KUMPFS EINWÜRFE: Russen im Warschauer Top-Hotel "Bristol"

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  • An jedem Zehnten eines Monats gibt es vor dem Präsidentenpalast eine Gedenkfeier - auch am Sonntag. Dieses Spektakel wird die russische Nationalmannschaft miterleben. Sie ist im gegenüberliegenden Hotel untergebracht. Foto: Kumpf 1/2
    An jedem Zehnten eines Monats gibt es vor dem Präsidentenpalast eine Gedenkfeier - auch am Sonntag. Dieses Spektakel wird die russische Nationalmannschaft miterleben. Sie ist im gegenüberliegenden Hotel untergebracht. Foto: Kumpf
  • Fronleichnamsprozession im Warschauer Bezirk Ursynow. Foto: Kumpf 2/2
    Fronleichnamsprozession im Warschauer Bezirk Ursynow. Foto: Kumpf
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Die russische Nationalmannschaft macht es sich im vermutlich besten Hotel Polens bequem - im Warschauer "Bristol". Fertig gebaut wurde die Nobelherberge 1901, als Finanzier fungierte unter anderem der Pianist, Komponist und spätere Präsident Ignacy Jan Paderewski. Das Gebäude an der Straße "Krakauer Vorstadt" erfuhr eine wechselvolle Geschichte, die amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy und Richard Nixon nächtigten dort - und auch die Komponisten Edvard Grieg und Richard Strauss. Als ich das Hotel 1983 erstmals sah, empfand ich dieses damals und in den Folgejahren als unansehnliche Bruchbude. Aber seit das " Bristol" innen renoviert wurde und die Außenfassade einen weißen Anstrich erhielt (2006), überstrahlt die Nobelherberge den angrenzenden Präsidentenpalast. Einem internationalen Ranking zufolge soll das "Bristol" neuerdings das beste Hotel Polens sein.

Eng wurde es auf dem Hotelparkplatz in den trübsinnigen Tagen nach dem 10. April 2010: Da war dieser belegt von etlichen TV-Übertragungswagen und von Blumen und Grablichtern übersät. Polen trauerte um die fast Hundert Todesopfer des Flugzeugabsturzes in Smolensk.

An jedem Zehnten eines Monats wird vor dem Präsidentenpalast nebenan eine Gedenkfeier abgehalten, so will es der streitbare Oppositionsführer Jaroslaw Kaczynski, Zwillingsbruder des tödlich verunglückten Staatsmannes Lech Kaczynski. Die russischen Fußballer werden am für sie spielfreien Sonntag, 10. Juni, der traditionellen Zeremonie wahrscheinlich nicht entgehen können, und die Kaczynski-Partei PIS ("Recht und Gerechtigkeit") wähnt ja immer noch ein Attentat der Russen auf die polnische Präsidentenmaschine.

Am Dienstag, 12. Juni, treffen im Warschauer Nationalstadion die Teams von Polen und Russland aufeinander. Dies dürfte bestimmt nicht heiter werden. . .

Am gestrigen Donnerstag wurde auch in Polen vielerorts Fronleichnam gefeiert. Wie auch im Warschauer Stadtbezirk Ursynow fanden eine Menge Prozessionen statt. Nicht nur der Fußballfan wundert sich: In dem katholischen Land haben die Läden auch sonntags und an kirchlichen Feiertagen offen. Heute startet am anderen Ufer der Weichsel im neuen Nationalstadion die Fußball-EM. Gestern wurden noch klerikal die Weihrauchkessel geschwungen, ab heute also fliegen europameisterhaft die Bälle. haku

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