Für den letzten „Step“ gibt’s ein Provisorium

Der Technische Ausschuss genehmigt die Geländemodellierung. Die Zufahrt über die Goethestraße dient lediglich der Wartung, versichert Bauleiter Kaltner.

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Johannes Kaltner, der Bauleiter des Gaildorfer Naturstromspeichers, auf der Baustelle des Ein- und Auslassbauwerks in der Kocheraue. Hier entsteht die Verbindung zwischen dem künftigen Unterbecken und dem Pumpspeicherkraftwerk auf der gegenüberliegenden Kocherseite. Das Bild wurde im März aufgenommen.  Foto: 

Die Bagger können rollen. Der Technische Ausschuss der Stadt Gaildorf hat am vergangenen Mittwoch der Geländemodellierung am Unterbecken des Naturstromspeichers sein Einvernehmen erteilt. Der Antrag war dem Ausschuss bereits in der Märzsit­zung vorgelegt worden. Die Entscheidung war dann aber vertagt worden, weil sich aus den Unterlagen einige Fragen ergeben hatten, die in der Sitzung nicht zufriedenstellend beantwortet werden konnten, zumal auch der Antragsteller nicht vertreten war.

Das werde nicht mehr geschehen, versicherte Bauleiter Johannes Kaltner nun den Räten. Er habe mit Bauamtsleiterin Lea Hofmann vereinbart, dass er künftig stets anwesend sein und für Fragen zur Verfügung stehen werde, wenn Entscheidungen anstehen, die den Naturstromspeicher betreffen.

Das Unterbecken ist das Wassereservoir des Naturstromspeichers. Von hier wird über ein Ein- und Auslassbauwerk das Wasser in die Speicherbecken der vier Windtürme gepumpt, mit denen dann bei Bedarf das Pumpspeicherkraftwerk betrieben wird. Dazu wird eine Fläche von 150 mal 300 Metern viereinhalb Meter tief ausgehoben.

Drastisch weniger Fahrten

Ursprünglich sollte der Aushub – die Rede ist von 220.000 Kubikmeter – komplett abgefahren werden. Zwischenzeitlich ist man aber zu dem Schluss gekommen, dass der Großteil des Materials ebensogut für die Modellierung des Geländes verwendet werden kann. Die Zahl der Lkw-Fahrten würde sich dadurch drastisch reduzieren, von 577.000 auf 21.000 Straßenkilometer.

Die verbleibenden Fahrten allerdings bereiteten den Ausschussmitgliedern Kopfzerbrechen. Der Bauplan sieht nämlich vor, dass die existierende Bau­straße nach und nach unter der Modellierung verschwindet. Und weil die Planung als letzte Zufahrt lediglich einen Betriebsweg vorsieht, der über die Goethestraße und die Straße „Im Flürle“ zum Ein- und Auslassbauwerk führt, befürchteten die Räte, dass exakt dieser Weg dann genutzt werden könnte, um den letzten Aushub abzutransportieren.

Das werde nicht geschehen, versicherte Kaltner. Die derzeit bestehende Zufahrt werde möglichst lange für Aushubtransporte genutzt und im „letzten Step“  werde dann eine provisorische Baustraße eingerichtet. Die Zufahrt über die Goethestraße würde lediglich für Wartungsfahrzeuge benötigt, etwa wenn ein Mal im Monat mit einem Saugwagen die Sedimente abgepumpt werden. Große Baufahrzeuge würden dort aber nicht verkehren, auch dann nicht, falls später einmal größere Wartungsarbeiten anstünden. In solchen Fällen werde man erneut eine provisorische Zufahrt „über die Profilierung“ schaffen.

Becken kann überflutet werden

Heinrich Reh brachte das „große Hochwasser“ ins Spiel. Naturspeicher-Geschäftsführer Alexander Schechner, der die Idee zu dem Projekt entwickelt hat, habe erwähnt, dass das Becken dann überflutet werden könnte. Das eingespülte Sediment werde man dann wohl kaum ohne den Einsatz großer Maschinen abpumpen können.

Man habe das durchrechnen lassen, erwiderte Kaltner. Ein fünfzigjähriges Hochwasserereignis beispielsweise würde eine fünf Zentimeter starke Sedimentschicht ins Becken spülen, und das könne eigentlich ignoriert beziehungsweise mit dem Saugwagen abgepumpt werden, wenn das Sediment nach und nach zum Ein- und Auslassbauwerk gespült werde. Sollte man dennoch mit Baggern oder anderem großen Gerät anrücken müssen, werde man dies über eine provisorische Zufahrt tun.

Radweg am Unterbecken

Eine ständige Zufahrt zu schaffen wäre theoretisch möglich, sagte Kaltner auf Anfrage von Frank Stettner, sei aber bisher nicht in Betracht gezogen worden. Entlang des Unterbeckens selbst ist bisher nur ein Radweg vorgesehen. Es werde erwogen, ergänzte Bürgermeister Frank Zimmermann in der Ausschusssitzung, ihn  in den Kocher-Jagst-Radweg zu integrieren.

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Kommentare

04.05.2017 12:19 Uhr

Bauleiter, Baustellen, Naturstromspeicher ...

Seit wann nennt man einen, der ohne Baufreigaben (Roter Punkt) baggert und baut „Bauleiter“?

Auf welcher Schule lernt man das?

Bauleiter und Baustellen ohne offizielle Baugenehmigung und ohne Baufreigaben, -welches Bauunrecht, Umweltunrecht und welches 'Beteiligungsunrecht' wird da in Gaildorf mit welchen Freigaben und mit welcher politischen Zuständigkeit zu einem angeblichen Naturstromspeicher in Gaildorf 'ausgeübt'?

Gut, ein wenig Korruption und Baubetrug ist im Baugewerbe, besonders bei Kraftwerksplanungen und bei manchen Baukonzernen nicht neu. Das hat es immer gegeben. Doch nun so komplett an sämtlichen Rechtsbereichen, Bürgerrechten, Beteiligungsrechten, Umweltrechten, Eingriffs- Ausgleichsregelung, Verbraucherrechten, Sitten und Anstand vorbei und auf stadteigenen Ausgleichsgrundstücken, -das ist wohl das Einzigartige und das Neue am Naturspeicher. Vermutlich geht das nur mit GRÜNE BW, Regierungspräsident Reimer und Bürgermeister Zimmermann als Oberhaupt unserer Stadtverwaltung auf Abwegen und einem mehrfach befangenen Herr Rebel als Gemeinderat und Pücklers Stiftungsvorstand.

http://GRAUSTROMSPEICHER.kochertal.net
http://NATURSTROMSPEICHER.kochertal.net

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