Geplantes Übergangswohnheim sorgt weiterhin für Verdruss

Das geplante Übergangswohnheim sorgt in Oberrot weiterhin für Ärger. Den Landkreis Schwäbisch Hall beeindruckt das wenig, er sieht für dei Gemeinde keine Ausnahmeregelung vor.

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Der Landkreis Schwäbisch Hall als Bauherr plant, in Oberrot ein Wohnheim für die vorläufige Unterbringung von Flüchtlingen zu errichten (wir haben berichtet). Die eingegangene Kooperation zwischen Kreis und Gemeinde sieht vor, dass letztere  die Immobilie als Pächterin betreibt und sie später möglicherweise für die Anschlussunterbringung nutzen könnte.

Wie andernorts auch, ist diese Pflichtaufgabe zu erfüllen. Jüngst durften in Schrozberg 100 Flüchtlinge eine adäquate Unterkunft beziehen. Viele Oberroter aber sind in Sorge: Für sie bleibt zu vieles im Unklaren, was die Zukunft tatsächlich bringt. Erneut beklagte ein Bürger in der Fragestunde der jüngsten Gemeinderatssitzung die aus seiner Sicht sehr unbefriedigende Informationspolitik. Für ihn gebe es auch keine Möglichkeit, sich im Vorfeld einer Sitzung kundig zu machen und mit konkreten Fragen zu wappnen. Der gesamte Prozess sei intransparent, und die Argumente reichten ihm nicht aus, sich mit dieser Entwicklung abzufinden.

Jeder weiß inzwischen, dass die Menschen, die geflüchtet und jetzt hier sind, ein Zuhause brauchen. Aber auch in den Reihen des Gemeinderats ist man nicht glücklich darüber, dieses Projekt vom Landkreis übergestülpt zu bekommen. Favorisiert wird eine dezentrale Lösung. Deshalb hatte der Gemeinderat die Verwaltung damit beauftragt, Alternativen zu erarbeiten und eine Kostenrechnung zu erstellen.

Anfragen beim Landkreis, beim Baurechts- und Verbandsbauamt sowie bei der vom Kreis beauftragten Baufirma brachten allerdings ernüchternde Ergebnisse:  Für Oberrot gebe es keine Ausnahmeregelung, hieß es, alle Gemeinden würden gleich behandelt. Zwar sei nach Auskunft der Farmbau eine Teilung der Modulhäuser grundsätzlich möglich, von Seiten des Landkreises aber nicht beabsichtigt. Dafür gebe es keine Pläne, und Alternativpläne würden auch nicht in Auftrag gegeben.

Wenn überhaupt, dann könnte der Landkreis allenfalls zustimmen, wenn sämtliche Mehrkosten hinsichtlich Planung, Bauausführung und Betriebskosten vollständig von der Gemeinde übernommen würden. Und die summieren sich nach den vorliegenden Berechnungen auf rund 1,5 Millionen Euro, wobei die Kosten der reinen Erschließung noch gar nicht eingerechnet sind.

Aus Sicht der Verwaltung sei es die einzig richtige Entscheidung, am geplanten Projekt mit Standort Lindenstraße und an den bereits geschlossenen Verträgen festzuhalten, gab Bürgermeister Daniel Bullinger zu verstehen.

Viele ratlose Gesichter

Da jeweils Technikräume, Arztzimmer, Gemeinschaftsräume und Sanitärräume zu berücksichtigen seien, müssten für die Unterbringung von derzeit angedachten 42 Personen gleich drei Einrichtungen geschaffen werden. Wobei die vertraglichen Konsequenzen nicht abzusehen seien, mahnte Bullinger. Sollte der Landkreis die  technische und soziale Betreuung in kleineren Einrichtungen dann nicht übernehmen, hätte die  Gemeinde das Personal zu stellen.

Nach diesen Ausführungen gab es viele ratlose Gesichter im Bürgersaal. Diese Kostenberechnung wurde von Seiten des Gemeinderats als zu hoch erachtet  und als reine Abwehrmaßnahme betrachtet. Gemeinderat Uli Roll brachte die Diskussion schließlich auf den Punkt: „Wir können uns hier die Köpfe heiß reden – das Landratsamt entscheidet über unsere Köpfe hinweg!“ Dieses schickt das Baugesuch nun in die Prüfungsphase.

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