Im Ernstfall kaum schneller

Was nach Routine aussah, entpuppte sich als schwierige Rettungsübung der Feuerwehren Ottendorf und Eutendorf. Menschen aus verrauchten Räumen zu retten, erfordert Zeit, die Verletzte nicht haben.

|

Nichts Spektakuläres hatten sich Eutendorfs Vizekommandant Ulf Schmidt und sein Kommandant Jürgen Dahner für eine gemeinsame Übung mit der Ottendorfer Wehr ausgedacht. Das Szenario: Ein Brand mit Verpuffung im Heizungsraum des Baubetriebshofes in Eutendorf setzt die Sozialräume im ersten Stockwerk unter Rauch. Zwei Mitarbeiter, gemimt von Christian Merkel und Felix Feucht aus Fichtenberg, können sich auf das Dach retten, weitere fünf Personen sind in den verrauchten Räumen eingeschlossen.

Den Eigenschutz nicht aus den Augen verlieren

Zunächst lief am Freitagabend die Routine. Sieben Minuten nach dem Alarm der unangekündigten Übung traf das erste Löschfahrzeug der Eutendorfer Wehr ein, eine Minute später folgten die Ottendorfer Kameraden. Die erste Hürde: Das eiserne Tor war verschlossen. Da gab es nur eines, über den Zaun zu klettern und im Sicherungskasten die Sperrfunktion entriegeln.

Mangels eines Zugführers übernahmen Jürgen Hägele von der Eutendorfer und Dietmar Wohlfahrt von der Ottendorfer Wehr die Einsatzleitung. Nach der gewohnten "Chaosphase" entschieden sie, wer was und wann zu tun hatte. Kein Problem war es, die zwei Personen mittels Steckleitern vom Dach zu holen. Parallel dazu wurde die Wasserversorgung aufgebaut.

Problematischer war, Florian und Simon Dahner sowie drei Puppen aus den völlig verqualmten Räumen zu retten. Für die Atemschutzgeräteträger mit Pressluftatmer war dies eine heikle Sache, denn mit Trippelschritten oder auf allen Vieren in unbekannten Räumen eine unbekannte Zahl von verletzten oder gar bewusstlosen Menschen zu suchen, erfordert höchste Anspannung. Dass dies Zeit kostet, machte diese Übung erneut deutlich. "Im Ernstfall geht das kaum schneller", waren sich Jürgen Dahner und Stadtbrandmeister Stefan Dwornitzak bei der Manöverkritik einig. Die beiden Jungen konnten über Steckleitern in Sicherheit gebracht werden, die drei Puppen brachten die Atemschutzgeräteträger schließlich ins Freie. Der Alarm war um 19 Uhr ausgelöst worden, um 19.31 hieß es: "Übung beendet!"

"Wir wollen bei der Rettung von Menschen tun, was in unserer Macht steht, doch der Eigenschutz darf nicht aus den Augen verloren werden", mahnten Dahner und Dwornitzak ihre Kameraden. Der scheidende Bürgermeister Ulrich Bartenbach, der die Übung beobachtet hatte, dankte den Wehren für ihren Einsatz, mahnte zu regelmäßigen Übungen und wünschte den Kameraden, dass sie alle Ernstfälle gesund überstehen. Nach dem Aufräumen lud die Eutendorfer Wehr ihre Kameraden aus Ottendorf noch zum Ausklang in das Magazin ein.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Mit dem „Opernball“ in eine neue Kino-Ära

Nach einem außerordentlich guten Jahr 1947 mit Besucherzahlen in fünfstelliger Höhe zog das Gaildorfer Kino um. 1948 wurden aus dem „Union-Theater“ die „Sonnenlichtspiele“. weiter lesen