Die Zukunft der Gaildorfer Feuerwehr hat begonnen

Der Gaildorfer Gemeinderat stimmt fast geschlossen für die Konzentration der Feuerwehr-Einsatzkräfte in der Kernstadt.

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Gaildorfs Feuerwehr soll zusammenwachsen. Sie muss es sogar, sagt Stadtbrandmeister Stefan Dwornitzak, um zukunftsfähig zu bleiben. Geschehen soll das, wie berichtet, in zwei Stufen: Zunächst werden zwei Einsatzabteilungen gebildet: Gaildorf, Eutendorf und Ottendorf als Abteilung Nord, Unterrot als Abteilung Süd. Zu einem laut Bürgermeister Frank Zimmermann noch nicht näher festgelegten Zeitpunkt soll dann die gesamte Wehr mit ihren derzeit 160 Kräften und 25 Jugendfeuerwehrleuten in Gaildorf konzentriert werden. Dazu muss die Feuerwache in der Bahnhofstraße umgebaut und erweitert werden. Die Planung durch das Haller Architekturbüro Kraft & Kraft soll nun vorangetrieben werden.

Etwas skeptisch auf die Eingliederung Unterrots reagierte FWV-Stadtrat Ulrich Stahl. Kürzere Ausrückzeiten – etwa von Unterrot hoch nach Reippersberg – seien in jedem Fall besser als längere, durch Verordnung abgesicherte. Wobei sich Reippersberg, wie Kommandant Dwornitzak unter Hinweis auf konkrete Fälle betonte, von Gaildorf aus in elf Minuten gut erreichen lasse. Gefordert – aber nicht rechtsverbindlich festgelegt – sei eine Hilfsfrist bis zu zwölf Minuten.

Nicht vergessen werden dürfe auch, so der Kommandant, dass die Verfügbarkeit von Feuerwehrleuten in den Teilorten tagsüber dramatisch gesunken sei: „Das ist ein Riesenproblem.“

Erleichtert, dass sich eine Lösung anbahnt, gab sich SPD-Fraktionschefin Margarete John. Dennoch sorgt sie sich um die Kosten für den Umbau des Magazins. Sie bittet dringend darum, nach Einsparmöglichkeiten zu suchen. Mit Blick auf das bevorstehende Ausscheiden von Feuerwehrleuten riet sie zu einer Umfrage, „wer noch dabeibleiben möchte“. Der Umbau dürfe nicht zu groß dimensioniert werden.

Dass zur geplanten Marschroute keine Alternative untersucht wurde, kritisierte Stadtrat Bernhard Geißler (Offene Liste). Er befürchtet, „dass man Fakten schafft, die später nicht funktionieren“. Er stellte einen Antrag, um die Verwaltung zu beauftragen, „eine mit spitzer Feder kalkulierte Sparvariante für ein Feuerwehrmagazin Nord in der Bahnhofstraße erstellen zu lassen“, bei der die Abteilung Unterrot unberücksichtigt bleiben soll.

„Gut und wirtschaftlich“

Ebenso erhoben werden sollten die Einsparpotenziale, „die sich durch eine Bereitschaft der Abteilung Unterrot ergeben würden, mit bescheidenerem Aufwand den Standort Unterrot zu ertüchtigen“. Bei Geißlers Zustimmung und zwei Enthaltungen lehnte der Gemeinderat dies ab.

CDU-Fraktionschef Matthias Rebel sprach sich für die Konzentration an der bestehenden Wache aus. Gegenüber bisherigen, erheblich teureren Überlegungen und Berechnungen seien die ermittelten 2,5 Millionen Euro Kosten „nicht schlecht“. Der Standort Gaildorf sei „gut und wirtschaftlich“, sagte er mit Hinweis auf den einstimmigen Beschluss des Feuerwehrausschuses.

„Nicht die Augen verschließen vor der neuen Situation“ – das riet FWV-Fraktionsvorsitzender Heinrich Reh. Er beschwor seine Ratskollegen, dem nun vorgeschlagenen Weg zuzustimmen. Denn: „Ich habe noch keine überlegenswerte Alternative dazu gehört.“ Das Gremium folgte diesem Rat bei einer Enthaltung.

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