Fasziniert von der Wunderwelt der Wälder

Ein Erlebnis sind die Filme allemal, die der Gaildorfer Kinoverein in seiner KinoPlus-Reihe vorstellt. Am Freitag gings um Bäume, im Regenwald und hier.

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  • Kleiner Mensch, großer Baum: Mit beeindruckenden Bildern wartet der Zoologe L. Jacquet in seinem Dokumentarfilm "Das Geheimnis der Bäume" auf. Foto: Verleih 1/2
    Kleiner Mensch, großer Baum: Mit beeindruckenden Bildern wartet der Zoologe L. Jacquet in seinem Dokumentarfilm "Das Geheimnis der Bäume" auf. Foto: Verleih
  • Zum Dank für den Vortrag gibts einen Spiegel zur Baumwipfelbeobachtung: Kinovereinsvorsitzende Margarete Nagel-John mit Manuel Braunger. Foto: kr 2/2
    Zum Dank für den Vortrag gibts einen Spiegel zur Baumwipfelbeobachtung: Kinovereinsvorsitzende Margarete Nagel-John mit Manuel Braunger. Foto: kr
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Mit faszinierenden Bildern und einem Kurzreferat von Oberforstrat Manuel Braunger, stellvertretender Leiter des Forstamts im Landratsamt, lüfteten die Gaildorfer Kinomacher am Freitag nicht nur die Geheimnisse der Regenwälder. Auch die Entwicklung der hiesigen Waldungen wurde beleuchtet.

Es ist ein emotionales Erlebnis, wenn die Kamera vom dichten Dschungel am Boden des tropischen Regenwaldes hinauf in die Baumwipfel von Jahrtausende alten Baumriesen schwenkt, die im unendlichen Grün des Tropenwaldes auf der Breitwand letztlich untergehen. Die Bilder der Naturdokumentationsverfilmung "Das Geheimnis der Bäume" fesselten auch die Besucher des KinoPlus-Abends in den Sonnenlichtspielen. Sie erlebten ein Wunderwerk der Bäume, die sich trotz ihres festverwurzelten Standortes zu wehren wissen. Nur gegen die Motorsägen der Menschen bleiben sie machtlos. Mit künstlich überzeichneten Animationen wurden diese Abwehrmechanismen nachvollziehbar.

Der erfahrene Forstmann Manuel Braunger vom Forstamt beim Landratsamt Schwäbisch Hall, sah es im Anschluss als eine Herausforderung, das Kinopublikum vom Film "abzuholen", um es mit der Entwicklung und dem Zustand hiesiger Waldregionen vertraut zu machen. Er zeigte die Waldgeschichte seit der Eiszeit und die Waldnutzung bis in die heutige Zeit auf.

Der Rodung seien im Mittelalter zwei Drittel der Wälder zum Opfer gefallen. Die Erkenntnisse einer nachhaltigen Bewirtschaftung hätten bewirkt, dass die bewaldeten Flächen bis heute auf ein Drittel wieder zugenommen haben. Sie werden überwiegend von Nadelbäumen beherrscht.

Schädlingsbefall und natürliche Einflüsse hätten besonders in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts zum Waldsterben geführt. Seither hätten Laubbäume in der Bedeutung der Waldnutzung zugenommen. Dennoch bleibe der Klimawandel für die Waldwirtschaft eine große Herausforderung.

Braunger verdeutlichte die Problematik an einem mitgebrachten blühenden Schlehenzweig. Schlehen blühen heute 30 Tage früher als noch vor 170 Jahren. Den Mythos Wald streifte Manuel Braunger zum Schluss. Die Märchen der Romantiker liefern dazu starke Bilder. Glücklicherweise gehören die Beschreibungen des Tacitus von den undurchdringlichen Wäldern Germaniens nach mannigfaltigen politischen Fehlinterpretationen der Vergangenheit an. Heute wird dem Wald großer Erholungswert zugeschrieben.

Info "Das Geheimnis der Bäume" wird am Dienstag, 1. April, um 20 Uhr, in den Sonnenlichtspielen wiederholt - allerdings ohne Vortrag.

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