Albverein erwandert sich ein Stück Geschichte

So kann man auch Geschichte erleben: Die Etappen fünf und sechs ihrer Wanderung entlang des rätischen Limes standen dieses Jahr im ersten Wanderhalbjahr beim Gaildorfer Albverein an.

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Die Gaildorfer Albvereins-Gruppe vor der Nachbildung im Maßstab 1:10 des ehemaligen Kastells im Römerpark Ruffenhofen, dessen wahre Ausmaße im Hindergrund als Bodendenkmal erahnt werden können. Foto: Gerlinde Burkhardt

Viel hatte man auf den vorigen Etappen entlang des UNESCO-Weltkulturerbes schon über die Römer erfahren, dennoch barg die eher waldarme Wiesen-, Seen- und Heidelandschaft rund um den 689 Meter hohen fränkischen Hesselberg viele Überraschungen. So hatte man selten so viele Rehe in freier Wildbahn weit entfernt von schützenden Baumgruppen gesehen, beschauliche Dörfer samt Storchennest durchwandert und auch die Info-Tafeln über das Leben der Römer förderten Neues zutage. "Das hab ich jetzt auch noch nicht gesehen", meinte eine limesbewanderte Teilnehmerin als sie erfuhr, dass die Wachtürme der Römer hier ab 150 n. Chr. weiß verputzt waren und darauf zur Vortäuschung massiverer Bauweise große Quader mit roten Fugen aufgemalt waren.

Auch Relikte aus vorchristlicher Zeit streiften die Limeswanderer mit der Keltenschanze bei Weiltingen. Einig waren sich alle, dass das im letzten Jahr im Römerpark Ruffenhofen eingeweihte "Limeseum" architektonisch besonders gelungen ist. Von Weitem sich wie eine Gehölzgruppe in die Landschaft einfügend, birgt es innen ein pfiffig gestaltetes Museum, das das umliegende 200 x 200 Meter große Bodendenkmal des ehemaligen wichtigen Kastells zwischen Aalen und Gunzenhausen immens bereichert.

Nach vielen Kilometern und dem doch stetigen Anstieg auf einem geologischen Pfad bis fast auf die Spitze des Hesselbergs - den man bei klarem Wetter übrigens vom Altenbergturm aus sehen kann - freute man sich, als an den Wacholderhängen des höchsten Bergs Mittelfrankens die Dächer des Evangelischen Bildungswerks, dem Nachtquartier, auftauchten.

Am nächsten Tag ging es dann gleich zum Gipfel des schon seit der Steinzeit besiedelten Berges, von dessen wechselvoller, teils dunkler Geschichte nur wenige bis gar keine Spuren übrig sind. Der 119 Meter hohe Fernsehturm beherrscht die Szenerie und die Wandergruppe stieg über die Osterwiese und durch Bärlauchteppiche im urwüchsigen Wald ab in Richtung Limesknick bei Langfurth. In gegenläufiger Richtung beging man dann das durch den Abstecher zum Nachtquartier ausgelassene Teilstück des Limeswanderwegs, das die Wanderführer Johannes und Michael Burkhardt, da spärlich bezeichnet und teilweise zugewachsen, beim Vorwandern mit Mühe gefunden hatten. Nun ist der Weg besser bezeichnet. Die Gaildorfer Limeswanderer freuen sich nun auf die weiteren Etappen sieben bis zehn, die im Oktober vier Tage in das Einzugsgebiet der Altmühl führen.

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