Borstige Weizensorte gegen borstige Störenfriede

Der Gaildorfer Jagdbeirat hat sich im Rathaus und bei einem Vor-Ort-Termin mit aktuellen Themen befasst – darunter die Problematik von Wildschäden auf den Feldern.

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Auf das Korn gefühlt: Vor-Ort-Termin am Feld der Familie Ellinger (von links): Willy Ellinger, Wilfried Ellinger, David Ellinger und Bürgermeister Frank Zimmermann.  Foto: 

Zur Sitzung des Jagdbeirats sind kürzlich 13 Mitglieder ins Gaildorfer Rathaus gekommen. Bürgermeister Frank Zimmermann erkundigte sich zunächst bei Förster Karl-Dieter Diemer nach dem aktuellen Zustand im Forst. Diemer erläuterte in seinem Forstbericht die positive Entwicklung beim Rückgang von Verbiss-Spuren an den Bäumen. Lediglich in Unterrot gebe es vermehrt Biss­spuren an Tannen. Sorgen macht auch der Borkenkäfer. Die anhaltende Trockenheit begünstigt seine Verbreitung. Diemer hat einige Nester mehr entdeckt als für die Jahreszeit üblich.

Schäden auf den Äckern

Beim Jagdbericht bestätigten alle Mitglieder die Beobachtung, dass es vermehrt Wildschäden im Grünland gebe. Werner Hofmann sieht in Ottendorf zwar keine Rotten von Wildschweinen, doch fallen ihm Schäden auf den Äckern auf. Ähnlich verhält es sich in Unterrot. Besonders ungünstig ist das für die Heu- und Siloproduktion, wie Willi Ellinger erläutert – die Hinterlassenschaften des Wildes sind wegen des höheren Feuchtigkeitsgehalts eine der Hauptursachen für Schimmelbildung im Silo. Dieser Schimmel setzt wiederum Toxine frei, die giftig für Tier und Mensch sind.

Ein weiteres Problem gebe es bei der Bejagung von Wild: Das Schwarzwild kommt in der Dämmerung und in der Nacht zum Vorschein – genau zu der Zeit, wenn nicht geschossen werden dürfe. Als Lösung schlug Ellinger vermehrte Drückjagden vor.

Abschließend fuhr der Jagdbeirat zu einer Ortsbesichtigung nach Reippersberg, wo die Teilnehmer über Maßnahmen zur Abwehr Wildschäden sprachen. Familie Ellinger lud auf ihren Landwirtschaftsbetrieb in Reippersberg ein. Die Familie hat die Erfahrung gemacht, dass die Wildschäden in den Feldern zurückgehen, berichtete Willi Ellingers Sohn Wilfried dem Gremium – und zwar dort, wo eine spezielle Weizensorte angebaut wird, bei der die Grannen (die Fortsätze vom Korn, die nach oben stehen) länger und rauer sind. Die Teilnehmer diskutierten, ob es da einen Zusammenhang gebe. Die Grannen fühlen sich an, als hätten sie kleine Widerhaken. Möglicherweise machen sie den Verzehr für Schwarzwild unkomfortabel.

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