Bauherren seit Monaten vertröstet

Grundbucheinträge erledigt jetzt eine Abteilung am Amtsgericht Heilbronn. Doch diese ist überlastet. Die Stadt Gaildorf kann Bauplätze nicht an potenzielle Bauherren verkaufen.

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Das Baugebiet Billmerweg in Eutendorf ist erschlossen. Allerdings kann die Stadt die fünf Bauplätze nicht verkaufen, weil sie noch nicht als Besitzerin ins Grundbuch eingetragen ist. Bauherren müssen sich weiter gedulden.  Foto: 

Er würde gerne die Finanzierung bei der Bank klarmachen, erklärt der junge Mann in der Fragestunde der Sitzung des Ortschaftsrats Eutendorf. Er möchte im Baugebiet Billmerweg in Eutendorf bauen und würde gerne in die Planungsphase eintreten, zumal die Familie Nachwuchs erwarte. Ortsvorsteher Jürgen Jäckel signalisiert Verständnis und nickt. „Seit Juli werden wir vertröstet, und wenn man nachfragt, heißt es, das hängt am Grundbuchamt“, beschwert sich der Mann.

Zwei freie Bauplätze

Grundbuch-Angelegenheiten sind jetzt in Heilbronn gebündelt, und „die sind überlastet. Da läuft gar nichts und wenn man nachfragt, heißt es, man muss warten“, sagt Jäckel. Das von der Stadt gekaufte Areal sei noch nicht umgeschrieben, weshalb sie die Grundstücke noch nicht weiterveräußern kann. Von den fünf Bauplätzen im Baugebiet Billmerweg wird einer verkauft, zwei sind reserviert und zwei sind noch zu haben.

„Woanders bekommt man das Okay vom Bürgermeister und man kann anfangen zu bauen“, sagt der Bauherr.  In der Sitzung erhielt er vom Ortschaftsrat grünes Licht für sein Vorhaben, über das der Technische Ausschuss des Gemeinderats heute Abend befindet, ehe das Landratsamt sein endgültiges Okay gibt.

Ein zweiter Bürger meldet sich mit dem gleichen Anliegen. Er habe zwar keinen Bauplatz im Baugebiet Billmerweg reserviert, wurde aber auf November vertröstet, jetzt sei Dezember und er wisse noch immer nicht, ob er das gewünschte Grundstück bekomme. Jäckel sichert ihm eine baldige Antwort zu.  Die Problematik sei der Verwaltung bekannt. Andrea Ingrisch vom Liegenschaftsamt habe wiederholt Heilbronn kontaktiert, berichtet Jäckel.

Das Gremium gab sein Einvernehmen zu zwei Bausachen: für ein Einfamilienhaus mit Doppelgarage im Billmerweg und ein Einfamilienhaus mit Garage in der Hindenburgstraße in Eutendorf. Ortschaftsrat Werner Ellinger befürwortet die Bebauung in der Hindenburgstraße, Bürgermeister Zimmermann spricht von einer „klassischen Innenverdichtung“.  Ebenfalls mitten in Großaltdorf, und zwar in der Wilhelm-Bott-Straße, möchte ein Bauherr ein Wohnhaus mit Garage errichten. Der Technische Ausschuss hat das Baugesuch im Februar behandelt. Jäckel informierte darüber, dass die Kreisverwaltung den Antrag jetzt positiv beschieden hat.

Roter Punkt für Kindergarten

Die Stadtverwaltung hat den Baubescheid für die Erweiterung des Kindergartens Eutendorf bekommen. Sie rechnet im März mit dem Förderbescheid, anschließend sollen die Gewerke ausgeschrieben werden. Architektin Margit Munz habe alles vorbereitet, sagt Jürgen Jäckel. Die Konfirmationen könnten wohl noch im Gemeindehaus gefeiert werden, danach werden es die Kindergartenkinder für die Dauer der Bauarbeiten in Beschlag nehmen.

Ortschaftsrätin Christel Alber-Hofmann fragt die Verwaltung nach ihrer Kindergartenplanung für Großaltdorf, zumal der Stadtteil weiter wachsen wird, weil junge Familien im Wörlebach bauen werden. Dabei ist, wie Fachberaterin Johanna Magg letzte Woche im Gemeinderat informierte, die städtische Betreuungseinrichtung bereits jetzt zu 109 Prozent belegt. Die Stadt prüfe zurzeit, ob im Hofweg ein Gebäude dafür infrage kommt, erklärt Bürgermeister Frank Zimmermann.

Eine andere Option sei der Standort am Spielplatz. Zimmermann erwähnt die Möglichkeit, ein Wohnhaus vorübergehend als Kindergarten zu nutzen. Er würde als Filialbetrieb geführt und wäre am Kindergarten im Hofweg angedockt. „Wir sind an dem Thema dran“, versichert ihr Zimmermann. Christel Alber-Hofmann atmet auf: „Dann bin ich beruhigt.“

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