Geständnisse bringen Gaildorfer Kokain-Prozess vor dem Landgericht voran

Im Prozess um Kokainhandel haben der angeklagte Gaildorfer und sein Komplize vor dem Landgericht Heilbronn Geständnisse abgelegt. Die Beweisaufnahme kann dadurch abgekürzt werden.

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Eine Person schnupft durch einen gerollten Geldschein Kokain. Größere Mengen dieser Droge soll ein Gaildorfer verhökert haben. Archivfoto: dpa

Wie häufig in Verfahren dieser Art, haben die Beteiligten im Gaildorfer Kokain-Prozess hinter verschlossenen Türen eine Absprache getroffen. Dem 48-jährigen Angeklagten aus Gaildorf wurde im Gegenzug zu seinem Geständnis zugesagt, dass seine Strafe nicht höher als sechseinviertel Jahre Gefängnis betragen werde. Den mitangeklagten 34-jährigen Lieferanten aus Aachen erwarten höchstens fünf Jahre Gefängnis. Die Anklage gegen ihn ist nicht ganz so umfassend wie gegen den Gaildorfer Weiterverkäufer.

Unter Einsatz spezieller Polizeieinheiten, die bei Rauschgifttaten ermitteln, wurden die beiden Männer im Frühjahr des Jahres 2013 überführt. Ein Polizeibeamter aus Stuttgart erläuterte vor Gericht, dass der angeklagte Lieferant aus Aachen teilweise Kuriere nach Gaildorf geschickt habe. Der Aachener selbst habe sehr oft seine Handynummer gewechselt und sei deswegen schwer zu identifizieren gewesen.

Der Aachener ließ seinem 48-jährigen Abnehmer in drei Lieferungen fast drei Kilogramm Kokaingemisch zukommen. Absatzschwierigkeiten hatte der Gaildorfer Zwischenhändler, der jahrelang in einer Großbäckerei in Crailsheim beschäftigt war, nicht. Die Geschäfte mit seinen Aufkäufern wurden per SMS in verschlüsselter Form vereinbart, die Abholung ebenso. Der Gaildorfer hatte es zu Fuß nicht weit zu den Supermarkt-Parkplätzen in der Bahnhofstraße und am Schillerpark. Dort wurde das Kokain übergeben, teilweise auch in einem Spielcasino.

Er sei alkohol- und spielsüchtig, sagt der 48-Jährige von sich selbst. Nach einem missglückten Wohnungskauf habe er sehr unter Schulden gelitten. Gegenüber einem psychiatrischen Gutachter hat er zu Prozessbeginn seinen Drang zu spielen und zu trinken dargestellt.

"Frühschicht, Spielen, Trinken, dann zu Bett", mit diesen Worten fasste der Gutachter vor Gericht zusammen, was ihm der Gaildorfer über seinen früheren Tagesablauf erzählt habe. Die Abwicklung der Drogengeschäfte fehlt allerdings in dieser Aufzählung.

Glaubt das Gericht dem Mann, dass er in dieser Weise suchtkrank ist, so kann er für zwei Jahre in eine geschlossene Therapieanstalt eingewiesen werden. Diese Zeit würde auf die Haftstrafe angerechnet. Der Prozess wird fortgesetzt.

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