Anette Oertel aus Gschwend stellt ihre Keramik-Werke in RUNDSCHAU-Fenster aus

Bemalte Tonkugeln erfreuen die Passanten auf dem Weg zum Hagberg. Der Blick in den Garten des blauen Hauses im Gschwender Ortsteil Sturmhof deutet an, womit sich Anette Oertel beschäftigt.

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Seit drei Jahrzehnten stellt Anette Oertel aufwändig bemalte Keramik-Produkte her.  Foto: 

Jeder Teller, jede Tasse ist ein Unikat und wirkt sehr edel. Frühlingshaftes Grün, zartes Lila, helles Blau, leuchtendes Gelb - das sind die Farben der neuesten Serie, die sich "Blumenzauber" nennt. Den farblichen Kontrast dazu bilden knallbunte Tiere aus Keramik. Einige formschöne Gefäße sind in klassischen Blau gehalten und mit Gold verziert, andere wecken mit frischen Farben Frühlingsgefühle oder die Lust auf Palmen und Meer. Wandschmuck, Gartendeko, Schilder, Schönes für den Alltag - es gibt viel zu sehen und zu bestaunen im Untergeschoss des Hauses Sturmhof 2. Hier hat sich Anette Oertel eine Werkstatt eingerichtet und gleich nebenan eine kleine Galerie. Ein Fenster des mit blauem Holz verkleideten Hauses zeigt interessante Einzelstücke, und einige sind zurzeit auch im RUNDSCHAU-Fenster ausgestellt.

Hohe Qualität durch Glasurbrand mit mehr als 1200 Grad

Anette Oertel arbeitet hauptsächlich mit dem hellen Westerwälder Steinzeugton. Mit großer Leidenschaft und in sorgfältiger Handarbeit fertigt sie edles Feinsteinzeug an. Der Vorbrand, die Zusammensetzung der Glasuren und ein Glasurbrand mit über 1200 Grad sorgen dafür, dass ein qualitativ hochwertiges Produkt entsteht, das dicht, haltbar und witterungsbeständig ist. Farbglasur aufbringen sei ein sehr diffiziles Geschäft, erklärt die Kunsthandwerkerin, und Glasur auf Glasur malen eine relativ schwierige Technik.

Sie hat viel experimentiert und ausprobiert im Lauf der vergangenen drei Jahrzehnte. Auf allerlei Arten erzielt sie interessante und wirkungsvolle Effekte, mal italienisch, mal orientalisch angehaucht. Dabei arbeitet sie mit Pinsel, Stempel oder kleinem Gummibällchen, auf dem vorne eine Düse sitzt. Es gehe nicht nur darum, ein Werkstück mit Keramik zu bedecken, sagt sie, sondern auch etwas von sich mitzugeben und einfließen zu lassen.

Dass sie das Töpferhandwerk beherrscht, kommt nicht von ungefähr. Anette Oertel hat es von der Pike auf gelernt. Nach Abitur und Ausbildung zur Keramikerin studierte sie Keramik-Design in Höhr-Grenzhausen. Ihre erste berufliche Station war in der Dekorentwicklung einer Fliesenfirma in Trier. Nebenher erwarb sie auch noch den Meisterbrief. Weil sie die Fernbeziehung satthatte, folgte sie in den 1990er Jahren ihrem Mann in den Süden und landete in Gschwend. Prompt fand sie einen Job bei der Firma WMF in Geislingen, für die sie mit "Country" und "Summerland" sogar ganze Serien entworfen hat. Nebenher baute sie sich ihre eigene Keramik-Werkstatt auf. Die Galerie am Hagberg ist eine besondere Adresse für Freunde der alten Handwerkskunst. Im Mai wird sie geöffnet sein. Zunächst grüßen Frühlingsblumen, Papagei und Schmetterling aus dem RUNDSCHAU-Fenster.

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