Bergab füllt sich die Batterie

Karl Wahl aus Bröckingen setzt seit Jahren auf alternative Energien. Nun hat er sich auch ein Hybrid-Fahrzeug mit Energiezurückgewinnungssystem zugelegt.

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Karl Wahl hat drei Möglichkeiten, sein Auto mit Strom zu versorgen: mit Strom aus dem Netz, mit Strom aus der eigenen Anlage und mit Nachtstrom. Der gelernte Elektriker hat sich dafür eine eigene Anlage gebaut.  Foto: 

Karl Wahl unterscheidet sich grundlegend von dem amerikanischen Präsidenten Donald J. Trump:  Er denkt auch an die Zukunft des Planeten. Vor allem im Bereich Technik und Umwelt. So kann man bei ihm schon (fast) alles finden, was zum Erhalt der Umwelt beitragen kann. Mit dem Kauf eines Hybridautos vor einem Jahr fügte er seinem Gesamtkonzept einen weiteren Mosaikstein zu.

Schon nach wenigen Sätzen merkt man, Wahl ist kein Schwätzer, der etwas ungefiltert nachplappert. Der Bröckinger macht sich Gedanken, überprüft alles. So ist der Satz „Ich habe es einmal durchgerechnet“ öfter zu hören, vor allem, wenn es um die Ressourcen der Zukunft geht.

Das fängt schon bei der Heizung an. Wahl heizt mit Holz. Gefragt, ob er keine Bedenken wegen des CO2-Ausstoßes habe, kontert er sofort: „Das Holz kommt aus dem eigenen Wald. Die Bäume wandeln viel mehr Kohlendioxid in Sauerstoff um, als ich mit meiner Heizung produzieren kann.“

Bereits im Jahr 1999 hat der gelernte Elektriker auf dem Dach seines Hauses eine thermische Solaranlage installiert, mittlerweile ist eine weitere dazugekommen, 2002 dann auch eine Photovoltaikanlage, auch wenn er anfangs nicht so überzeugt war.

Aber, so Wahls Überzeugung, man dürfe nicht gegen den Fortschritt, sondern müsse mit der Technik leben. Eben nur bewusst. Und das heißt eben auch, weg von der Kohle und weg vom Erdöl, hin zur Sonnenenergie. Wahl hält allerdings nichts von den großen „Solarzellenfeldern“ mitten in der Landschaft. Auf den Wiesen sollte man auch „etwas wachsen lassen“. Den Platz für Solarzellen sieht er eher auf den Dächern.

Ganz energieautark ist Wahl noch nicht. Während er im Sommer seinen überschüssigen Solarstrom ins Netz einspeisen kann, muss er im Winter Strom dazukaufen. Auch deshalb, weil er nicht unbedingt bei jeder Witterung auf seinem Dach herumklettern will, um die Solarzellen von Schnee freizuschaufeln.

Demnächst kommen die Abrechnungen, dann weiß Wahl, wie seine Bilanz für das vergangene Jahr aussah und wie hoch seine möglichen Stromkosten sein werden.

Beim Thema Windkraft hält sich der Bröckinger bedeckt. Er befürwortet sie generell dort, wo es Sinn ergibt. Und hier fehlen ihm für Gaildorf – Stichwort Naturstromspeicher – noch die Erfahrungswerte. Er hofft aber, dass er einmal einen Einblick erhält.

Die Kernenergie lehnt Wahl komplett ab. Die Risiken spielen dabei gar nicht die wichtigste Rolle. Ihn beschäftigt der Gedanke, wie lange es dauert, bis der Atomabfall sich abgebaut hat.

Nie mehr einen „Spritfresser“

Logisch, dass Wahl auch beim Kauf seines neuen Autos seinen Prinzipien gefolgt ist. Als 20-Jähriger, sagt er, habe er sich durchaus für Sportwagen begeistern können, heute würde er nie einen solchen „Spritfresser“ fahren.

