Den Kreis in die Pflicht nehmen

Die Bürgerinitiative "Krankenhaus Gaildorf" hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Es geht um nicht mehr und nicht weniger als um den Erhalt der kleinen Klinik im Zentrum des Limpurger Landes.

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Viel konstruktive Kritik wurde während der ersten offiziellen Versammlung der Bürgerinitiative "Krankenhaus Gaildorf" am Dienstagabend geübt. Erklärtes Ziel: Die Klinik muss bleiben. Foto: Oßwald

Mit Argusaugen verfolgt die am Dienstagabend aus der Taufe gehobene Bürgerinitiative (BI) "Krankenhaus Gaildorf" das, was die Haller Kreisverwaltung unternimmt, um die künftige Nutzung des hiesigen Klinikgebäudes zu organisieren - zumindest das, was für die Ohren der Öffentlichkeit bestimmt ist. Denn Verhandlungen über den Verkauf von Immobilien müssen zwingend nicht öffentlich geführt werden.

Für die BI ist dieses Prozedere höchst unbefriedigend - zumal auch Bürgermeister Bartenbach, sollte er in Details der Gespräche eingeweiht sein, nichts sagen darf. Bartenbach versicherte jedoch im Rahmen der von Karl-Dieter Diemer moderierten Gründungsversammlung (über die wir ausführlich berichtet haben), er wolle bei Kreiskämmerer Werner Schmidt, seines Zeichens auch Geschäftsführer des Landkreisklinikums in Crailsheim, erneut nachhaken.

Dr. Heinz Eisenmann zeigte sich damit nicht zufrieden und kritisierte die seit Jahren anhaltende "Vertraulichkeit" in Sachen Krankenhaus. Auch brachte er zum Ausdruck, dass er der Kreisverwaltung nicht traue. Seine klare Ansage: "Wenn sich hier etwas entwickelt, muss es das Volk schnell wissen!" Angesichts der "Beschwichtigungen der Kreisverwaltung" müsse man in Gaildorf "hellwach" sein. Ebenfalls sehr skeptisch ist Erhard Ostermann: "Was machen wir denn, wenn der Kreis das Krankenhaus hintenrum verkauft?"

Bürgermeister Bartenbach erinnerte in diesem Zusammenhang an eine Zusage des Landkreises: Wenn ein neuer Träger "in unserem Sinn" - also mit der Bereitschaft, das Krankenhaus weiterzuführen - auftrete, werde der Preis des Gebäudes keine Rolle spielen. Landrat Gerhard Bauer habe darüber hinaus versichert, vor einer Entscheidung die Stadt mit ins Boot zu holen. In dieser Aussage sieht Bartenbach zwar keine rechtliche Verpflichtung - "das Haus gehört dem Kreis" -, aber doch eine moralische.

Auch Johanna Schandor passen Gespräche hinter verschlossenen Türen nicht ins Konzept: "Das nimmt mir die Motivation. Hier engagiert sich die Bürgerinitiative, dort geht der Kreis in eine Richtung, die uns vielleicht nicht gefällt", gab sie zu bedenken. Die Sprecher der BI wollen nun deshalb mit dem Landrat Kontakt aufnehmen, um "Parallelbemühungen" zu vermeiden, schlug Karl-Dieter Diemer vor.

Wichtiger ist es aber in den Augen von Dr. Ulrich Bauer, den Landkreis dazu zu bewegen, das Krankenhaus weiter in seiner Verantwortung zu betreiben. In der Debatte dürfe man allerdings nicht vergessen: Der Kreis sei nur verpflichtet, eine stationäre Krankenhausversorgung vorzuhalten und damit auch eine bestimmte Anzahl von Klinikbetten bereitzustellen. Nicht verpflichtet sei er, eine Grundversorgung an einem bestimmten Ort anzubieten.

Um die Entschlossenheit der Menschen im Limpurger Land zu unterstreichen, regten er und Karl Eichele eine große Demonstration in Gaildorf an. Eleonore Hofmann-Heer schlug dazu vor, einen möglichst breiten öffentlichen Druck aufzubauen und auch alle Vereine einzubeziehen. "An die Schulen herangehen und Ideen sammeln", empfahl Brigitte Lutz. Gleichzeitig wolle man auch den Beweis erbringen, dass sich Kliniken vom Format des Gaildorfer Hauses "doch tragen können", wie Cornelia Dähmlow betonte.

Dabei ist für Karl Eichele entscheidend: "Wir müssen Zeit gewinnen." Vielleicht gelinge es der BI, "dass während der Bauphase in Hall und Crailsheim Gaildorf belegt wird".

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