Engagierte Lehrkräfte sorgen für Stabilität an den Schulen

Gaildorf kämpft weiter, um die Qualität des Schulstandorts zu verbessern. Die Berichte der Rektorinnen stimmen den Gemeinderat zuversichtlich.

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Stabil entwickeln sich die Schülerzahlen in Gaildorf. Von einem Aderlass wie in den vergangenen Jahren war beim kürzlichen Gespräch zwischen Schulleiterinnen und Gemeinderat nichts mehr zu hören. Die Profile der Bildungseinrichtungen sind dem Vernehmen nach zukunftsträchtig, die Lehrkräfte engagiert. Gleichwohl gibt es Klagen – von personellen Engpässen bis zu EDV-Problemen.

Die ausführlichen Berichte der Pädagoginnen quittierten Bürgermeister Frank Zimmermann und die Stadträte mit Beifall. Erleichtert zeigte sich das Gremium durch den Bericht von Angela Rücker, seit einem Jahr Leiterin des Schenk-von-Limpurg-Gymnasiums (wir haben ausführlich berichtet). Nach einem dem demografischen Wandel geschuldeten Einbruch bei den Schülerzahlen geht es nun wieder aufwärts.

Stolz auf die „beständige Bildungseinrichtung im Schulzentrum“ äußerte sich deren Rektorin Michaela Staleker. „Vierzügig stabil“ sei die Schloss-Realschule, die mit 107 Anmeldungen sogar ein gutes Plus gegenüber dem Vorjahr verbuchen darf. Auch der „Außenposten Gschwend“, wo in den vergangenen Jahren Abwanderungen an Schulen umliegender Städte registriert wurden, „ist komplett zurück“, wie Staleker erleichtert feststellte.

Hinsichtlich der Lehrerversorgung sei die Realschule „in einen Jungbrunnen gefallen“. Viele junge Lehrer bilden gemeinsam mit älteren Kollegen das 50-köpfige Pädagogen-Team, wobei diese Zahl nicht darüber hinwegtäuschen sollte, dass es sich dabei mehr um „Halbdeputate“ handelt. Landesweit sei die Zahl der Lehrkräfte prekär, also nicht ausreichend. Das verlange den Schulen „maximale Flexibilität“ ab.

Besonders freudige Nachrichten: Die Schloss-Realschule ist zum dritten Mal mit dem Berufswahlsiegel ausgezeichnet worden, und die Durchfallquote ist laut Rektorin erfreulich gering.

Ein „Gewinn für das Schulzentrum“ sei die Schulsozialarbeit. Sozialarbeiterin Katharina Deeg arbeite jedoch mit ihrer 50-Prozent-Stelle am Limit. Eine Aufstockung sei dringend erforderlich. In die Zukunft gedacht, ist es für  Michaela Staleker unabdingbar, den gesamten Schulstandort Gaildorf in den Fokus zu rücken und eine Schulentwicklungsplanung zu erarbeiten. Die, versicherte Bürgermeister Zimmermann, „läuft“.

Wichtiger Faktor

Elke Häußler konnte ähnlich Positives über die Parkschule berichten. Seit vergangenem September als Rektorin im Dienst, freut sie sich über stabile Zugangszahlen, macht sich aber – wie alle Schulleiter in der Region – Sorgen um die Lehrerversorgung. Allein im Bereich des Staatlichen Schulamts Künzelsau fehlten 75 Lehrkräfte. „Sehr zufrieden“ ist sie mit dem Einsatz der Schulsozialarbeit, voll des Lobes über die Bildungs- und Berufswegeplanung in Gaildorf – wozu auch die „Parkis“-Schülerfirma zählt –, die sehr gut funktioniere. Grundsätzlich erachtet sie die Einrichtung einer Werkrealschule als sehr wichtigen Faktor innerhalb des Schulstandorts.

Mit einer Schilderung von Perspektiven hielt sich Dagmar Spohn-Jakob zurück. Die kürzlich in den Ruhestand verabschiedete Rektorin der kleiner gewordenen Peter-Härtling-Förderschule, die seit der Pensionierung von Brigitte Fleck zudem als kommissarische Rektorin die Grundschule Ottendorf/Eutendorf leitete, wollte ihrer Nachfolge nicht vorgreifen. Zum Abschied bekannte sie jedoch, dass sie die Organisation der beiden verschiedenen Grundschul-Standorte bisher nicht als so schwierig wahrgenommen habe. Für das Lehrerkollegium sei das „ein Riesenspagat“. Spohn-Jakob: „Die leisten was ganz Besonderes!“

Ungemein breites Spektrum

Das kann auch Rektorin Martina Dreher von der 60 Jahre alt gewordenen Bühläcker-Grundschule in Unterrot von ihrem Kollegium behaupten. Das dort vorgehaltene Angebot ist ungemein vielfältig, wie aus ihrem umfangreichen Bericht hervorging: Unterrot ist etwa naturwissenschaftlicher Stützpunkt auch für Gaildorfer Schüler. Es wird türkischer Sprachunterricht erteilt. Es gibt eine Bläserklasse und eine Leichtathletik-Talentiade und vieles andere mehr, darunter interessante Kooperationen. Für Bürgermeister Zimmermann war Martina Drehers Rechenschaftsbericht ein deutliches Zeichen dafür, „dass es an der Schule stimmt!“ Und nicht nur an dieser.

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