Und deshalb wollte er eigentlich einen „Stromer“. Er hat sogar einige getestet. Vor allem der „Tesla“ hat ihm imponiert. Doch der hätte mit ein wenig Komfortausstattung fast 100.000 Euro gekostet – viel Geld für einen Normalsterblichen. Weil Wahl spätestens bis 2016 ein umweltfreundliches Auto wollte, ist er bei einem Golf-Hybriden gelandet. Es war das erste Fahrzeug dieses Typs, das in Gaildorf verkauft wurde.

Das Fahrzeug wiegt zwar rund 300 Kilogramm mehr als ein normaler Golf GTI, ist aber ebenso sportlich und wird gerne als „Ökologischer GTI“ bezeichnet. Beim Kauf hat auch eine Rolle gespielt, dass in Stuttgart der Feinstaubalarm ausgerufen wurde.

Wahl wollte mit einem Elektroauto akkubedingt ursprünglich nur Kurzstrecken fahren. Nun verbindet er Kurz- und Langstrecken. Fährt er zum Beispiel nach Stuttgart, schaltet er an der Stadtgrenze auf Elektroantrieb um: der Akku reicht für fast 50 Kilometer.

Ein weiterer Vorteil besteht im Energierückgewinnungssystem. Wahl erzählt stolz, dass er bei der Abfahrt vom Großglockner bis Zell am See Energie für 13 Kilometer zurückgewinnen konnte. Ansonsten liegt sein Benzinverbrauch bei 2,6 Liter auf 100 Kilometer. Und der Staat hilft zudem beim Sparen, die KFZ-Steuer liegt gerade einmal bei 28 Euro.

Nachts hängt sein Auto dann an der Steckdose. Dann wird aufgetankt – mit Strom aus der eigenen Anlage. Wahl hat eigens einen Zähler eingebaut, sodass er genau weiß, wie viel Strom sein Auto verbraucht.

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Kommentare

27.06.2017 17:24 Uhr

Stichwort Naturstromspeicher: – Erfahrungswerte und Einblicke...

Stichwort Naturstromspeicher: – Erfahrungswerte und Einblick...

http://GRAUSTROMSPEICHER.kochertal.net
http://NATURSTROMSPEICHER.kochertal.net

Karl Wahl und jeder andere kann seinen Einblick und seine Erfahrungen mit unserem 8.Weltwunder 'Naturstromspeicher' machen. Es ist sogar sehr einfach: man beginnt mit dem e-Bürgerportal Gaildorf, RUNDSCHAU Gaildorf, -schaut dann den Bauantrag 2013, und vergleicht das dann mit den Abwegigkeiten und Unterlassungen zu Baurecht, Umweltrecht, Naturschutzrecht, Kraftwerksplanungsrecht, lokaler Planungshoheit und einem Naturstromspeicher. Da braucht keiner warten, das kann jeder im Hier und Jetzt sofort haben.

Wenn man dann noch etwas finden möchte, kann einer die Projektzahlen und Prognosen mit der Realität und Zahlen vergleichbarer Projekte anschauen, -da wird dann auch nichts besser. Falls einer dann noch Informationsbedarf hat, kann er bei der 'Bürgerenergiegenossenschaft NATURSTROMSPEICHER e.G.' nachfragen, die ja lt. RUNDSCHAU und Stadtverwaltung Gaildorf seit 2012 'in trockenen Tüchern' ist.

Falls RUNDSCHAU oder Herr Wahl dann nur ein positives Argument, oder überhaupt etwas zu einem 'gerechten Baurechtsverfahren Naturstromspeicher' gefunden haben, werden sich viele Freunde in Gaildorf zu einer Nachricht (oder einem Bericht dazu), -sehr freuen.

http://GRAUSTROMSPEICHER.kochertal.net
http://NATURSTROMSPEICHER.kochertal.net

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