Beim Milchhäusle hats gefunkt

Heute vor 60 Jahren gaben sich Marianne und Karl Dürrich in der Ottendorfer Martinskirche das Jawort. Sie feiern also das seltene Fest der diamantenen Hochzeit, zudem wurde Karl Dürrich am Montag 84.

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Marianne und Karl Dürrich feiern ihre diamantene Hochzeit. Foto: Buchhofer

Die standesamtliche Trauung von Marianne und Karl Dürrich wurde einen Tag vor der kirchlichen Trauung vollzogen. Beide betrachten den Tag der kirchlichen Trauung als den wichtigeren Hochzeitstag. 1952 war alles ein bisschen bescheidener als heute. Die Hochzeit wurde im elterlichen Haus in Spöck gefeiert, damals noch im ersten Stock, da im Erdgeschoss ein Webraum, ein Keller und ein Stall untergebracht waren.

Wie es in der Landwirtschaft üblich war, wurde zuvor ein Schwein geschlachtet, dass "mer etwas ghabt haben", meinten beide schmunzelnd in der Erinnerung. Überhaupt können sich beide an ihre Lebensgeschichte bestens erinnern, vor allem K.D., wie er respektvoll in späteren Jahren weit über Gaildorf hinaus genannt wurde, kann sich gut auch an Jahreszahlen erinnern. Ihre Liebe zueinander entdeckten die beiden in Ottendorf.

Zwar stammt Ehefrau Marianne vom Stiershof, doch sie war bei der Familie Seifried in Ottendorf in der Landwirtschaft beschäftigt. Beim Milchhäusle, dem Treffpunkt der jungen Mädchen und Burschen, haben sie sich öfters getroffen, und da muss es zwischen den beiden gefunkt haben.

Auf jeden Fall hielt Karl seiner Marianne die Treue, als diese 1948 nach Oberrot bei der Familie Schließmann erneut in der Landwirtschaft angestellt wurde. Karl mühte sich meist zu Fuß oder manchmal auch mit den Rad ins Rottal, und der Rückweg meist schon in der Dunkelheit durch den Wald nach Spöck war beschwerlich.

Vor diesen schönen Lebensjahren wurde auch Karl Dürrich von den Kriegsereignissen nicht verschont. 1945 geriet er als 17-Jähriger in amerikanische Gefangenschaft, wurde per Schiff nach Amerika verfrachtet, doch die Schiffe kehrten angesichts des Kriegsendes wieder um.

K.D. kam 1945 in ein Umschulungslager in Belgien und kehrte nach vier Wochen als "geschulter Demokrat" im Oktober 1945 nach Spöck zurück. Kurz nach ihrer Hochzeit übernahm Karl den elterlichen Hof, der 1862 vom Urgroßvater Jakob Dürrich erworben wurde. Die Arbeit in der Landwirtschaft war beschwerlich, da noch viel mit der Hand geschafft wurde. Bis zum Jahr 1964 freuten sie sich über vier gesunde Kinder: Werner, Karl, Ewald und Andrea. Heute zählen zur Großfamilie noch sechs Enkelkinder und ein Urenkelkind.

Karl Dürrich entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einem Mann, der auf vielen Gebieten seinen Mann stand und zu einer angesehen Persönlichkeit heranreifte. Dank seiner Frau, die viel Verständnis für ihn aufbrachte und ihm den Rücken freihielt, engagierte er sich vor allem in der Feuerwehr. Sei es als Kommandant der Ottendorfer Wehr, als Stadtbrandmeister oder als Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, als Obmann der Altersabteilung oder bei seiner Tätigkeit im Feuerwehrmuseum.

Daneben war er noch Ortsobmann des Bauernverbandes, Vorstandsvorsitzender der Genossenschaftsbank, war im Kirchengemeinderat und Gemeinderat, um nur die wichtigsten Ämter zu nennen. Beruflich war er seit 1970 Gemeindepfleger und Amtsbote in Ottendorf und trat 1970 in den wohlverdienten Ruhestand.

Heute blickt das Jubelpaar mit Dankbarkeit auf ihre 60 Jahre Ehe zurück, verbunden mit dem Wunsch, dass sie noch etliche Jahre zusammen verbringen dürfen. Den 84. Geburtstag von Karl feierten sie mit der Großfamilie, mit Freunden, Bekannten und Weggefährten, das Fest der diamantenen Hochzeit fällt eher bescheiden aus. Nur im Kreise der Familie soll gefeiert werden, nicht wie zur goldenen Hochzeit, als dieser Anlass groß gefeiert wurde.

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