Großes Interesse an Dorfsanierung

Der Gemeinderat hat Mittwochabend mit dem Satzungsbeschluss den Weg für die Verschönerung des Dorfkerns Ottendorf freigemacht.

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Die Zuhörer verfolgen die Sitzung des Bezirksbeirats Ottendorf. Einige von ihnen besitzen Immobilien im Ortskern. Er soll nachhaltig modernisiert werden.  Foto: 

Zwölf Jahre lang können Sie Ihr Projekt abschreiben und erhalten bis zu 30 Prozent Zuschuss, bei Abriss sogar bis zu 100 Prozent.“ Thorsten Peper macht den Zuhörern den Mund wässrig. Ottendorf ist eines der vier Sanierungsgebiete der Stadt Gaildorf.

2015 wurde eine Grobanalyse erstellt. Das Interesse der Ottendorfer an einer Ortskernsanierung ist groß. „Wir hatten bei unserer Befragung 33 Prozent Rücklauf“, stellt Thorsten Peper von der LBBW-Immobilien GmbH fest. Das Büro aus dem Unterland wird den Prozess begleiten. In der Sitzung des Bezirksbeirats am Dienstagabend gibt Projektleiter Peper vorab Informationen. Für den Sommer ist die eigentliche Informationsveranstaltung geplant. Mittwochabend hat der Gemeinderat mit seinem Beschluss das Sanierungsgebiet formal festgesetzt. Es umfasst fast ganz Ottendorf – bis auf die Neubaugebiete In der Ebene sowie das Niederndorf und das Wohngebiet Grabenäcker. Es wurde um die Schule und den Kindergarten erweitert. Das Land hat 666.667 Euro für die Modernisierung des Dorfes in einer ersten Tranche bereitgestellt. Es läuft zunächst bis 2025.

Andrea Ingrisch vom Liegenschaftsamt erklärt in der Sitzung auf Nachfrage, das Programm kann verlängert werden, sobald die bereitgestellten Mittel verplant sind. Der Gemeinderat entscheide, was wie wann saniert wird.  Er stelle auch den Aufstockungsantrag. „Dann könnte es sein, dass wir Privaten viel später zum Zug kommen?“, will ein Bürger wissen. Bürgermeister Frank Zimmermann nickt. „Wir wollen den Ortskern positiv weiterentwickeln und dabei möglichst viele Privatleute ins Boot holen“, unterstreicht er und überlässt Thorsten Peper das Wort.

Ziel sei, das Ortstypische zu erhalten und die Bausubstanz im Dorf nachhaltig zu modernisieren. „Es geht also nicht darum, ein paar Fenster auszuwechseln, es geht eher um eine auch energetisch nachhaltige  Modernisierung“, sagt Peper. Er zeigt einen Plan von Ottendorf. Rot sind alle sanierungsbedürftigen Gebäude eingezeichnet. Im Sanierungsverfahren ist die Stadt an bestimmte Kriterien gebunden. So ermittelt beispielsweise vorab ein vereidigter Gutachter den Bodenwert.

Alle energetischen haustechnischen Veränderungen am Gebäude sowie Umnutzungen seien förderfähig, erklärt Peper. Er legt einige Modellrechnungen vor, die Lust aufs Sanieren machen sollen. „Von 150.000 Euro Kosten zahlt der Staat 45.000 Euro. Der Zuschuss ist nicht rückzahlbar“, betont der Projektleiter. Er gibt den Ottendorfern eine wichtige Information mit auf den Weg: „Beginnen Sie erst, wenn Sie die Zusage der Stadt haben. Alle Rechnungen, die davor ausgestellt wurden, fallen durch das Raster, und Sie bleiben auf den Kosten sitzen.“

Berichte über Baustellen

Nach Pepers ausführlichem Vortrag berichtet Manfred Sonner vom Verbandsbauamt über den Fortschritt der Baustelle Gerhard-Taxis-Straße: „Mit den Kanal- und Wasserleitungen sind wir Ende nächster  Woche durch.“ In circa vier Wochen, schätzt der Verbandsbaumeister, liegen auch die Strom- und Telefonkabel, dann können die Randsteine gesetzt, Schotter und Asphalt aufgebracht werden. Mitte Juni könnten die Baugesuche gestellt werden, erklärt er einem Bürger auf Nachfrage. Gemeinderat Frank Stettner schlägt vor, ein paar Meter des Feldwegs am Ende der Wohnbebauung  zu asphaltieren.  Er sei eine echte Staubpiste. „Das kostet richtig Geld“, gibt Manfred Sonner zu bedenken. Mit etwas Asphalt sei das Problem nicht gelöst, und im Haushalt sei kein Geld dafür eingestellt. Stattdessen schlägt er vor, von der Festhalle einen direkten Fußweg zu Kindergarten und Schule anzulegen, womit er für Verwirrung sorgt. „Des hen mer doch scho“, wirft eine Bürgerin ein. Andere Zuhörer stimmen ihr lebhaft zu. Manfred Sonner nimmt die Ablehnung achselzuckend zur Kenntnis: „War ja nur ein Vorschlag.“

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