Fachsimpeln unter Freunden

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Johannes Schmalzl, Präsident des Regierungspräsidiums in Stuttgart, macht aus seinem Fußballherzen keine Mördergrube. Als er am vergangenen Samstag zur Feier der neuen Umgehungsstraße im Festzelt in Fichtenberg die Festansprache hielt, machte er sich zunächst Gedanken über kommende und vergangene Großtaten der deutschen Nationalmannschaft. Wobei - eine Großtat war das 2:0 gegen Israel nach Schmalzls Fußballverständnis eher nicht. Vielleicht habe das ja an den vielen Bayern im Kader gelegen, sagt er und freut sich diebisch über das Protestgeheul.

Die Gäste aus Fichtenbergs Partnergemeinde Proszowice in Polen nehmens mit fragender Miene zur Kenntnis. Zum einen, weil sie noch auf die Übersetzung von Anna Szanca-Trzeciak warten müssen, zum anderen, weil Bayern-Bashing dort nicht en vogue ist und zum dritten, weil der Fußball-Hype in Polen noch nicht eingesetzt hat. Von der Euphorie, wie sie bei der WM 2006 in Deutschland herrschte, ist bei den Gästen nichts zu spüren.

Nun ja, fast nichts: Während Agnieszka Gajda freundlich lächelt, sich aber nur mäßig interessiert zeigt, klopft sich ihr Mann Wojciech kämpferisch auf die Brust: "Ich bin normal!" Wenigstens einer. Denn auch Jerzy Wójlowicz, der in der Proszowicer Verwaltung arbeitet und von allen Jurek genannt wird, winkt ab. Der Herr in der Proszowicer Feuerwehruniform aber, der sich jetzt dazu gesellt, ist eindeutig als Fan zu erkennen. Sein Redeschwall endet mit den Worten "Njemcy-Polska", und Jurek muss gar nicht übersetzen, worauf diese EM im Sinne der deutsch-polnischen Freundschaft hinauslaufen muss: Endspiel Deutschland - Polen.

Ob die Torschützen dann Blaszczykowski, Piszczek, Lewandowski, Klose oder Podolski heißen, ist völlig wurscht. Außer, ganz recht, Herr Schmalzl, für die Bayern. Denn schlimmstenfalls gewinnt Dortmund.

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