Einer der besten Trollinger-Lemberger der Region

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Beim Übergang auf die nächste Generation gibt es oft Veränderungen. Manchmal krempelt der Nachfolger den Betrieb komplett um, oder er setzt ganz andere Schwerpunkte. Bei Familie Springer in Heilbronn hört sich das aus Kundensicht anders an. "Es gab hier schon immer leckere Weine, aber jetzt sind sie noch besser", sagt eine Familie aus der Nähe von Pforzheim im Besen. "Ich kaufe bereits seit Jahrzehnten bei Springers Wein. Aber seitdem Felix den Betrieb hat, sind vor allem die Rotweine noch besser geworden", sagt ein Kunde, dessen Auto vor der Tür ihn als Berliner ausweist. Der Angesprochene nimmt das Lob mit einem Lächeln hin, während er mehrere Kartons Lemberger und Burgunder im Verkaufsraum auf eine Sackkarre legt: "Mein Vater lässt mir freie Hand. Aber gleichzeitig ist klar: Das, was ich anpacke, muss ich auch durchziehen."

Die nationalen Weintester nehmen Springers Produkte seit vielen Jahren in ihre Bücher auf. Im "Eichelmann" bekam der Heilbronner einen Stern. Auf seinen sechs Hektar beträgt das Verhältnis von rot zu weiß 70:30. Wobei die Sortimentsgestaltung deutlich macht, dass Felix Springer bereits viele Betriebe von innen gesehen hat. Der Zweigelt wurde aufgepflanzt, da Springers Lehrbetrieb Ellwanger im Remstal diese Rebsorte seit langem pflegt. Und den Spätburgunder lernte der Geisenheim-Student bei Paul Fürst während des Praxissemesters kennen und schätzen - Fürst im fränkischen Bürgstadt am Main gehört in diesem Bereich zu den Top-Betrieben Deutschlands.

Die Reben der Springers stehen im Heilbronner Stiftsberg, aber auch im Fleiner Sonnenberg. Die Vermarktung der Erträge aus sechs Hektar erfolgt vorwiegend über Privatkunden. Das ist an diesem Mittwochnachmittag durchaus nachvollziehbar. Viele sitzen bei Schlachtplatte und Viertele lang im Besen (oder bereits an den Tischen im Freien) und decken sich danach noch ein. Die meisten Flaschen verkauft Springer vom traditionellen Trollinger-Lemberger (Literflasche).

Einige Weine wie "Der Springer" (88 Punkte bei Eichelmann) oder der Trollinger "Alte Rebe" trocken sind derzeit ausverkauft. Aber bei der Probe gibt es genügend Ausweichmöglichkeiten. Alle beschriebenen Weine wurden entweder mehrere Stunden vor der Beprobung geöffnet oder dekantiert.

Als einer der ersten 2014er ist der Weißburgunder (Heilbronner Stiftsberg, 5,50 EUR) bereits auf der Flasche. Er zeigt kurz grüne Gras-aromen, die schnell in intensive Birne überwechseln. Zu mild gewürzten Fischgerichten sehr zu empfehlen.

Bei den Rotweinen wirkt der Trollinger Lemberger (2013, 4 EUR) in der Flasche eher unscheinbar. Das ändert sich bereits beim Entkorken, wo der TL (dabei zwei Drittel Trollinger) einen intensiven Aprikosenduft verströmt. Am Gaumen sorgt der Lemberger für die nötige Fülle. Dieser TL gehört zu den Besten, die in dieser Serie bisher getestet wurden. Preistipp!

Der Cabernet Dorsa trocken (2013, 5 EUR) liegt preislich nur knapp drüber, zeigt sich aber komplett anders. Dunkelrot und bereits rund ohne Kanten schmeckt er deutlich intensiver. Zu den Favoriten der Tester gehören die Burgunder. Der Frühburgunder aus dem Holzfass (2012, 6 EUR) beginnt auf der Zunge kurz fein-erdig, um dann angenehme Tiefe zu bekommen. Das gelingt dem kirschigen Burgunder Cuvée (2012, 10 EUR) aus dem Barrique noch eine Spur intensiver und runder.

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