In 36 Jahren drei Rettungsaktionen für das Gaildorfer Krankenhaus mit insgesamt 21 934 Unterschriften . . .

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Aktion Nummer 1 - Die Ankündigung im Jahr 1976, die Zahl der Betten im Gaildorfer Krankenhaus werde zum 1. Januar 1977 von 106 auf 100 reduziert, hat damals zu einer erheblichen Verunsicherung in der Bevölkerung des Limpurger Landes geführt. Die Angst ging um, die Klinik könne - nachdem kein HNO-Belegarzt mehr gefunden wurde - in absehbarer Zeit geschlossen werden. Die führte zur Gründung der Bürgerinitiative "Rettet das Gaildorfer Krankenhaus", die noch vor der Reduzierung des Bettenangebots 6564 Unterschriften für den "vollwertigen Erhalt" des Hauses sammeln konnte. Entwarnung gab es, nachdem das deutsche Krankenhausinstitut dem Landkreis Schwäbisch Hall per Gutachten bescheinigt hatte, den Krankenhausbetrieb wirtschaftlich zu führen.

Aktion Nummer 2 - Drei Jahrzehnte zogen bis zur nächsten großen Rettungsaktion ins Land. Doch zuvor hatte sich das Gaildorfer Krankenhaus, obwohl um weitere 15 Betten geschrumpft, zum echten Vorzeige-Klinikum entwickelt, hatten Kreis und Land rund 30 Millionen Mark in die Sanierung investiert, auf drei Bauabschnitte verteilt. Danach ist es dem Träger nicht gelungen, aus dem guten Ruf des Hauses Kapital zu schlagen. Vieles deutet darauf hin, dass dies - Gesundheitspolitik hin oder her - auch nicht gewollt war. Nach Jahren planerischen Hickhacks zeichnete sich Ende 2006 erstmals die (teilweise) Schließung ab. Kurz vor Heiligabend startete eine von Stadtverwaltung, Gemeinderat und Handels- und Gewerbeverein ins Leben gerufene "Unterschriftenaktion für unser Krankenhaus". Das Ergebnis: 7278 Frauen und Männer haben folgende Forderung unterstützt: "Wir wollen, dass das Gaildorfer Krankenhaus im Sinne der stationären Grundversorgung mit einem chirurgischen und internistischen Leistungsangebot, das langfristig medizinisch und wirtschaftlich tragfähig ist, erhalten." Begrüßt wird unter anderem, "dass der Kreistag den Grundsatzbeschluss getroffen hat, dass das Kreiskrankenhaus Gaildorf erhalten wird!" - Dieser Beschluss hat im Übrigen bis heute Gültigkeit. Den Erfolg der Aktion zu beschreiben, käme einer wissenschaftlichen Arbeit gleich. Der Fazit indes ist einfach: Das Konzept ist gescheitert!

Aktion Nummer 3 - Ein Leserbrief von Else Frey, die Initialzündung von Cornelia Dähmlow und vieler Bürger, die mit der Krankenhauspolitik im Kreis Hall nicht mehr einverstanden sind: Innerhalb kürzester Zeit war die Bürgerinitiative "Krankenhaus Gaildorf" gegründet, waren 8092 Unterschriften für den Erhalt des Hauses gesammelt. Wie es weitergeht, steht in den Sternen!

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