Empfang zum 80. Geburtstag von Hans König: Gaildorf sagt „danke“!

Gaildorfs früherer Bürgermeister und Ehrenbürger Hans König wird am Sonntag, 10. Juli, 80 Jahre alt. Die Stadt gibt einen Empfang und lädt alle Bürger dazu ein.

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Hans König vor seiner Gaildorfer Zeit (links oben) und kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Rathaus 1986 (darunter). 20 Jahre später: Am 7. Juli 2006 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Gaildorf ernannt.  Foto: 

Dieser Mann habe sich „in außerordentlichem Maße um die Stadt verdient gemacht“, begründete am 7. Juli 2006 der damalige Bürgermeister Ralf Eggert die Entscheidung des Gemeinderats, seinen Vorvorgänger Hans König zum Ehrenbürger der Stadt Gaildorf zu ernennen. Zehn Jahre und drei Tage später – am kommenden Sonntag also – feiert Hans König seinen 80. Geburtstag. Dies nimmt der amtierende Rathauschef Frank Zimmermann zum Anlass, namens der Stadt ihm zu Ehren einen großen Empfang zu geben, zu dem alle Bürger in den Schenk-Albrecht-Saal der Limpurghalle eingeladen sind. Die Feierstunde beginnt um 11 Uhr.

Diese Geste der Verbundenheit mit einem verdienten Mitbürger hat noch einen weitere besonderen Hintergrund, ein Jubiläum: Vor einem halben Jahrhundert trat Hans König sein Amt als Bürgermeister der Stadt an. Am 6. März 1966 war er bei einer Wahlbeteiligung von 82 Prozent mit einem sensationellen Ergebnis von 71,5 Prozent der Stimmen gewählt worden. Sein Konkurrent, der Schorndorfer Stadtamtmann Heinz Kurz, hatte das Nachsehen.

Am 10. Juli 1936 in Plochingen geboren, besuchte Hans König die Volkschule in Geislingen an der Steige. Nach dem Besuch von Oberrealschule und Gymnasium in Tübingen folgten Verwaltungsaktuariat in Altensteig, Kanzleigehilfentätigkeit beim Landratsamt in Reutlingen und anschließend eine Ausbildung an der Staatlichen Verwaltungsschule in Stuttgart. Nach der Prüfung zum gehobenen Verwaltungsdienst (1957) war König als Gemeindeinspektor in Wannweil tätig, wo er später zum Oberinspektor befördert wurde.

In dieser Zeit reifte in ihm der Entschluss, Bürgermeister werden zu wollen. Am 27. August 1961 sorgte er in der damals noch selbstständigen Gemeinde Nellmersbach für Aufsehen: Bei der Wahl ließ er sechs Mitbewerber weit hinter sich und erntete 80 Prozent der Stimmen. Als damals jüngster Bürgermeister im Land zog er ins dortige Rathaus ein. Keine fünf Jahre im Amt, folgte besagter spektakulärer Wechsel ins Zentrum des Limpurger Landes.

Während seiner Amtszeit erfuhr die Infrastruktur der Stadt eine enorme Aufwärtsentwicklung, auch durch die Tatsache bedingt, dass Gaildorf 1967 zusammen mit sieben weiteren Städten Baden-Württembergs zum „Landesausbauort“ erklärt wurde. Damit einher ging die Ansiedlung von namhaften Betrieben, wenngleich auf der anderen Seite größere Unternehmen – sei es durch unpopuläre Konzernentscheidungen, die allgemeine Wirtschaftslage oder auch Missmanagement – ihre Pforten schlossen.

Eine der größten Aufgaben, die der dreifache Familienvater Hans König mit viel persönlichem Einsatz begleiten musste, war die Umsetzung der Gemeindereform und damit die Eingemeindungen von Unterrot, Ottendorf und Eutendorf. Mit seinen forschen Bemühungen um den Erhalt und die Stärkung der Zentralität Gaildorfs im Zuge der Kreisreform lag er mit der Verwaltung des zum 1. Januar 1973 gebildeten Großkreises Schwäbisch Hall nicht selten über Kreuz.

Am 3. Februar 1974 wurde König bei einer Wahlbeteiligung von 65,6 Prozent mit 99,4 Prozent der Stimmen (wie damals noch üblich für weitere zwölf Jahre) im Amt bestätigt. Nach insgesamt zwei Jahrzehnten als Stadtoberhaupt kehrte König 1986 dem Rathaus den Rücken. Komplett. Aus der Kommunalpolitik hielt es sich bewusst heraus. Er verfolge diese jedoch weiterhin aufmerksam, und er freue sich „über oft mutige und zukunftsweisende Entscheidungen des Gemeinderats“, wie er in einem Interview einmal betonte.

Fortan widmete sich Hans König seiner großen Leidenschaft, der Heimatforschung. Die einschlägigen Archive im Land, in denen er manch Sensationelles zur Geschichte Limpurgs entdeckte, wurden ihm zur zweiten Heimat. Seine Recherchen mündeten in ungezählte Aufsätze und Dokumentationen für die RUNDSCHAU. Zahlreiche Bücher, darunter sein zweibändiges Werk über „Menschen aus dem Limpurger Land“, wurden regionale Bestseller. Darüber hinaus gilt König als ausgewiesener Experte der Justinus-Kerner-Forschung.

Sein Schaffen, ob in der Kommunalpolitik oder als Publizist, erfuhr viele hohe Auszeichnungen: Das Bundesverdienstkreuz am Bande oder die Bürgermedaille in Gold, der Heimatpreis der Sparkassenstiftung, der renommierten Josef-Mühlberger-Preis für literarisches Engagement oder der Medienpreis der drei Kreiszeitungen und nicht zuletzt die Ehrenbürgerwürde stehen beispielhaft für die große Wertschätzung, die Hans König erfahren durfte.

Zwar ist der umtriebige Forscher seit wenigen Jahren durch eine Parkinson-Erkrankung in seiner Mobilität stark eingeschränkt. Dennoch widmet er sich täglich seiner Leidenschaft und verbringt viel Zeit am heimischen Schreibtisch, um an weiteren spannenden Geschichten zu arbeiten.

Königs Arbeit, sagte Ralf Eggert anlässlich der Ernennung zum Ehrenbürger, werde „über Generationen hinweg wertvoll“ sein.

Bürger zum Empfang am Sonntag eingeladen

Feierstunde Der Empfang zu Ehren Hans Königs am Sonntag, 10. Juli, im Schenk-Albrecht-Saal der Limpurghalle beginnt um 11 Uhr. Bürgermeister Frank Zimmermann wird dazu eine Ansprache halten. Vorgesehen sind ferner eine Gesangseinlage der Liederkänze Gaildorf, Eutendorf und Ottendorf sowie des Gesangvereins Eintracht Bröckingen-Unterrot, ebenso ein Sketch der Theater-AG des Schenk-von-Limpurg-Gymnasiums. Auch die Stadtkapelle Gaildorf wird dem Jubilar ein Ständchen spielen.

Spende statt Geschenke Hans König bittet anstelle von Geschenken um eine Spende an die Bürgerstiftung Gaildorf. Die Bankverbindung der Stiftung lautet: Sparkasse Schwäbisch Hall-Crailsheim, IBAN 24?6225?0030?0006?4105, BIC SOLADES1SHA.

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