Ein Genie mit vielen Gesichtern

Herrmann Hesse ist in erster Linie als Dichter bekannt. 1946 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Beim Café Soiree auf dem Kieselberg lernte man ihn nun in seiner Ganzheit kennen.

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  • Glänzte als Hesse-Rezitatorin: Sabine Bölz mit dem Pianisten Dirk Pokoj. 1/3
    Glänzte als Hesse-Rezitatorin: Sabine Bölz mit dem Pianisten Dirk Pokoj. Foto: 
  • Judith Hambücher an der Harfe. 2/3
    Judith Hambücher an der Harfe.
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    Sabine Bölz. Foto: 
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Es war ein besonderer Kunstgenuss, der bei der Juli-Soiree auf dem Hofgut angeboten wurde. Hinter dem Titel "Lust auf Hesse" verbarg sich ein bunter Mix aus Gedichten und Gemälden des Calwer Allroundkünstlers, untermalt mit Musik von Klavier und Harfe. Mit dieser ungewöhnlichen, aber doch interessanten Mischung der verschiedenen Kunstarten endete die Frühjahrssaison auf dem Kieselberg.

Zur Malerei kam Hesse aus gesundheitlichen Gründen. Als er sich 1916 einer Psychoanalyse in Luzern unterzog, riet ihm sein behandelnder Arzt Dr. J.B. Lang, zur Überwindung seiner Lebenskrise mit dem Malen anzufangen. Aus dieser "Therapie" wurde schließlich Leidenschaft und als Resultat entstanden ungefähr 3000 Aquarelle, Gouachen und Federzeichnungen die er bis zu seinem Tod 1962 zu Papier brachte.

Auf dem Kieselberg konnten die Besucher nun Hermann Hesse - man könnte ihn als spät berufenen Maler bezeichnen - mit seinen beiden großen Fähigkeiten kennenlernen. Sabine Bölz trug über 20 Gedichte des Dichters vor und untermalte ihre gekonnte Darbietung - das Zusammenspiel von Text und Ton gelang ihr außergewöhnlich gut - mit mehr als 30 Bildern des Malers Hesse. Dabei erfolgte die Auswahl der Gemälde so, dass sie nahtlos zu den Gedichten passten und diese noch verstärkten. Bild und Text wurden zu einer Einheit.

Zwischen den Texten - und manchmal auch dazu - gab es Musik von Judith Hambücher (Harfe) und Dirk Pokoj(Klavier). Die Vielfalt der Musikstile, die die beiden zum Besten gaben, stand der Vielfalt der Gedichte und Bilder an nichts nach, ja verstärkte sogar noch den visuellen und auditiven Kunstgenuss. Und das Motto: "Lust auf Hesse" hatte nicht zu viel versprochen. Dazu gab es noch interessante Tipps zu Hesse-Ausstellungen.

Im September geht es dann weiter mit den Soiréen. Und mit einer völlig anderen Genre. Auf dem Programm steht eine Oldienight mit Josef Singer und Band.

Kulturverein Klassik Limpurger Land soll gegründet werden

Neustrukturierung Am Ende der Juli-Soiree auf dem Kieselberg erklärte Sabine Bölz, dass die kulturelle Szene auf dem Kieselberg umstrukturiert werden solle. Fanden bisher die Veranstaltungen im Rahmen des Cafés auf dem Kieselberg und damit im gewerblichen Bereich statt, werden sie im kommenden Jahr von einem gemeinnützigen Verein übernommen, dessen "Vereinsraum" die bisherige Location werden soll.

Inhalte und Ziele Der Verein soll unter dem Namen "Kulturverein Klassik Limpurger Land e.V." zur Belebung der Kultur in den Bereichen Musik, Schauspiel und Literatur im ländlichen Raum fungieren. Was die Musik anbelangt, soll der Schwerpunkt im klassischen Bereich liegen. Das bisherige Cafe soll seinen Stellenwert als Kleinkunstbühne der Region durch diese Neustrukturierung weiter verbessern und ausbauen. Im kommenden Jahr sind bereits zwei Veranstaltungen geplant. Zunächst gilt es aber, den Verein zu gründen.

RH

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