Die Zukunft zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Es tut sich was in Sachen Gaildorfer Krankenhaus, hinter den Kulissen! Weil es dem Vernehmen nach sehr sensible Verhandlungen sind, die derzeit geführt werden. Für die Bürgerinitiative ist das kein echter Trost.

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Landrat Bauer (links) und Diak-Chef Lenke beim gestrigen Gespräch mit der Gaildorfer Initiative.

Irgendwo zwischen Wunsch und Wirklichkeit bewegen sich gegenwärtig die Diskussionen um die fragile Zukunft des Gaildorfer Krankenhauses, das genau einen Monat vor seinem 103. "Geburtstag" geschlossen werden soll.

Die Zeit scheint der erst vor kurzem zur Rettung der kleinen Klinik gegründeten Bürgerinitiative (BI) davon zu laufen. Auf der anderen Seite setzt Landrat Gerhard Bauer nach eigenem Bekunden alle Hebel in Bewegung, um für die Einrichtung eine Lösung zu finden. Das versicherte er gestern Nachmittag im Rahmen eines zweistündigen Gesprächs mit der BI im Landratsamt.

Er wie Diak-Vorstandsvorsitzender Hans-Joachim Lenke äußerten wohl Verständnis für das Anliegen der Menschen im Limpurger Land, schilderten aber auch die Zwänge und die gegenwärtigen Umstände, die einen Weiterbetrieb in der bisherigen bzw. gewünschten Form unmöglich machten. Konkret: Eine der wichtigsten BI-Forderungen, der Landkreis möge wieder als Träger Verantwortung für das Krankenhaus übernehmen, wird nicht erfüllt werden.

Und doch: Auf der Suche nach einem neuen Träger gibt es offenbar einen ersten, zwingend vertraulichen Kontakt mit Blick auf die Einrichtung einer Fachklinik. Darüber hinaus würden derzeit Gespräche mit Ärzten hinsichtlich der Einrichtung von Praxen in dem sanierten Gebäude geführt. Schließlich planten das Diak und das Landkreisklinikum, in Gaildorf Sprechstunden anzubieten, eventuell in Kooperation mit den niedergelassenen Ärzten. Und es gebe Kontakte zu Trägern von Pflegeeinrichtungen . . .

Vorrangig jedoch "strebt die Landkreisverwaltung die Einrichtung eines neuen Klinikbetriebs an", deshalb würden Verhandlungen über "Teilnutzungen" zunächst zurückgestellt. Diese Information - die gestern auch die Gaildorfer BI erhielt - ließ Landrat Bauer dieser Tage den beiden Kreisräten Markus Bock (Sulzbach-Laufen) und Werner Strack (Oberrot) zukommen, die bezüglich der künftigen Nutzung der Immobilie hartnäckig nachgehakt hatten.

Wie schon am Vortag bei der Übergabe der Unterschriften für den Erhalt des Hauses an Sozialministerin Katrin Altpeter endete auch die gestrige Aktion der BI mit gemischten Gefühlen. Was wohl weniger an der intensiven Diskussion lag als an den nach wie vor vielen Fragezeichen, die im Raum stehen. Die BI wünscht sich schlicht verbindlichere Aussagen. Die jedoch konnten Bauer und Lenke gestern nur bedingt geben. Das Geduldsspiel geht weiter. - Ein weiterer Bericht über Details des Gesprächs folgt. - Siehe auch unsere Dokumentation zum Thema auf Seite 13.

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