Den Bäumen geht’s besser

Der Stadtwald Gaildorf hat in diesem Jahr nur noch einen Bruchteil des geplanten Überschusses abgeworfen. Revierförster Karl-Dieter Diemer erklärt im Gemeinderat die Gründe dieser Entwicklung.

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Die Banderole am Hagersbach im Stadtwald Gaildorf versperrt den Waldweg wegen Baumfällarbeiten. Bis Oktober haben Matthias Moll und Moritz Dützmann im Stadtwald 1000 Festmeter geerntet.  Foto: 

Knapp 30 000 Euro hat der Stadtwald im Vorjahr abgeworfen, mit 65 000 hatten die Forstleute kalkuliert. Dieser herben Enttäuschung folgte die nächste. Mit dem Stadtwald konnten in diesem Jahr bis Oktober 10 000 Euro erwirtschaftet werden. Das findet Gemeinderat Heinrich Reh „nicht erfreulich“. „Jetzt werden wir wieder mit 33 000 Euro gelockt,“ stellt er mit Blick auf den Waldwirtschaftsplan für 2018 fest und schiebt die Frage nach: „Wie können wir das besser in den Griff kriegen?“ Seine Ratskollegen schauen erstaunt.

Keine exakte Kalkulation

„Wir wissen, wie viel Holz wir machen wollen,“ sagt Oberforstrat Manuel Braunger. Dieses Ziel dürfte die einzige 100-prozentig verlässliche Konstante beim Erstellen des Waldwirtschaftsplans sein. Die Natur sei nicht exakt kalkulier- und berechenbar, erklärt Gemeinderat Matthias Rebel. Manuel Braunger weist auf die missliche Lage am Holzmarkt hin, diese sei nicht prognostizierbar. Das Holz kann zu einer Zeit auf den Markt kommen, zu dem es Abschläge geben könnte. Das sei in diesem Jahr der Fall gewesen. „Sie können uns fragen, was wir vorhaben, aber uns nicht festnageln,“ sagt Braunger.

Die beiden Forstleute Moritz Dützmann und Matthias Moll haben im Stadtwald 1000 Festmeter Käferholz geschlagen, sagt Revierförster Karl-Dieter Diemer im Gespräch mit unserer Zeitung. „Das ist eine jährliche Steigerung, letztes Jahr waren es 700 Festmeter, im Jahr zuvor 400.“ Mit 500 rechnet er für 2018. Der Fachmann spricht hier vom zufälligem also ungeplanten, Einschlag. Absterbende starke Tannen und vom Borkenkäfer befallene Fichten stünden dabei im Fokus. Die warmen und trockenen Vorjahre haben der Tanne weiter geschwächt. Den anderen Bäumen im Stadtwald ginge es aber besser, bilanziert Braunger. Doch der Borkenkäfer frisst sich weiter durch die Rinde.

375 Hektar Stadtwald

Auf der Positivseite verzeichnet Revierförster Karl-Dieter Diemer ein  unfallfreies Arbeitsjahr. 375 Hektar Stadtwald betreuen Dützmann und Moll. Die beiden benötigen sehr gute Ortskenntnisse, denn der Stadtwald sei sehr zerstreut.  Sie pflegen auch die acht Hektar Jungbestand, die ausgesamten Bäumchen, von denen der Großteil so entfernt werden muss, dass diese stabil wachsen können. Das Ziel des Forstmannes ist es nicht der maximale Ertrag, sondern der gesunde Wald, sagt Diemer. Im Stadtwald stehen 50, 60 Prozent Nadelholz, der Rest Laubwald. Die Pflege des Jungebstands sei die Schwerpunktaufgabe im nächsten jahr, „um die Struktur der waldbetsände für kommende Generationen zu stuern und zu sichern“.

Matthias Rebel, Bernhard Geißler und deren Ratskollegin Margarete John danken Diemer sowie Moll und Dützmann für ihre „gute Arbeit“. Das Gremium applaudiert. John regt an, wieder eine Waldexkursion für den Gemeinderat anzubieten.

Der Plan fürs nächste Jahr

2300 Festmeter sollen 2018 im Stadtwald geerntet werden und schwerpunktmäßig in den Distrikten Kirchberg – er liegt in Gaildorf am Hagersbach – und Münster. 500 Festmeter sind in der zufälligen Nutzung eingerechnet. „Hieraus ergibt sich in Konsequenz ein kalkulierter Durchschnittserlös über alle Sortimente von 70 Euro je Festmeter, heißt es Nutzungs- und Kulturplan 2018. Der Revierförster kalkuliert mit 167 000 Euro Einnahmen, 134 000 Euro Ausgaben und 33 000 Euro Überschuss.

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