Kleine Ampullen als Souvenir

Mit der "kocher-plastik" hatte wohl jeder schon mal Kontakt, wenn auch indirekt. Am Samstag lud das Unternehmen alle ein, die wissen wollten, welche Prozesse in Hallen und Büros ablaufen. Mehr als 2000 Besucher dürften es gewesen sein, die diese Gelegenheit nutzen.

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Mit der "kocher-plastik" hatte wohl jeder schon mal Kontakt, wenn auch indirekt. Am Samstag lud das Unternehmen alle ein, die wissen wollten, welche Prozesse in Hallen und Büros ablaufen. Mehr als 2000 Besucher dürften es gewesen sein, die diese Gelegenheit nutzen.

Ampullen für Augentropfen und Kontaktlinsenflüssigkeit oder Flaschen für Infusionen - irgendwann haben die meisten Menschen hiermit Berührung, auch wenn sie keine Mediziner sind. Die "kocher-plastik" verfolgt keine medizinischen Anliegen. Sie baut jedoch die Maschinen, die dafür sorgen, dass Ampullen und Flaschen die passenden Formen erhalten und einen keimfreien Inhalt. "bottelpack" heißt das Verfahren, das vor 50 Jahren zur Gründung der "kocher-plastik" führte und bis heute zum Einsatz kommt.

Ein Rundgang durch Ausbildungswerkstatt, Entwicklungsbüros, Maschinenhallen und Schulungsräume und viele Mitarbeiter machten den Weg von der Idee bis zum Plastikfläschchen verständlich. "Der Grundaufbau für eine Ampullen-Maschine ist meist ähnlich. Aber die Funktionen werden je nach Design und Verschlusskappe angepasst", erklärt Oliver Kengeter aus der Abteilung "Formenkonstruktion". Dort entsteht der Bauplan für die Werkzeuge, die später computergesteuert gestanzt und gefräst werden.

Alle Arbeitsschritte werden simuliert

Ist der Plan fertig, geht er in die Softwareprüfung. "Wir simulieren hier alle Arbeitsschritte und prüfen, ob es funktioniert. Die Simulation ist es, die der Kunde später abnimmt, wenn er mit allem einverstanden ist", erklärt Jochen Köppel aus der Softwareprüfung, während sein Kollege Lothar Kleinert schon wieder der nächsten Gruppe die Simulation auf den drei Bildschirmen erklärt.

Ist der Kunde mit den Plänen einverstanden, stellen Werkzeugmechaniker die Fräsung ein, Maschinenverarbeiter richten Werkzeuge und die Programmierung der Maschine ein.

Da auch die besten Maschinen nicht ohne menschliches Know-how reibungslos laufen, schult Harald Dörfer Mitarbeiter, die später die Maschinen bedienen werden. "Damit sie aus Einsicht und Verständnis heraus die Maschinen bedienen können und nicht nur auf Anweisung", wie er sagt. Es könne vorkommen, dass in einer Schulung bis zu zehn Nationen vertreten seien. "Ich spreche leider nur Schwäbisch und Englisch, aber das reicht", sagt Dörfer und schmunzelt. Beim Verfahren "bottelpack" wird Kunststoffgranulat in einer Anlage zu einer Verpackung verarbeitet, mit der jeweiligen Flüssigkeit gefüllt und sofort verschlossen, sodass die Herstellung absolut keimfrei ist.

Die Verarbeitung von Kunststoff sei sehr diffizil, sagt Dörfers Kollege Jürgen Seeger. Denn er reagiere je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit etwas anders. Deshalb fährt Seeger auch zu den Kunden ins Ausland, um sie vor Ort zu schulen. "Die neuen Anlagen müssen bis zu 80 Stunden laufen, bis sie eingestellt sind. Und dann ist es am besten, sie laufen 24 Stunden rund um die Uhr. Werden sie immer wegen Pausen oder Feierabend abgeschaltet, laufen sie nicht zu 100 Prozent rund." Seine Arbeit habe ihn schon in 50 Länder gebracht, erzählt Seeger, der 32 Jahre im Unternehmen ist. Jubiläumsfeiern hat er daher schon einige erlebt: "Die sind immer im großen Stil und wirklich toll organisiert."

In den Maschinenhallen wurde es am Samstag ebenso praktisch wie familiär: Väter und Lebenspartner erklärten fingerweisend die Prozesse, Töchter wie Ehefrauen bestaunten das glasgeschützte Innenleben der Maschinen. Und kleinere Kinder freuten sich über die wassergefüllten Ampullen oder Flaschen, die über die Fließbänder rollten und als Souvenir zu haben waren. Gut sortiert und gehäckselt sei der Kunststoff wiederverwertbar, war zu erfahren. Die Kunststoffreste der "kocher-plastik" etwa gingen zur erneuten Verarbeitung zu "thermo-pack" nach Gaildorf.

Große Party für die Mitarbeiter

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