Baustart für Naturstromspeicher

Vier gigantische Windkraftanlagen sollen künftig auf dem Höhenzug über Gaildorf so viel elektrische Energie erzeugen, dass man damit fast die ganze Stadt versorgen könnte. Baubeginn soll morgen sein.

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Nach den archäologischen Untersuchungen in der Rotaue für den im Tal gelegenen Kraftwerksstandort im Juli beginnt nun der Bau der Fundamente für die vier großen Windkraftanlagen auf dem Höhenzug über Gaildorf. Archivfoto: Richard Färber  Foto: 

Im ganzen Land entstehen derzeit neue Windkraftanlagen. Viele Projekte werden kritisch betrachtet und deren Auswirkungen auf Mensch und Umwelt hinterfragt - so auch in Gaildorf (wir berichteten). Im Vergleich mit den anderen Bauvorhaben verfügt das "Naturstromspeicher Gaildorf" genannte Vorhaben über ein Alleinstellungsmerkmal.

Weltweit einzigartig an der Gaildorfer Anlage ist der Versuch, bewährte Technologien zu vereinen, um elektrische Energie über Windkraft zu produzieren und gleichzeitig Strom speichern zu können. Letzteres soll über die Nutzung von Wasserkraft erreicht werden.

In den Sockeln der Windkraftanlagen wird Flüssigkeit gespeichert, die bei Bedarf im Tal durch die Turbinen eines Kraftwerkes strömt. Die Tanks können wieder gefüllt werden. So stehen bis zu 16 Megawatt an elektrischer Leistung zur Verfügung, informiert die Projektgesellschaft MBS Naturstromspeicher GmbH. Für den Wirkungsgrad des im Fachjargon "Stromverlagerung" genannten Verfahrens, geht man von 80 Prozent aus. Über weitere technische Details berichtet das Unternehmen auf seiner Homepage "www.naturstromspeicher.de".

Mit einer E-Mail hat die MBS Naturstromspeicher GmbH gestern informiert, dass das Landratsamt Schwäbisch Hall mit der "offiziellen Teilbaufreigabe" grünes Licht zum Baubeginn für das Projekt gegeben habe. Wie geplant, starte am morgigen Mittwoch der erste Bauabschnitt mit den Aushubarbeiten an den vier Standorten der Windenergieanlagen mit den vermutlich weltweit höchsten Blattspitzen. Danach werde die so genannte Sauberkeitsschicht eingebracht. Darunter versteht man eine Betonschicht, die nach dem Erdaushub eine ebene, saubere Fläche schafft, um die weiteren Arbeiten zu ermöglichen.

Am Mittwoch, 28. Oktober, möchte die Projektgesellschaft im öffentlichen Teil der nächsten Sitzung des Gaildorfer Gemeinderats über den erfolgten Baustart und den vorgesehenen weiteren Bauablauf informieren. Außerdem sei für November eine Informationsveranstaltung geplant, in der sich interessierte Bürger über den Baufortschritt und die anstehenden Gewerke informieren können.

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Kommentare

23.10.2015 17:40 Uhr

"Weltweit einzigartig an der Gaildorfer Anlage"

"Weltweit einzigartig an der Gaildorfer Anlage ist der Versuch, bewährte Technologien zu vereinen, " - so die RUNDSCHAU in ihrer jüngsten PROJEKTPROPAGANDA. Warum bemerkt die RUNDSCHAU-REDAKTION nicht, das das einzig einzigartige an den NATURSTROMSPEICHER-MAX-BÖGL-PLANUNGEN die massiven NACHTEILE für NATUR und GAILDORF sind - und diese liegen auf der Hand!? Das diese NACHTEILE mit betrügerischen Methoden, in vielen ASPEKTEN gegen Gaildorfer Interessen, gegen geltende EU-Standards, und geltendes deutsches Recht, weit unterhalb einer akzeptablen Informationsgrundlage, durchgedrückt und mit betrügerischen Abläufen und zweifelhaften Methoden vorbereitet werden?

Oder bemerkt die RUNDSCHAU-REDAKTION diese Abweichungen sehr wohl - sieht sich .... oder kann sich aber nicht auf der Seite ihrer Bürger und der geltenden Standards sehen ? RUNDSCHAU-REDAKTION bzgl. NATURSTROMSPEICHER-MAX-BÖGL ähnlich "linientreu", "gleichgeschaltet" und "ruhiggestellt", wie man es vor 1989 der DDR-Presse zum Dauer-Vorwurf machen konnte?

Diese DESINFORMATION, durchgedrückt mit Unterstützung der Gaildorfer RUNDSCHAU-REDAKTION, nur das, ist das "weltweit einzigartig an der Gaildorfer Anlage NATURSTROMSPEICHER-MAX-BÖGL" (Gegenfrage:"Gab es zu NATURSTROMSPEICHER-MAX-BÖGL seit 2011 irgend etwas, das RUNDSCHAU nicht zuerst gewusst hat?"). Technisch, wirtschaftlich, energetisch, innovatorisch ist da jedenfalls nichts und wird da allen vorliegenden Informationen nach auch nie etwas sein. Wie schon gesagt außer Betrug, Täuschung, falsche Behauptungen und DESINFORMATION, ist bei NATURSTROMSPEICHER-MAX-BÖGL bisher nichts "einzigartig".

Einzigartig ist vielleicht noch die Passivität und das fehlende Selbstvertrauen bzgl. Landschaft, Natur und Heimat in Gaildorf ... Was musste man eigentlich anstellen, bis man die Bürger und Gaildorf so weit unten hatte. Soweit unten, das Ulm und Sengenthal in Gaildorf gegen Gaildorfer Interessen und gegen Gesetze planen und wollen können ... ?

