Hesses erste Werkstatt war auch Zuflucht einer Ehe

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    Hesse-Denkmal vor dem ehemaligen Wohnhaus des Dichters und Nobelpreisträgers in Gaienhofen. Hier lebte Hermann Hesse von 1904 bis 1912. Foto: 
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A ls "Umweg" hat Hermann Hesse sein Leben am Bodensee bezeichnet. Der rastlose Schriftsteller, 1877 in Calw geboren, lebte von 1904 bis 1912 im ziemlich abgelegenen Gaienhofen auf der Halbinsel Höri. Dort, schrieb der Verfasser von Bestsellern wie "Steppenwolf" und "Glasperlenspiel", begann eine Zeit, "in der ich nicht mehr zufällige und oft gewechselte Zimmer, sondern Häuser bewohnte". Mit seiner Frau, der Fotografin Maria Bernoulli, zog er in ein eher einfaches Bauernhaus am Dorfplatz, ohne Strom und fließendes Wasser. Es sei "die erste Zuflucht meiner jungen Ehe" und "die erste legitime Werkstatt meines Berufes" gewesen, notierte Hesse. Hier entstand auch der Plan für das Eigenheim mit großem Selbstversorgergarten, das von 1907 bis 1912 zum Hesse-Haus wurde.

Gaienhofen hält den Schriftsteller von Weltruf in großen Ehren. Mittelpunkt einer neuen Dauerausstellung im Hesse-Museum ist der wuchtige Schreibtisch, an dem bedeutende Werke entstanden sind.

Doch Gaienhofen ist weit davon entfernt, Hesse als Unbequemen zu glorifizieren. Vielmehr werden die Konflikte des Autors dokumentiert mit der ihm unflexibel erscheinenden Bürgerlichkeit der Einheimischen, denen der Lebenswandel eines Künstlers eher fremd gewesen ist. Das Hesse-Museum gibt auch einen Überblick über die Höri als Heimat von Künstlern wie Otto Dix, Max Ackermann, Erich Heckel und Literaten wie Jacob Picard.

Noch mehr Kreativität lässt sich in dieser Ecke des Bodensees entdecken auf der "Kunstroute Untersee". Sie führt an 31 Orte, einige davon auf der Schweizer Seite, von denen aus 20 Maler ihre Ansichten festhielten. Metallstelen verdeutlichen den Blickwinkel, Reproduktionen zeigen die Bilder, einer Erläuterung ist zu entnehmen, wo das Original zu besichtigen ist.

Info Über die Kunstroute informiert www.tourismus-untersee.eu. Das Hesse-Museum Gaienhofen, Kapellenstraße 8, ist bis 31. Oktober dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet, von Oktober bis März nur an Wochenenden. Der Eintritt für Erwachsene kostet 5 Euro, Kinder von sechs bis 14 Jahren zahlen 2 Euro, www.hesse-museum-gaienhofen.de

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