Erst die Schüler und dann die Eltern

Mit einem Vortrag zum Thema „Gefahren der Neuen Medien“ ging an der Bühläckerschule Unterrot die Reihe der Themenelternabende in diesem Schuljahr zu Ende.

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Mit dem Vortrag von Polizeioberkommissar Simon Laidig zum Thema „Gefahren der Neuen Medien“ endet an der Bühläckerschule Unterrot die Reihe der Themenelternabende in diesem Schuljahr.  Foto: 

Mit einem Vortrag zum Thema „Gefahren der Neuen Medien“ ging an der Bühläckerschule Unterrot die Reihe der Themenelternabende in diesem Schuljahr zu Ende. Auf Einladung von Rektorin Martina Dreher war Polizeioberkommissar Simon Laidig vom Polizeipräsidium Aalen zu Gast. Nachdem bereits die Viertklässler von Polizeioberkommissar Simon Laidig in einer Doppelstunde unterrichtet worden waren, galt es an diesem Abend, die Eltern über die Gefahren der Neuen Medien, wie Sexting (Senden von Nacktbildern), Kettenbriefe, Fake-News zu informieren und dafür zu sensibilisieren. Auch in den weiterführenden Schulen in Gaildorf fanden zu diesem Thema bereits Elternabende statt. Es habe sich dabei allerdings gezeigt, dass die Probleme im Zusammenhang mit Medienmissbrauch ihren Ursprung schon sehr viel früher haben – so die Ansicht nicht nur in der Bühläckerschule.

Immer häufiger erhalten Kinder viel zu früh die Möglichkeit, unreflektiert mit Smartphones zu spielen und sich damit zu beschäftigen. Dabei sei die wichtigste Herausforderung der Eltern, sich frühzeitig, das heißt bereits vor der ersten Übergabe des Smartphones an die Kinder, Gedanken über mögliche Gefahren und deren Verhinderung zu machen. Nachdrücklich legte Laidig den Eltern ans Herz, „die Kinder immer wieder darauf hinzuweisen, dass einmal verschickte Bilder für immer in der Welt bleiben“. Durch die ständige Erreichbarkeit stünden Kinder und Jugendliche zunehmend unter dem inneren Zwang, jede Nachricht unmittelbar zu beantworten oder sekundenschnell eine Rückmeldung erhalten zu müssen. „Damit einher geht ein hohes Suchtpotential, welches häufig nur noch in einer Suchtklinik mit Medienentzug gelöst werden kann“, so Laidig.

Einfluss nicht zu unterschätzen

Der Einfluss der Neuen Medien auf das soziale Gefüge dürfe nicht unterschätzt werden, da sich die Kommunikation zunehmend verlagert und ändert. Laidig verwies dazu auf die Studie von Sherry Turkle. Die Soziologin vom MIT Boston habe belegen können, dass durch die mangelnde Kommunikation von Angesicht zu Angesicht die Empathiefähigkeit der Probanden sank und es zu einem massiven Anstieg von autistischem Verhalten kam. So prägte die Soziologin den Begriff „Asoziale Netzwerke“ statt „Soziale Netzwerke“.

Die häufig sowohl von Schülern als auch von Eltern gestellte Frage: „Kostet Facebook etwas?“ beantwortete Laidig mit einem ausdrücklichen „Ja!“ Bezahlt werde mit Informationen zur eigenen Person und zum eigenen Verhalten, „das heißt mit Informationen, die häufig so persönlich sind, dass sie keiner weiteren Person mitgeteilt werden sollten“.

Laidig gelang es an diesem Abend, die Elternschaft der Bühläckerschule nachdenklich zu machen und den Umgang der eigenen Kinder mit den Neuen Medien zu hinterfragen. Kompetent beantwortete  der Polizeioberkommissar alle Fragen und lud die Eltern ein, miteinander ins Gespräch zu kommen. Schnell war man sich einig, dass Eltern möglichst früh über einen sinnvollen und sicheren Umgang mit den Medien informiert werden sollten und nicht erst in den 5. und 6. Klassen der weiterführenden Schulen, wenn es schon zu teilweise massiven Problemen gekommen ist. So ist bereits der Elternabend für die kommende zweite Klasse an der Bühläckerschule Unterrot im Schuljahr 2017/18 in der Planung.

Dass auch die Kinder dieses Thema ernst nehmen und es sie zum Nachdenken anregt, zeigte sich, als die Klassenlehrerin der 4. Klasse die Kinder bat, einen kurzen Bericht zu dem Gelernten zu verfassen. Die Kinder konnten darin sämtliche Details und auch die Problemstellungen wiedergeben. Eltern und Lehrer der Bühl­äckerschule sehen sich so darin bestärkt, sich weiterhin frühzeitig und umfassend mit dem Thema „Gefahren der Neuen Medien“ zu befassen.

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