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22.10.2015 10:13 Uhr

"NATURSTROMSPEICHER - MAX BÖGL" erhält ein REDERECHT im GR GAILDORF, - warum?

seit letzte Woche steht ein Schild "NATURSTROMSPEICHER - MAX BÖGL" an der Krämersreute/ Gaildorf.

Wenn die Schose (Chose) nicht so schäbig wäre, und unsere bürgerferne STADTVERWALTUNG wenigstens die Zeit seit 2013 genutzt hätte, und NACHBESSERUNGEN dort in den PLANUNGEN angefordert hätte- wo selbst Laien die Fehlplanungen, Unterlassungen und Abweichungen mit dem "Stock aufzeigen" können. Doch, nichts passiert - die FRAKTIONEN schweigen. Eher sieht es so aus, als ob unsere STADTVERWALTUNG gewählt und bezahlt wird, um nichts zu tun. Das sind keine normalen NATURSTROMSPEICHER-Verhältnisse hier in Gaildorf, das stinkt gewaltig. In der nächsten Versammlung des Stadtrat Gaildorf soll das Projekt ein REDERECHT bekommen. - Bürgerfragen, an die STADTVERWALTUNG gerichtet, werden bürgerfern und betrügerisch ... also der regional üblichen Weise abgewiegelt, ignoriert oder ausgesessen. [NATURSTROMSPEICHER hat Potential, diese Affäre liefert von Monat zu Monat bessere Geschichten ... nur leider nicht den NATURSTROMSPEICHER ]

Wäre man als Bürger nun nur ein wenig misstrauisch, man könnte annehmen, STADTVERWALTUNG GAILDORF und NATURSTROMSPEICHER - MAX BÖGL wollen die BÜRGER in GAILDORF, die ökologischen Rahmenplanungen und die Zusagen an GAILDORF dazu nun abschütteln, - gerade so wie man es mit den Genossen der freundlichen BÜRGERENERGIEGENOSSENSCHFT NATURSTROMSPEICHER e.G im Frühjahr 2015 erst gemacht hat. Doch wer möchte so etwas denken ..., dann würde unsere STADTVERWALTUNG in GAILDORF ja zu gar nichts taugen, außer die eigenen Bürger aufs Kreuz zu legen?

Was muss einer dieser bürgerfernen STADTVERWALTUNG geben, um in dieser perfiden und bürgerfernen Situation dieses abwegige REDERECHT zu erhalten? Was muss einer geben, damit eine STADTVERWALTUNG und ein LANDRATSAMT zu "NATURSTROMSPEICHER - MAX BÖGL" wegschauen?

Zuerst: "Wir erben die Welt nicht von unseren Eltern, sondern wir leihen sie von unseren Kindern" - und dann nicht mehr daran denken, was man alles versprochen und zugesagt hat, das können auch nicht viele. Bei dieser Betrachtung ist es egal, wie der Bürgermeister heute heißt - er sitzt im Boot. Doch vermutlich leider nicht auf der Seite seiner Bürger und seiner Wähler, denn die müssen schweigen und deren Fragen werden abgebügelt .... abgebögelt könnte das demnächst in Gaildorf heißen.

Weitere Fragen & Details: http://graustromspeicher.kochertal.net

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20.10.2015 11:08 Uhr

Interressantes Projekt, aber vermutlich ein großer Verlustbringer

Inzwischen ist die EEG-Förderung gegenüber den letzten Jahren für Windenergianlagen deutlich reduziert worden.
Weiterhin soll das Gesamtprojekt inzwischen rund 70 Millionen Euro kosten (der Projektierer Herr Schechner erwähnte neulich, dass die zugesagte Förderung von gut 7 Millionen Euro etwa 10 Prozent der Gesamtkosten entspricht).Früher war von Kosten im Bereich 40-50 Millionen ausgegangen worden.
In ganz Deutschland sind die Planungen für neue Pumpspeicher gestoppt worden, weil es für diese Projekte keinerlei wirtschaftliche Perspektive gibt (-> sichere Verlustbringer).
Im Vergleich mit allen anderern geplanten Pumpspeichern in Deutschland sind die Kosten in Gaildorf bezogen auf gleiche Leistung und Speicherkapazität mit weitem Abstand die höchsten.
Unter diesen Gesichtspunkten spricht sehr vieles dafür, dass dieses technisch interessante und inovative Projekt insgesamt in sehr großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten ist und vermutlich stattliche Verluste generieren wird.
Das ist natürlich vor allem ein Problem für die Investoren.
Aber jeder Privatmann und vor allem jede Kommune (da geht es um die Steuergelder und das Eigentum der Bürgerinnen und Bürger) sollte sich einen Einstieg in dieses wirtschaftliche Hochrisiko-Projekt mehr als einmal genau überlegen.
Vielleicht ist die Zeit für ein solch spannendes Projekt bei den jetzigen gegebenen Umständen einfach noch nicht reif?
Auch wird die rasante Entwicklung von Großbatterie-Speichern vermutlich in 5-10 Jahren zu einer massiven Konkurrenz zu Pumpspeichern führen.
Vielleicht ist die Zeit für Pumpspeicher dann ganz abgelaufen.

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20.10.2015 10:02 Uhr

Wunsch und Wirklichkeit

"dass man damit fast die ganze Stadt versorgen könnte." Genau, die Betonung liegt aber auf könnte. In Wahrheit können sie es nicht. Auch nicht im Zusammenspiel mit dem Planschbecken im Tal.

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