Drei Neue im Naturpark

Michelbach, Gaildorf und Sulzbach-Laufen wollen dem Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald beitreten. Sie erwarten Impulse für Tourismus, Gastronomie und regionale Erzeuger sowie eine gute Vernetzung.

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Tourismuskarte aus den 50ern: Die Limpurger Berge (rechts) gehören auch zum Schwäbisch-Fränkischen Wald. Archivfoto

Gaildorf und Sulzbach-Laufen als Teil des Limpurger Lands sind mit ihren Waldflächen geografisch gesehen Teil des Schwäbischen Waldes. Dass die beiden Kommunen nicht von Anfang zum Naturpark gehörten, lag an Vorbehalten: Doch inzwischen ist bekannt, dass Landwirtschaft und Siedlungsentwicklung nicht behindert werden. "Der Naturpark hilft, die Kulturlandschaft zu erhalten", betont dessen Geschäftsführer Bernhard Drixler. Die Idee der Erweiterung des Naturparks ist bei den meisten angesprochenen Gemeinden auf Interesse gestoßen.

So auch in Michelbach. Bürgermeister Werner Dörr sieht darin eine Chance, in den sanften Tourismus einzusteigen. Mit Wander- und Radwegen und dem Kochersteig habe die Gemeinde schon einiges zu bieten. Gastronomie und Einzelhandel könnten von dem guten Namen des Naturparks profitieren. Beim Ausbau der Windkraft erwartet er keine Restriktionen durch den Naturpark.

Auch Markus Bock, Rathauschef in Sulzbach-Laufen, erkennt nur Vorteile für seine Gemeinde. Das Gebiet passe mit den bewaldeten Flächen gut in den Naturpark. Außerdem seien dann alle Kommunen des Limpurger Landes dabei. "Eine gute Abrundung des Naturparks und ein Prädikat für die Gemeinden", meint Bock. Das Thema Windkraft kollidiere nicht mit dem Naturpark: "Wir wollen die Anlagen in einem Windpark konzentrieren, um das Landschaftsbild nicht zu zerstören", stellt er klar.

Frank Zimmermann, Vertreter von Gaildorfs Bürgermeister Ulrich Bartenbach, erhofft sich von der Mitgliedschaft etwa Impulse für den sanften Tourismus, Unterstützung regionaler Erzeuger und der Gastronomie. Wiltrud Oesterle vom Gasthof Kocherbähnle in Unterrot sieht das ähnlich: "Das steigert unseren Bekanntheitsgrad. Der Naturpark ist etabliert und macht gute Aktionen."

Und wie beurteilen langjährige Mitglieder den Naturpark? Rosengarten habe gute Erfahrungen gemacht, sagt Bürgermeister Jürgen König. Er begrüßt die Erweiterung: "Mit einer gewissen Größe wird die Außenwirkung besser." Beim Ausbau der Windkraft könne es allerdings zu Unstimmigkeiten kommen. "Da muss man dann im Einzelfall genau abwägen."

"Wir profitieren von Fördermitteln des Naturparks, etwa für den Spiel- und Bolzplatz in Witzmannsweiler", sagt Michelfelds Bürgermeister Wolfgang Binnig, der vor allem die Öffentlichkeitsarbeit des Naturparks schätzt. Für Mainhardt sei die Mitgliedschaft mehrfach interessant, stellt Bürgermeister Damian Komor fest. Etwa der Auftritt des Naturparks auf der Tourismus-Messe CMT in Stuttgart. "Wir erhoffen uns davon, dass die Gemeinde als Naherholungsgebiet für die Stuttgarter interessant wird", so Komor. Positiv sei die Vernetzung der Regionen im Naturpark. Den Mainhardter Wald durchschneiden drei Kreisgrenzen. Der Tourist wolle aber nicht in Mainhardt, sondern in größeren Einheiten wandern. Der Raum Hall profitiere von der Mitgliedschaft im Naturpark, so Helmut Wahl von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises. Gastronomie und regionale Erzeuger würden gestärkt. "Gebietsübergreifende Projekte lassen sich im Naturpark gut angehen", meint er. Nachteile gebe es keine.

Die Rechtsverordnung, die rechtliche Grundlage des Naturparks, sei nicht strenger als die allgemeinen Gesetze zu Umwelt- und Naturschutz. Dass sein Wohnort Sulzbach-Laufen dem Naturpark beitreten will, begrüßt Wahl. Es sei sinnvoll, dass das Limpurger Land im Naturpark integriert werde.

Für den Bau von Windkraftanlagen, dem sich auch der Naturpark nicht verschließen könne, mahnt Wahl sorgfältiges und sensibles Vorgehen an. Er könnte sich mit Holzkonstruktionen anfreunden. "Das wirkt im Wald sicher gefälliger als ein Stahlklotz."

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