Kleine Antwort auf große Fragen

Alexander Schechner, Ingenieur und Geschäftsführer der Naturspeicher Gaildorf GmbH, denkt nicht nur in energietechnischen Innovationen, sondern auch an die Vermarktung.

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Naturstrom-Geschäftsführer Alexander Schechner mit Bauleiter Johannes Kaltner.  Foto: 

„So ein See ist immer gut“, sagt Alexander Schechner, „das wollen die Leute haben.“ Der Ingenieur und Geschäftsführer der Naturspeicher Gaildorf GmbH denkt nicht nur an energietechnische Innovationen, sondern auch an die Vermarktung. Die Anlage, die ab Ende 2018 in Gaildorf laufen soll, ist bereits für die Serienfertigung konstruiert,  und wenn Schechner sie heute beschreibt und erklärt, dann  spricht er immer auch über die Möglichkeit, das Konzept andernorts umzusetzen, sprich: sie zu verkaufen. Die Aussage, man werde künftig nur noch ein Jahr benötigen, um vergleichbare Anlagen zu errichten, darf dabei nicht fehlen.

Dass der Naturspeicher auf kleinem Raum das wahrscheinlich größte Problem der Energiewende lösen kann, ist Schechners zentrales Argument. Denn in den Windrädern, die gleichzeitig Strom erzeugen und Wasser für ein flexibles Pumpspeicherkraftwerk speichern, kommt zusammen, was bisher getrennt war. Statt, wie in der Pumpspeicherbranche üblich, groß zu denken und „stundenlang“ zu pumpen, wurde für den Naturspeicher einfach der „obere See“ gestrichen, den man normalerweise benötigt, um ein Pumpspeicherkraftwerk zu betreiben. Er schwappt jetzt in den Füßen der Windräder.

Seen gehören nach unten, sagt Schechner. Unten seien Seen keine unnatürlichen Fremdbauwerke, sondern Teil der Landschaft, gut ins Gesamtbild zu integrieren und auch gut für die Gestaltung von Naherholungslandschaften. Baden ist zwar nicht erlaubt und aquatisches Leben darf’s wegen der Aus- und Einflussbewegungen auch nicht geben, dafür kann man dort spazieren gehen oder im Gras liegen und die im Wasser dümpelnden Wärmespeichermodule betrachten.  Schechner hat daher auch keine Zweifel an der Attraktivität des Naturspeichers: Ein schön gestaltetes Unterbecken ist ein Verkaufsargument. Dazu ein kompaktes kleines Turbinenhaus, schonend verlegte Druckrohre – „und die Windräder kommen sowieso“.

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Kommentare

21.10.2016 09:44 Uhr

Lächerlich, das sind keine Antworten!

Unsinn, was die Leute wollen ist geklärt: einen Naturstromspeicher, eine naturnahe Flutmulde, Hochwasserschutz, eine Erholungsmeile am Kocher und transparente, rechtskonforme Planungen in einem durchschaubaren Rechtsverfahren. Das möglichst ohne Konspiration und ohne Amtsdelikte! Das wissen wir nun seit 2011, das wurde mit einer Bürgerabstimmung geklärt und von unserer Politik bestätigt und zugesichert.

Wo ist der Naturstromspeicher, zu dem 2011 abgestimmt wurde?
Wo sind die relevanten Voruntersuchungen, die von allen Seiten dazu genannt wurden?
Wo ist die naturnahe Flutmulde? (für Gaildorf kostenloser, fremder Ausgleich)
Wo ist der eigene, lokale Ausgleich für den Graustrom-Pumpspeicher, Verrohrungen und Windkraftanlagen?
Wo sind die lokalen Beteiligungsmöglichkeit in Gaildorf?
Was sind die millionenfachen Vorteile für Gaildorf?
Was liefert der Graustromspeicher-BÖGL an das Bundesumweltministerium, an die Stromkunden und Steuerzahler?
Wann weist unsere Politik die Konformität mit dem Umweltrecht und Baurecht nach?
Wo sind die Planungen zu einer naturnahen, für Gaildorf kostenlose Flutmulde(zugesagter fremder Ausgleich)!?
... weiteres!

Es ist nur noch lächerlich und peinlich, angesichts der Unterlassungen und Fehlplanungen unserer Politik und des Projektes, solche Projektkommunikation über die komplett verbögelte Rundschau führen zu wollen.

Ansonsten braucht es keine Kommunikation oder weitere abwegige RUNDSCHAU-Propaganda. Geordneter, naturverträglich geplanter Rückbau, zuzüglich lokalen Ausgleich(!), - reicht vollkommen aus. Das ist die einzige Antwort, die das Bau- und Umweltrecht zu solchen vorsätzlichen und hinterhältig durchgeführten Fehlplanungen zu Pumpspeicher- und Umwelt vorsieht. Mit kleinen Antworten, oder dummes Gerede zu Seen und WRRL braucht da keiner mehr zu kommen!

Die Fakten, die Rechtmäßigkeit und die Vorteile für Gaildorf und Energiewende bitte transparent auf den Tisch. Passiert das nicht, so sind alle Teilfreigaben bis heute simple Amtsdelikte, Betrug und haltlose Täuschungen.

Was sagen Rebel, Zimmermann und Barbara Hendricks zu dem vorstehenden Thema und zu Naturstrom-Pumpspeicher-Gaildorf?

Irgendwie müsste irgend ein Umweltminister da (und zu 7,15 Mio!) doch was mitbekommen?

http://GRAUSTROMSPEICHER.kochertal.net/

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