Gottesbild und Gefühle - Ergebnisse einer Forschungsarbeit an der PH Schwäbisch Gmünd

Haben Gottesvorstellungen, Gottesbeziehung und Glaubenspraxis religiöser Menschen Einfluss auf deren seelische Gesundheit? Nach der Dissertation von Dr. Margita Reyßer-Aichele ist dies der Fall.

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Prof. Dr. theol. Martin Weyer-Menkhoff, Prodekan Prof. Dr. Lars Windelband, Dr. Margita Reyßer-Aichele, PH-Rektorin Prof. Dr. Astrid Beckmann bei der Übergabe der Promotionsurkunde.  Foto: 

Anhand einer Befragung von 370 Personen unterschiedlicher religiöser Gemeinden erforschte Dr. Margita Reyßer-Aichele in ihrem Promotionsprojekt an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd die Gottesvorstellungen und ihre Zusammenhänge mit Gefühlen. Dabei wurde deutlich, dass Zusammenhänge bestehen zwischen Gottesvorstellungen und dem Erleben von Gefühlen.

Ergebnisse der Fragebogenuntersuchung "Gottesbild und Emotionen" bestätigen, dass sich das Gottesbild einer Person aus etlichen Komponenten zusammensetzt. Demnach lassen sich bei der kognitiven Gottesvorstellung fünf Komponenten unterscheiden: liebevoll-allmächtig, strafend-rächend, panentheistisch, passiv-fatalistisch und dunkel-unfassbar. "Panentheistisch" bezeichnet dabei die Vorstellung eines in allem innewohnenden Gottes.

Interessant ist, dass im Erleben der Menschen die Vorstellungen eines liebevollen und eines allmächtigen Gottes keinerlei Gegensätze oder sich ausschließenden Komponenten darstellen, sondern untrennbar einen zusammengehörenden Aspekt ausmachen. Genau dieser Doppelaspekt ist es, der im Erleben der Menschen die grundlegende Gottesvorstellung bildet, während die vier anderen Vorstellungen weitere, doch untergeordnete Bestandteile der Gesamtgottesvorstellung sind.

Für Glaubende sind jedoch nicht nur kognitive Vorstellungen von Gott, sondern eine gelebte Gottesbeziehung von Bedeutung. Eine positiv erlebte Gottesbeziehung wird dabei - so die Befragung - in hohem Maße durch eine liebevoll-allmächtige Gottesvorstellung und positive Gefühle Gott gegenüber bestimmt. Ebenso wichtig sind religiöse Praktiken (Gebet, Gottesdienstbesuch, religiöse Gespräche) sowie persönliche Glaubensbedeutsamkeit.

Personen mit vorwiegend panentheistischem Gottesbild scheinen es leichter zu haben, ein positiv-ganzheitliches Emotionserleben zu entwickeln als Personen mit vorwiegend liebevoll-allmächtiger Gottesvorstellung. Vielen pietistisch orientierten Personen scheint es nicht leicht zu fallen, ihre Emotionen zu akzeptieren und eigenen Träumen Raum zu geben.

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