licht und Augenblick, und kann durchaus Botschaften erhalten, politisch und gesellschaftlich. Deshalb wirken viele Werke dieser Zeit tatsächlich wie Fotographien, obwohl sie in verschiedenen Techniken gedruckt worden sind: Realismus soll Alltäglichkeit und Sachlichkeit vermitteln.

Eine Richtung des Realismus ist auch die Popart – obwohl man dies auf den ersten Blick nicht glauben mag. Am Beispiel eines Bildes von Roy Lichtenstein zeigte Schmidt nicht nur auf, welche Merkmale der Popart dem Realismus zugeordnet werden können. Neben Lichtenstein nennt Ernst-Walter Schmidt noch Andy Warhol als bekannten Popart-Vertreter. Da die Popart viele Motive aus der Alltagskultur, der Werbung oder der Welt der Medien bezieht, ist sie eigentlich eine Urform des Realismus.

Schmidt hatte noch andere „Realismus“-Werke vorzuweisen. Viele lassen durchaus unterschiedliche Interpretationen zu, wie man zwischen Frühstücksbrötchen und Kaffee durchaus erfahren konnte. Außerdem hatte der Hausherr noch einen speziellen Gast zu bieten, der für eine spezielle Form des Realismus steht: den Fotografen Hans Kumpf, der auch viel für die RUNDSCHAU fotografiert.

Während der Realismus durchaus kritisieren, anecken und für politische und gesellschaftliche Themen sensibilisieren will, versucht der „Naturalismus, die Natur objektiv wiederzugeben, sie nachzuahmen“, erläuterte Schmidt. Allerdings sollte man das Nachahmen nicht nur dem Naturalisten überlassen: Das Kunstfrühstück im Bildungshaus hätte eine weitere Auflage mehr als verdient.

Info Ab 17. September wird im Bildungshaus Hägenau die Ausstellung „Charakterköpfe – Fotos von Hans Kumpf“ gezeigt.

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