Aus dem Leben einer Weinkönigin

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Viele werden sie noch aus ihrer Amtszeit als Hohenloher Weinkönigin kennen - allerdings unter ihrem Mädchennamen Dorsch. Jasmin Messer lächelt: "Es war 2010/2011 eine schöne Zeit." Sie leitete am Samstag vor einer Woche eine Weinprobe der Weinkellerei Hohenlohe in der Pfedelbacher Kelter. Und man spürt, dass sie trotz der 160 Besucher nicht nervös ist.

Dafür denkt sie an ihr Staatsexamen in Deutsch und Französisch, das sie vier Tage später ablegen muss. "Seit dem Kindergarten ist Lehrer mein Traumberuf", sagt die Weinexpertin. "Ich bin gerne mit Menschen zusammen und möchte unbedingt Gymnasiallehrer werden."

Auf dem Weg dorthin hat sie von ihrem Jahr als Weinkönigin profitiert. 2010 gab es zwei Bewerberinnen für dieses reine Ehrenamt. Die Prüfung bestand aus drei Teilen. Der fachwissenschaftliche Teil wurde von einem Gremium abgefragt. Dabei ging es vor allem um Weinwissen. "Das kann man sich anlernen", sagt Messer.

In früheren Jahren war es Voraussetzung für die Kandidatur, dass die Familie selbst Weinberge bewirtschaftet. Das hat sich geändert. "Man kann kandidieren, sobald mal Lust dazu hat", berichtet Messer. "Man vertritt die Region, die Winzer und den Wein."

Den Prüfungsteil Weinanbau und Weinausbau hat sie bestanden. Unter anderem ging es um die Frage: Was ist eine Spätlese? Nach der mündlichen Befragung schloss sich eine Phase mit Allgemeinwissen an. Sie wurde unter anderem danach gefragt, welchen Platz die deutsche Bewerberin Lena beim Eurovision Song Contest belegt hat. Dann sollte sie das Lied singen. "Man soll aus sich rauskommen. Ich habe es angestimmt", erzählt Jasmin Messer. Sie sollte auch erklären, welche Bundesländer an Baden-Württemberg angrenzen. "Als Weinhoheit hat man oft mit höheren politischen Persönlichkeiten zu tun. Deshalb sollte man informiert sein."

Der dritte Teil fand öffentlich in der Kelter in Criesbach statt. Die zwei Kandidatinnen wurden auf der Bühne vor Publikum befragt. Messer stellte beispielsweise ihren Lieblingswein vor.

Jasmin Messer stammt aus einer Wengerterfamilie, die Großmutter besaß Weinberge. Sie hatte den Wunsch, dass eine ihrer Enkelinnen Weinkönigin wird. Als Jasmin an einem Sonntag im September geboren wurde, fand im Heimatort ihrer Oma in Michelbach/Wald gerade ein Weinfest statt. Die Großmutter machte sich auf ins Krankenhaus und sagte spontan: "Das Madle wird mal eine Weinkönigin." In späteren Jahren sah die Heranwachsende darin die Chance, ihre Heimatverbundenheit zu zeigen. Gleichzeitig war sie eigennützig: "Vor einer Schulklasse muss ich auch einmal reden können."

Jasmin Messer erinnert sich spontan an schöne Erlebnisse während ihrer Amtszeit: Sie ist im Privatjet mit einer Delegation nach Berlin geflogen. Dort wurde im KaDeWe gefrühstückt. Bundespräsident Christian Wulff erhielt von ihr im Schloss Bellevue ein Weinpräsent. "Ich habe jedes Weinfest genossen, die Herzlichkeit der Menschen kam rüber." Außerdem gab es viele Besuche auf Messen in München, Hannover und Berlin. Sie sprach über die Region und schaffte als Weinkönigin die Verbindung mit der Tourismus-Gemeinschaft. Da die meisten Termine am Wochenende anstanden, konnte die Studentin problemlos aus Stuttgart anreisen. Trotz der vielen Termine habe sie ein Privatleben gehabt. Messer sagt mit einem Augenzwinkern: "Notfalls springt die Prinzessin ein. Oder wir waren auf den Festen eh zu zweit." Mit ihrer Prinzessin Katrin Sailer versteht sie sich bis heute gut.

Nach einem Jahr war die Amtszeit vorbei. Messer dachte daran zu verlängern. Sie hätte als württembergische Weinkönigin kandidieren können. Doch das Studium war ihr wichtiger.

Noch heute mag sie gerne Weißwein, speziell Kerner. Aber ihr Weingeschmack hat sich etwas verändert. Momentan steht sie auf trockene Rotweine wie Lemberger und Dornfelder aus dem Holzfass.

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