Für ihre Gala zieht die Schlossrealschule alle Register

Zum Fünfzigsten wird in der Limpurghalle gefeiert: Lehrer, Eltern und Freunde der Schule gestalten ein kurzweiliges Programm ohne Grußworte.

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Sie holen das Publikum von den Stühlen: Gastschülerinnen und -schüler aus Indien begeistern die Gäste des Gala-Abends mit einer großartig choreografierten Tanzeinlage.  Foto: 

Dass eine Schule „Ausverkauft“ melden darf, geschieht auch nicht alle Tage. Die Gaildorfer Schlossrealschule hat das Kunststück am Freitagabend geschafft: Für den Gala-Abend, den die Schule zu ihrem 50. Jubiläum in und an der Limpurghalle organisiert hatte, gab’s keine Karten mehr. 650 zahlende Gäste vermeldete Schulleiterin Michaela Staleker, als sie gegen 19 Uhr am Eingang zur Limpurghalle stand, um Besucher zu begrüßen. Bis zu den Parkplätzen des Hallengeländes reichte die Schlange der geduldig wartenden Eltern, Ehemaligen und Freunde der Realschule, die sich dann aber, als der Schenk-Albrecht-Saal endlich geöffnet wurde, zügig verkürzte.

Grußworte gibt’s keine. Sie sind per se nichts Schlechtes, können aber leicht aus dem Ruder laufen und Zeitpläne relativieren. Die Schlossrealschule, die ein straffes Programm organisiert hatte, erklärte daher ihren Verzicht, und auch der Schultes spielt mit. Bürgermeister Frank Zimmermann betritt die Bühne, kündigt zwar eine umfassende Abhandlung zur Geschichte der Schlossrealschule an, wird aber sofort aufs rote Sofa komplimentiert. Die Show kann beginnen.

Man hat sich reingekniet in dieses Jubiläum, das eigentlich zweigeteilt gefeiert wurde: Das Schülermusical „Lampenfieber“ wurde separat aufgeführt, den Galaabend gestalten vor allem Lehrende, unterstützt von den Eltern, der Ehemaligen-Band „The Basement“, Sängerinnen der Schulband, Gastmusikern aus dem Lehrerzimmer, die professionelle Bühnentechnik nicht zu vergessen. Eine akrobatisch agierende Breakdance-Gruppe sorgt für Furore und am Schluss weht gar  ein Hauch von „Bollywood“ durch den Schenk-Albrecht-Saal: Die derzeitigen Gastschüler aus Indien präsentieren sich als Chor und in einer Tanzeinlage von umwerfender Dynamik.

Gaildorf gratuliert

Vier Moderatoren, der stellvertretende Schulleiter Matthias Last und die Lehrerin Katja Fahrmaier sowie die beiden Zehntklässler India Hasenwandel und Alpag Alma,  steuern durch das Programm, führen Live-Interviews, verbreiten gute Laune. Und den Rest erledigt Gaildorf selbst, präsent nicht nur im Publikum, sondern auch in zahlreichen, bisweilen sehr lustigen Happy-Birthday-Einspielern, die vorab gedreht wurden: beim Bäcker, in der Döner-Bude, bei Firmen, Banken, im Schulbus, beim Skifahren und auf der Eisbahn.

Imagefilm hat Premiere

Besonderes stolz aber ist man auf den Imagefilm, den der ehemalige Schlossrealschüler Josua Graf im März gedreht hat und der nun Premiere feiert. Der 22-Jährige hat schon früh mit dem Filmemachen angefangen, studiert nun Medien- und Informationswesen und führt parallel ein Filmunternehmen. „Grafilms“ steht im Abspann des „Schlossrealschul- Imagefilms“, für den Graf alle Register der Bildgestaltung und des Schnitts gezogen hat. Auch dieser Film enthält Interviews: zum Plaudern aus dem Nähkästchen waren zum Drehtag Ehemalige eingeladen worden. Die viel belachten und bejubelten State- ments lassen sich in zwei Sätzen zusammenfassen: „Wenn der VfB verloren hatte, mussten wir am Montag leiden!“. Und: „Rück-   blickend war’s eine geile Zeit!“

Rückblickend erfährt man aus den Anekdoten und Clips, der Musik und den Show-Einlagen viel über die Atmosphäre, die an der Schule herrscht, die sie geprägt und zu einem vitalen Bestandteil des Limpurger Landes gemacht hat. Die Schlossrealschule, das wird deutlich, ist nicht nur Lern- und Erziehungs-, sondern auch Lebensraum, sie ist Alltag für viele, sie gibt und sie empfängt. Deutlich wird dies nicht nur in den vielen zusätzlichen Angeboten außerhalb der Lehrpläne, sondern auch im Engagement der Stadt, insbesondere aber der Gaildorfer Bürgerstiftung, die beispielsweise das Austauschprogramm mit Indien ermöglicht und damit der Schlossrealschule ein Alleinstellungsmerkmal verschafft hat.

„Frisches“ Erscheinungsbild

Als „jung und dynamisch“, beschreibt Bürgermeister Zimmermann, der in einem Live-Interview doch noch eine Art Grußwort absetzen darf, die Schlossrealschule. Ihr Erscheinungsbild sei „frisch“ und er könne daher eigentlich nur raten: „Bleibt Euch und Eurem Profil treu“.

Zunächst aber wird gefeiert. Nach etwa eineinhalb kurzweiligen Stunden regnet Konfetti auf den Schlusschor der Lehrerinnen und Lehrer, während im Kernersaal bereits die Disco-Leuchten angeschaltet sind. Vor der Halle füllt sich langsam das Zelt und an den Verpflegungsständen herrscht bereits Hochbetrieb.

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