In der Simulation klingelt die Kasse

Neuer Name, hohe Erwartungen: Der Gaildorfer Naturstromspeicher heißt jetzt Wasserbatterie und wird bereits virtuell betrieben, um Prognosen zu künftigen Erlösen zu ermitteln.

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25 Meter tief ist diese Grube in der Kocheraue, in der später das Pumpspeicherkraftwerk des neuerdings „Wassserbatterie“ genannten Gaildorfer Pilotprojektes seinen Platz finden wird. Gut zu erkennen ist die „überschnitten“ gebaute Bohrpfahlwand. Die Betonpfähle haben einen Durchmesser von jeweils 1,2 Metern.  Foto: 

Der Gaildorfer Naturstromspeicher hat einen neuen Namen. Man werde die Anlage künftig „Wasserbatterie“ nennen, teilt Pressesprecherin Nancy Fürst mit. Die Umbenennung erfolge aus Gründen der Vermarktung. Der Begriff sei einfach leichter verständlich und einprägsamer, was auch für ein internationales, also nicht-deutschsprachiges Publikum gelte. Dem wird die „Wasserbatterie“ als „Water Battery“ ans Herz gelegt.

Bei der „Wind“ in Husum beispielsweise. Die Max Bögl Wind AG wird die Gaildorfer „Wasserbatterie“ vom 12. bis 15. September auf der Fachmesse präsentieren. Mit der Pilotanlage, an der auch der aus Gaildorf stammende Entwickler Alexander Schechner beteiligt ist, beschreite Bögl „neue Wege, um Effizienz und Ertrag von Windkraftanlagen weiter zu steigern“, heißt es auf der „Wind“-Homepage. Die Messe, „Treffpunkt, Werkbank und Schaufenster der Windbranche“ gibt es seit mehr als 25 Jahren.

Ertrag für 2016 errechnet

Zwar wird die Gaildorfer Pilotanlage erst Ende 2018, wenn sämtliche Komponenten in Betrieb sind, zeigen können, welche Erträge in ihr stecken, Prognosen aber liegen bereits vor. Auf mehr als 6,5 Millionen Euro bezifferte Schechner im Juli im  Gaildorfer Gemeinderat den fiktiven Ertrag, den man per Simulation für das Jahr 2016 ermittelt habe.

Die Simulation sei in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Instituten erarbeitet worden, erklärt Nancy Fürst auf Anfrage. Man nutze dafür die vorhandenen Gegebenheiten, beispielsweise die Fallhöhe zwischen den Aktivspeichern in den Füßen der
Windräder und dem Pumpspeicherkraftwerk in der Talaue, die Leistungsdaten und die Speicherkapazitäten sowie die Erkenntnisse zur durchschnittlichen Windgeschwindigkeit, die in der Phase der Projektentwicklung gewonnen wurden. Der fiktive Ertrag wird dann durch einen Abgleich dieser Daten mit den Bedingungen am Strommarkt ermittelt. Da man die aktuellen Marktbedingungen als Berechnungsbasis verwende, erhalte man auch verlässliche Ergebnisse, sagt Fürst. Erste reelle Erträge sollen noch in diesem Jahr erwirtschaftet werden, wenn die vier Windkraftanlagen der „Wasserbatterie“ am Netz sind und den vollen Ertrag wird’s voraussichtlich ab Ende 2018 geben, wenn auch das Pumpspeicherkraftwerk in der Talaue am Netz ist.

Spitzen und Dellen

Seiner Funktion ist wohl auch der Name „Wasserbatterie“ geschuldet: Der Pumpspeicher soll Spitzen und Dellen im flukturierenden System von Abnahme und Einspeisung auffangen, funktioniert also im Prinzip wie eine Batterie. Aktuell kann man vom Tal aus das Wachstum der Hybridtürme oberhalb von Gaildorf beobachten, die, fertiggestellt, die größten Windräder der Welt sein werden. An der Windkraftanlage drei ist der Betonturm aufgerichtet, als nächstes werden dort die Metallmodule aufgetürmt, auf die dann Anfang Oktober die Gondel aufgesetzt wird. An der Windkraftanlage fünf wurde in dieser Woche mit dem Aufbau des Betonturms begonnen, an der Windkraftanlage vier soll nächste oder übernächste Woche damit begonnen werden.

Insgesamt werden dann drei der großen Turmdrehkräne im Einsatz sein, die eine „Hakenhöhe“ von mehr als 190 Metern erreichen. Für die Windkraftanlage zwei, die als letztes errichtet wird, wird der Drehkran von der Anlage drei verwendet. Eine Anlage eins gibt es nicht mehr. Sie musste aus artenschutzrechtlichen Gründen gestrichen werden. Die Zählung wurde beibehalten.

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