Jan Schneider (22) aus Gschwend erklettert den fast 6000 Meter hohen Sulu Peak

Er ist wieder unterwegs. Wie immer bergauf, aber nicht auf ausgetretenen Pfaden: Der Gschwender Jan Schneider hat seinen ersten Karakorum-Gipfel bezwungen - und zwar im Alleingang.

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August 2013: René Wahl und Jan Schneider auf dem Mont Blanc - mit der RUNDSCHAU.  Foto: 

Irgendwo in Pakistan ist er in diesen Tagen unterwegs. Hinter ihm liegt ein nicht alltägliches Abenteuer: Jan Schneider, 22 Jahre jung, hat seinen ersten Karakorum-Gipfel erklettert - ohne Begleitung. Sein Seilpartner musste vor dem Aufstieg das Handtuch werfen. Während der "intensiven Vorbereitungsphase", ließ der Gschwender seinen Freund Felix Buchstab wissen, sei es zu einem nicht näher beschriebenen "tragischen Zwischenfall" gekommen.

Jan Schneider ist Alpinsportler mit Leib und Seele. Seit Jahren schon zieht es den jungen Mann "hinauf". Im Juni 2012 etwa hat er gemeinsam mit René Wahl, als erfolgreicher Radsportler in der regionalen Biker-Szene bekannt, bei stürmischem Wind und Eiseskälte den 4023 Meter hohen Weismies-Gipfel im Wallis erklommen. Im Januar 2013 machte er im Zusammenhang mit dem Weltcup der Eiskletterer im schweizerischen Saas-Fee von sich reden. Wenige Monate später zog es ihn, wieder mit René Wahl, über den berüchtigten Col du Midi auf den Mont Blanc, den mit 4810 Metern höchsten Berg der Alpen. Es sei "eine der schönsten Höhentouren seit Langem" gewesen, berichteten die beiden seinerzeit per E-Mail an die RUNDSCHAU.

Sieben Stunden lang im Kampf gegen Fels und Eis

Für dieses Jahr hatte sich Jan Schneider das Karakorum-Gebiet in Pakistan ausgesucht, um dort im Rahmen einer von der Sektion Schwäbisch Gmünd des Deutschen Alpenvereins unterstützten Expedition mehrere Hochtouren zu absolvieren, berichtet Felix Buchstab. Am 3. August bestieg sein Kumpel in München den Flieger, um über Doha nach Islamabad zu gelangen. Von dort aus brachte ihn eine Maschine weiter nach Skardu in Richtung Karakorum.

Die letzte Etappe führte den Bergsteiger ins K6/K7-Basislager - zunächst auf stundenlanger Fahrt mit dem Jeep, danach ging es zwei Tage lang zu Fuß weiter. Im Camp angekommen, musste sich der 22-Jährige zunächst einige Tage lang akklimatisieren und dabei auch eine Schlechtwetterperiode abwarten. Schließlich kam, wie Felix Buchstab weiter berichtet, eine Nachricht aus der Heimat - "und grünes Licht für den Zustieg am 19. August, da ein Wetterumschwung in Sicht" gewesen sei. "Bei sternenklarem Himmel und idealen Wetterbedingungen" habe sich Jan Schneider dann gegen 3 Uhr in der Frühe an den Fuß des 5970 Meter hohen Sulu Peak begeben, um seine Tour zu starten - im Alleingang. Zwei Stunden später wartete dem Bericht zufolge "die vermutlich schwierigste Kletterpassage mit einer Länge von 1200 Metern und einer Steigung von nahezu 65 Grad" auf den jungen Mann.

Knapp sieben Stunden währte der "Kampf gegen Fels und Eis", bis Jan Schneider endlich - es war gegen 9.30 Uhr Ortszeit - den Gipfel des Sulu Peak erreichte, seine erste Karakorum-Herausforderung. Wegen der schlechten Wetterbedingungen habe er jedoch keine weiteren Gipfel mehr packen können - schon gar nicht im Alleingang. Doch der Extremsportler will zurückkehren in diese faszinierende Bergwelt . . .

Info Jan Schneider tritt am 10. September die Heimreise an.

Keine RUNDSCHAU auf dem Sulu Peak

Ob auf dem Weismies im Wallis oder auf dem höchsten Berg der Alpen, dem Mont Blanc - Jan Schneider, auf diesen beiden Bergmassiven mit René Wahl unterwegs, hatte stets auch die RUNDSCHAU im Gepäck. Davon zeugen die Fotos der beiden Bergsteiger, die sie nach ihren Gipfelstürmen der Redaktion übermittelten. Im Karakorum indes sei es "schwierig" gewesen, die Heimatzeitung zu erwerben, ließ Jan Schneider durch seinen Freund Felix Buchstab ausrichten. Konkret: Es gibt dort keine RUNDSCHAU. Tatsächlich: Das Gipfelbild zeigt den Alpinsportler auf dem Sulu Peak - ohne die gewohnte Lektüre.

SWP

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