An den Wurzeln des Blues

Willie Salomon und Long John sind erstmals gemeinsam in Europa unterwegs. Ehrensache, dass sie auch im Häberlen der Gaildorfer Kulturschmiede auftreten.

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Akustischer Blues aus Meisterhand: Willie Salomon und John Long auf der Bühne des Häberlen in Gaildorf.  Foto: 

Letzten Samstag gab es bei der Gaildorfer Kulturschmiede ein Blueskonzert der Extraklasse. John Long, ein knorriger Bluessänger mit strahlend blauen Augen, der 1950 in St. Louis, Missouri, geboren wurde, und gerade zum ersten Mal mit seinem Freund Willie Salomon in Europa tourt, ahnte freilich auch nicht, was ihn in Gaildorf erwartet.

Im Häberlen war alles für das Konzert vorbereitet. Dieses Mal waren etwas mehr Sitzplätze und Tische als sonst aufgestellt, was bei einigen Gästen zuerst Verwunderung auslöste. Aber das Mehr an Sitzplätzen schaffe mehr Gemütlichkeit und bewirke eine gewollte Zuhöratmosphäre, so die Veranstalter. Zu Beginn waren die Plätze fast alle belegt. Das Intro spielte Willie Salomon auf seiner akustischen Gitarre, und bat dann John Long, auf die Bühne zu kommen. Der griff zuerst nach seiner Gitarre und setzte sich dann seinen selbstgebastelten Mikrofon- und Mundharmonikaständer auf die Schultern. Mit der Eigenkomposition „Red Hawk“ stimmten sich die Musiker aufeinander ein. Im Nachgespräch sagte Willie Salomon, dass es ihm auf der Bühne mit Long so vorkomme, als wenn sich der „musikalische Herzschlag vereint“.

Im ersten Teil des Konzerts spielten sie Lieder der aktuellen CD von John Long „Stand Your Ground“, die bei Delta Groove Music erschienen ist. Das Publikum kam zusehends in Stimmung, applaudierte den Zwischensoli und honorierte die vielseitig und authentisch vorgetragenen Songs mit Beifall. Salomon wechselte dann und wann von der Gitarre zur Steel-Guitar; Long von der akustischen zur halbakustischen Gitarre. Meistens kamen der Bottleneck und eine der Mundharmonikas zum Einsatz.

Trotz der Unterschiedlichkeit der Musiker erschien das Duo wie aus einem Guss. Long sei auf der Bühne unberechenbar, sodass man immer mit allem rechnen müsse, erklärte Salomon.

Special guest: Werner Eichele

Oft mussten die Gitarren zwischen den Liedern nachgestimmt werden, was Long jedoch mit kleinen Anekdoten oder mit Ansagen des kommenden Liedes überbrückte. Manchmal stimmte er auch seine E-Saite um einige Töne nach unten, um einen tieferen Bass härter anschlagen zu können. Den Lied- und Textaussagen beziehungsweise „true lovestories“  tat das gut.

Nach einer Pause, das Häberlen war mittlerweile voll, gab‘s fürs Publikum eine kleine Überraschung: Long bat Werner Eichele ans Klavier, das in weiser Voraussicht bereits vorher aufgebaut worden war. Das Repertoire, das im zweiten Set erklang, war gespickt mit Songs der großen verstorbenen Bluesmeister wie: Big Joe Turner, Elmore James, W.C. Handy, H. Whittaker, Big Bill Broonzy und Muddy Waters. Willie Salomon wechselte ebenfalls zum Ende des zweiten Sets ans Klavier und bewies exzellenter Können. Das Publikum genoss die hundertprozentige Authentizität, die Long ausstrahlte und bekam dafür eine Zugabe. Beim Verkauf und der Signatur seiner CD’s lobten John Long und Willie Salomon die Kulturkneipe und das sachverständige Publikum.

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