Die Liebe führt zwei Weingüter zusammen

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Die junge Winzerin Barbara Bader geht zum Studieren nach Geisenheim. Dort trifft sie einen Mann, den sie noch nie gesehen hat. Diesen heiratet sie ein paar Jahre später. Die Pointe: Der junge Winzer Julian Singer wohnte gerade einmal sieben Kilometer von seiner späteren Frau entfernt. Ihr Hochzeitsmotto: "In vino veritas? In vino amor!" Zwei Weingüter wurden aufgrund menschlicher Sympathie zusammengeführt. Ab 15. September wird daraus auch räumlich ein großes Ganzes: Singers feiern dann die Eröffnung ihres "Weinkorbs". Dafür musste ein Teil des seit Jahrzehnten im Familienbesitz befindlichen Bauernhauses weichen, der historische Gewölbekeller blieb aber erhalten.

Die Architektur des Gebäudes in der Ortsmitte von Korb zieht die Blicke schon von Weitem an. Die Fassade besteht aus einer luftigen Kombination aus Holz und Stahl, die eine Art symbolischen Korb über die historische Substanz stülpt. Beim Eintreten fällt sofort die Großzügigkeit des Raums auf, wobei durch Lichteffekte einer der ersten Blicke auf eine dicke Glasplatte im Boden direkt neben der Theke fällt. Unter dem Betrachter tut sich der aus roten Sandsteinen gemauerte Keller auf, der Boden besteht aus dem rund um Korb anstehenden Sandstein. Ein langer massiver Holztisch lädt zum Verweilen ein.

Wer länger an der Theke lehnt, bekommt auch dadurch Hinweise auf die Besonderheiten des Remstals. Die mehr als zehn Meter lange weiße Holzkonstruktion ahmt die verschiedenen Lagen der Sandsteinschichten nach. "Wir wollen dadurch auch zeigen, dass es in diesen jeweiligen Schichten verschiedene Ausrichtungen gibt. Wir pflanzen dann entsprechend die passenden Sorten an", sagt Barbara Singer, Ingenieurin für Weinbau. Derzeit steht der letzte Schliff an der Inneneinrichtung an. Gleichzeitig läuft die Arbeit in den Weinbergen auf Hochtouren, es ist nicht mehr lange hin bis zur Erntezeit. Im Weinregal findet man weiterhin Flaschen der beiden Weingüter Singer und Bader, aber es gibt auch bereits gemeinsame Weine - wie zum Beispiel die Weißweincuvée "Klara" in Anlehnung an die gemeinsame einjährige Tochter.

Zur Probe entnimmt Barbara Singer die jeweiligen Flaschen aus einem großen massiven Weinregal. Es geht los mit dem Elexier (2012, Kerner Spätlese feinherb, 7,20 EUR). Leicht mit schönem Schmelz passt dieser Kerner gut zum derzeitigen Spätsommer.

Der Muskattrollinger (2013, 7,80 EUR) knüpft nahtlos daran an. Er gehört zu den fruchtigsten seiner Art, ohne dabei blumig zu werden. Dabei verströmt er einen intensiven Duft nach Aprikose und Nektarine. Die Klara (2013, Weißweincuvée, 9,20 EUR) darf dabei nicht fehlen: hell, leicht und trotzdem süffig trocken.

Bei den Rotweinen erfreut der Cabernet Franc (2012, Cabernet Sauvignon trocken, 8,60 EUR) mit einer duftigen Trockenheit, wird dabei aber nicht schwer. Eines der Aushängeschilder der Singers ist ihr Merlot trocken (2011, 10,50 EUR). Dabei kann man getrost all die holzlastigen Importe aus Übersee im eignen Weinkeller liegen lassen. Dieser Merlot ist angenehm fruchtig. Auf der Zunge öffnet er bereits nach wenigen Sekunden sein typisches Aroma.

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