"Nine Below Zero" zeigen Klasse
Gaildorf. Grandiosen Bluesrock präsentierten "Nine Below Zero" am Samstag in Gaildorf. Die Veteranen von der Insel spielten im ausverkauften Häberlen.
Außerhalb der Kulturkneipe Häberlen zeigte das Thermometer knapp unter Null Grad an - drinnen auf der Bühne heizte die dienstälteste britische Bluesrockband "Nine Below Zero" (neun Grad unter Null) den 130 Besuchern mächtig ein. Schon die 80 Vorbestellungen ließen erahnen, dass es für die meisten Gäste nur zu einem Stehplatz reichen würde, was der Stimmung jedoch nicht schadete.
Sehr bald hatten die vier Profis die Zuhörer mit ihrer Bluesrockmischung aus überwiegend eigenen Liedern und Bluesklassikern begeistert. Herausragend etwa T. Bone Walkers "Stormy Monday" in einer "sehr eigenen Version", wie Musikkenner Reinhold "Champ" Traub anerkennend feststellte.
Dabei stach das Mundharmonikaspiel von Marc Feltham hervor, der 1977 mit seinem englischen Landsmann und Gitarristen Dennis Greaves "Nine Below Zero" nach einem Titel von Sonny Boy Williamson gründete. Mit Greaves bestreitet Feltham auch den Gesangsteil, die beiden Iren, der Bassist Gerry McAvoy und Brendan ONeill am Schlagzeug vervollständigen das Quartett.
Etwa 120 Konzerte pro Jahr führen die Band, die 1982 aufgelöst und 1991 wieder vereinigt wurde, durch ganz Europa und USA. Im Häberlen spielten sie zum Abschluss ihrer gegenwärtigen Tournee durch Österreich und die Schweiz, später wird es durch Skandinavien gehen. 14 CD haben "Nine Below Zero" produziert, begonnen bei ihrer ersten Live-CD, die im legendären Londoner Marquee-Club aufgenommen wurde, bis zu ihrem neuesten Werk "Its never too late" mit ausschließlich eigenen Stücken. Von dieser CD stellten sie am Samstagabend einige Stücke vor, die vor allem durch den Einsatz von Schlagzeug und die Gitarre sehr rockig wirkten, die melodischen Akzente setzte Felthams Mundharmonikaspiel. Gerry Mc Avoys Bassbegleitung kann man nur als perfekt bezeichnen, gelegentlich bewies er auch in Soli seine Klasse. Und immer wieder beeindruckte auch die Harmonie zwischen den Musikern.
Außergewöhnlich war die A-capella-Einlage "Nathan John" mit Mundharmonikabegleitung, begeistert aufgenommen wurde der Canned Heat-Klassiker "On the road again". Und so viel war danach klar: Ohne Zugaben kommen "Nine Below Zero" nicht davon. Vier Mal mussten sie ran, glänzten beim Soultitel "Little by little" und zeigten Witz bei einigen Stücken der Beatles und der Rolling Stones, die sie nur anspielten.
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Autor: RAINER HASENMAIER | 26.01.2010
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