Kameras auf Schritt und Tritt

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Gewichtiger Protest im Landtag: Die Übergabe der 8092 Unterschriften aus dem Limpurger Land an Sozialministerin Katrin Altpeter in der SWR-Landesschau.

Ein ungeahntes Medien-Echo erfährt in diesen Tagen die Bürgerinitiative (BI) "Krankenhaus Gaildorf". Die Landespresse berichtet über deren Kampf um Erhalt der kleinen, mit Millionenaufwand sanierten Klinik ebenso wie Fernsehen und Radio. Ob in den Nachrichtenblöcken der Sender oder als Kurzreportagen, ob mit hintergründigen Live-Interviews zur frühen Morgenstunde oder in längeren Internet-Podcasts - die Sprecher der BI stehen im Rampenlicht. Ihr Protest gegen die zum ersten Juli angekündigte Schließung des Hauses durch das Haller Diakonie-Klinikum ist (fast) in aller Munde.

Das ist ungewöhnlich - in zweierlei Hinsicht: Zum einen ist das Interesse der "großen Politik" an Gaildorf und dem Limpurger Land - am "hinteren Bezirk", wie man früher in der Landeshauptstadt spöttelte - doch recht überschaubar. Zum anderen darf man den Moderatoren des neuerlichen geballten Protests alles andere als eine Profilneurose nachsagen.

Gut, Medienpräsenz ist in diesem Fall enorm wichtig - ausschließlich der Sache wegen. Es geht um nicht mehr und nicht weniger als um den drohenden Verlust einer wertvollen Einrichtung zur Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum. Und so machten die vier BI-Vertreter Cornelia Dähmlow, Johanna Schandor, Karl-Dieter Diemer und Dr. Ulrich Bauer am Mittwoch zur Mittagszeit auch gute Miene zum multimedialen Rummel. Schon vor dem Landtagsgebäude, in dem ein Treffen mit Sozialministerin Katrin Altpeter vereinbart worden war, wurde das Quartett von einem Kamerateam des SWR abgefangen. Fortan wurde jeder ihrer Schritte verfolgt - rein ins Gebäude, die Treppen hoch zum Foyer des Plenarsaals.

Großes Interesse erweckte immer wieder der dicke rote Ordner mit den Unterschriften, den BI-Sprecher Karl-Dieter Diemer wie seinen Augapfel hütete. Aus gutem Grund, ist es doch das von 8092 Limpurger Bürgerinnen und Bürgern getragene Manifest gegen das Aus des Krankenhauses. Diesem geballten Engagement zollte die Ministerin denn auch großen Respekt. Wenngleich sie vor zu hochgesteckten Erwartungen warnte - auch mit Blick auf die klammen öffentlichen Kassen. Aber immerhin möchte sie sich mit den Klinik-Verantwortlichen im Haller Landkreis austauschen, um für das kleine Gaildorfer Krankenhaus - wie berichtet - doch noch etwas hinzubekommen.

Dieses kleine Fünkchen Hoffnung durfte die BI nun mit nach Hause nehmen. Und die Erkenntnis: Es gibt vielleicht doch noch eine Alternative zum Nichts. Allerdings nicht, wie es mancher Fernsehbeitrag vermittelte: Eine Genossenschaft gründen und damit das Krankenhaus betreiben, ist nämlich nicht die Absicht der Initiatoren des Protests. Ein solches Modell unter den gegenwärtigen gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen müsste buchstäblich in die Hose gehen. Nein, die BI möchte den Landkreis wieder in der Verantwortung sehen.

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