Bienenkino: „Schlaraffenland auf Zeit“

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  • Im Bienenschutz selbst aktiv zu werden, ist der Appell von Karl-Heinz Johe (NABU) (links) und Kurt Schukraft (Bezirksimkerverband). 1/2
    Im Bienenschutz selbst aktiv zu werden, ist der Appell von Karl-Heinz Johe (NABU) (links) und Kurt Schukraft (Bezirksimkerverband). Foto: 
  • Julian Durchdenwald, Imker aus Spöck, zeigt Besuchern im „Bienenkino“ seinen Honig. 2/2
    Julian Durchdenwald, Imker aus Spöck, zeigt Besuchern im „Bienenkino“ seinen Honig. Foto: 
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Nach einem ersten „Bienenkino“ in Schwäbisch Hall haben der Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald, die Bezirksimkerverein Gaildorf und die NABU-Ortgruppe Gaildorf-Limpurger Land in den „Sonnen­licht­-
spielen“ die Vorstellungsreihe am Donnerstag fortgesetzt.

In beinahe romantisch verklärten Bildern zeigte die Dokumentation „Schlaraffenland auf Zeit“ den Jahresrhythmus im Leben eines Bienenvolkes. Den beschaulichen Kurzfilm hatte ein Imker aus dem Remstal gedreht und die jahreszeitlichen Herausforderungen der Tiere und Imker in schönen Bildern dargestellt. Die Dokumentation begeisterte und hätte genauso gut als Werbefilm für neue Hobby-Imker eingesetzt werden können, wäre da nicht in der anschließenden Filmdokumentation „More than Honey“ auch die Kehrseite der Imkerei zur Sprache gekommen. Die wenigen Besucher im Gaildorfer Kino – überwiegend erfahrene Besitzer von Bienenvölkern – konnten sich ein Bild von der traditionellen Imkerei bis hin zur industriellen Nutzung mit all ihren Vorteilen für die Honigvermarktung, vor allem in Nordamerika, machen. Eine kritische Betrachtung musste sich dabei die Haltung der Bienen gefallen lassen.

Nicht nur Pestizide und Milbenbefall bereiten den Insekten große Probleme, ganz zu schweigen von den stressigen Transporten zu den jeweils aktuellen Blütentrachen auf dem ganzen Kontinent. Forschungsergebnisse über das soziale Leben in einem Bienenvolk, Kommunikation und Navigation der Insekten und deren resistente Weiterzucht überraschten die Zuschauer. Gestaunt haben sie auch über einen Imker, der im Film zu Wort kam. Er schwört auf die gefürchteten Killerbienen, weil sie einen von Umweltgiften unbelasteten Honig liefern und sich auch als besonders robust gegen Umwelteinflüsse zeigten.

Die zunehmende Begrenzung der Umweltgegebenheiten will auch der Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald mit dem Bienenjahr ins Bewusstsein rücken. Weniger blühende Wiesen, eine extensive landwirtschaftliche Nutzung der Flächen und sterile Hausgärten, machen auch hierzulande der Nektarsammelleidenschaft der Bienen Probleme. Einmütig war daher der Appell von Lisa-Marie Funke vom Naturpark, Kurt Schukraft vom Bezirksimkerverein Gaildorf und Karl-Heinz Johe von der NABU-Ortsgruppe an die Kinobesucher, selbst im Bienenschutz aktiv zu werden und regional erzeugten Honig zu kaufen.

Martin Bohn vom Kinoverein machte Mut, sich der Imkerei zu widmen. Er selbst ist seit zwei Jahren Besitzer von Bienenvölkern, die ihm seither auch ein entspanntes Freizeitvergnügen bereiten. Daneben will die Broschüre „Das Bienenjahr 2017“ – herausgegeben vom Naturpark  – mit nützlichen Tipps helfen, im Garten oder auf dem Balkon bienenfreundliche Lebensräume zu schaffen. Vor und nach dem Kinoabend konnten verschiedene Honigsorten verkostet werden, die von den Imkern Heinrich Schüle und Julian Durchdenwald im Foyer angeboten wurden, die auch fachkundige Auskünfte gaben.

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