Eiermann ist "Hotelier des Jahres"

Zweiflingen.  Lothar Eiermann wird für sein Lebenswerk als "Hotelier des Jahres" ausgezeichnet. Der Titel wird heute Abend in Berlin vergeben.

Eigentlich ist alles noch streng geheim. Vor 18 Uhr am heutigen Abend darf niemand wissen, was sich im Berliner Hotel Intercontinental abspielt. Aber in der Zunft der weißen Hauben hat sich bereits herumgeschwiegen, dass Lothar Eiermann (64) eine der begehrtesten Auszeichungen seines Berufsstandes erhalten wird: "Hotelier des Jahres". Damit wird das Lebenswerk des früheren Chefs des Wald- und Schlosshotels Friedrichsruhe gewürdigt. Als Laudator vor 1100 Gästen wird der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger erwartet.

Die Auszeichung vergeben die "Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung" (AHGZ) und der Deutsche Fachverlag (Frankfurt) zum 21. Mal. Die Entscheidung über die Preisträger fällt eine zwölfköpfige Jury aus der Branche. Kriterien sind der Wille zur Kontinuität, Mut zum Risiko, Innovationsfreude und nachhaltiger wirtschaftlicher Erfolg. Wer in den Genuss des nicht dotierten Preises kommen möchte, muss eine Leistung vorweisen können, die "bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung der Hotellerie" hat.

Nach Ansicht der Juroren sind "Ehrgeiz und Lebensfreude" die Basis für Eiermanns Erfolg in seinen 35 Friedrichsruher Jahren, wo er Küchen- und Hoteldirektor war. "Wie kein anderer hat er die Entwicklung der Haute Cuisine in Deutschland über viele Jahre mitgeprägt und junge Sterneköche ausgebildet", heißt es in der Begründung des "Special Awards".

Der aus Südbaden stammende Eiermann kam mit seiner Frau Carla als 28-Jähriger nach Hohenlohe, wo 1965 ein früheres Jagdschloss in ein fürstliches Hotel umgewandelt worden war. Unter der Führung Eiermanns wurde daraus eines der renommiertesten Luxus-Landhotels Deutschlands. Als Koch wurde er bald mit einem Michelin-Stern geadelt, 15 Jahre lang konnte er sich mit zwei Sternen schmücken. Zum 1. Januar 2009 wurde Eiermann vom neuen Hotelbesitzer, der Würth-Gruppe, überraschend kurzfristig freigestellt, er steht jedoch bis 31. März auf der Lohnliste. Seine Nachfolge trat Boris Benecke an.


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Autor: HANS GEORG FRANK | 25.01.2010

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