Der Fraßdruck nimmt stetig zu

Neue Gesetze, der Signalkrebs und der Kormoran sind Themen, die die Fischhege Rot-Kocher nicht zur Ruhe kommen lassen. Ein Hegeplan soll die Arbeit erleichtern.

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Gemeinsam sind wir stark“ – dies war ein Grund, weshalb sich 2013 die Fischereivereine der Region zur Fischhege Rot-Kocher zusammengeschlossen haben. Mittlerweile gehören ihr 15 Vereine, fünf private Fischereiberechtigte und  sechs Kommunen mit zusammen zirka 1700 Fischern an, wie Hans-Jörg Holspach, der Vorsitzende, bei der Mitgliederversammlung in der Fichtenberger Krone berichten konnte.

Seit der Mitgliederversammlung 2016 sind die Gemeinden Rosengarten und Michelfeld, der Sportfischerverein Abtsgmünd, der Fischerverein Braunsbach und eine private Pächtergemeinschaft dazugekommen. Und, so der Vorsitzende, es laufen weitere Gespräche mit Vereinen und Kommunen

Gastredner war Dominik Geray, Fischereisachverständiger des Referats 33 des Regierungspräsidiums Stuttgart (Fischereibehörde). Er nannte unter anderem die Rahmenbedingungen für einen guten Zustand  der „Fischlebensgemeinschaft“. Dazu gehört die ökologische Durchgängigkeit der Gewässer sowie die Vernetzung mit den Altarmen.

Geray kam auch auf den geschützten Steinkrebs und die Gefahr der Verdrängung durch den Signalkrebs  zu sprechen, vor allem im Bereich der oberen Rot ein Dauerthema. Der Experte stellte verschiedene Modelle von Krebssperren vor, die den Vormarsch des Signalkrebses stoppen sollen. Bedroht werden die Fischbestände auch durch die Schwarzmeergrundel, die sich immer stärker ausbreitet.

Plan soll 2018 vorliegen

Holspach verwies daher auch auf den dringend benötigten Hegelplan. Dieser ist etwa für die Beantragung von Projekten und Fördermitteln unumgänglich. Die Planung hat bereits 2016 begonnen, bis 2018 soll der Hegeplan nun fertiggestellt sein. Die Hauptversammlung billigte einstimmig die bisherige Vorgehensweise und stimmte auch dem zeitlichen Ablauf zu. Der Vorstand wurde zudem ermächtigt, die fachliche Begleitung und den Druck des fertigen Hegeplans zu vergeben. Die angesetzten Kosten von fast 10 000 Euro werden durch Zuschüsse und Fischereiabgaben hereingeholt.

Holspach informierte auch über die eingegangenen Spenden, die ausschließlich zweckgebunden verwendet werden müssen. Er dankte vor allem der  VR-Bank und der Sparkasse Schwäbisch Hall-Crailsheim sowie der Sparkasse Ostalb, deren Zuwendungen für die beiden Ostalb-Vereine aus Abtsgmünd und Ellwangen vorgesehen sind.

Ein Dauerbrenner ist auch der kostenintensive Besatz der Gewässer mit Fischen. Eng verbunden mit diesem Thema ist die Kormoranproblematik. Die Zahl der Kormorane nimmt ständig zu, Baden-Württemberg liegt laut Statistik an der Spitze. Günter M. Mayr, Oberrots Altbürgermeister, kämpft seit Jahren für die Einführung der bayerischen Richtlinien. Dort darf der Kormoran vergrämt werden.

Da seine Bemühungen auf Landesebene nur wenig fruchten,  hat sich Mayr an die EU gewandt. Sie hat den Kormoran aus der Liste der schützenswerten Vögel gestrichen, allerdings nicht in die Liste der zum Abschuss erlaubten Vögel aufgenommen. So bleibt es in Baden-Württemberg im Prinzip beim Status quo. Nach Ansicht der Fischer besteht deshalb weiterhin Handlungsbedarf bei der nachhaltigen Verminderung des Fraßdruckes auf die Gewässer durch den Kormoran. Ziel bleibt es, den Kormoran in das Jagdrecht zu überführen.

Das Projekt Durchgängigkeit der Gewässer in der Region ist auch 2017 vorangetrieben worden. Noch gibt es einige bekannte Stellen  im Bereich der Rot, an denen es an Durchgängigkeit noch fehlt. Holspach appellierte an die betroffenen Vereine, die Problematik anzugehen.

Mit der Zuwahl der Vertreter der FV Braunsbach und Abts­gmünd in den Ausschuss und einem Ausblick endete nach fast vier Stunden der offizielle Teil der Mitgliederversammlung. Viele Mitglieder nutzen aber noch die Möglichkeit zum Gespräch mit den Experten Dominik Geray und dem Bezirksreferenten für Gewässer Nordwürttemberg, Achim Megerle aus Forchtenberg.

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