"Schönster Platz im Ostalbkreis": Neuer Wanderweg bei Frickenhofen eingeweiht

Jahrelang wurde geplant und gewerkelt, nun ist’s vollbracht. Am sonntag wurde der Kultur- und Landschaftspfad Frickenhofer offiziell eröffnet. <i>Mit Bildergalerie.</i>

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  • Die Arbeit von sechs Jahren mündete am Sonntag in die feierliche Eröffnung des „Kultur- und Landschaftspfads Frickenhofer Höhe“. Auch der Kinderchor des Frickenhofer Gesangsvereins wirkte am Eröffnungsgottesdienst mit. 1/2
    Die Arbeit von sechs Jahren mündete am Sonntag in die feierliche Eröffnung des „Kultur- und Landschaftspfads Frickenhofer Höhe“. Auch der Kinderchor des Frickenhofer Gesangsvereins wirkte am Eröffnungsgottesdienst mit. Foto: 
  • Vertreter der drei Dorfgemeinschaften und ihre Gäste bei der Einweihung des neuen Wanderweges. Ganz rechts: Waldfee Jessica Welz. Vierter von links: Ostalb-Landrat Klaus Pavel, rechts daneben: Walter Hees. 2/2
    Vertreter der drei Dorfgemeinschaften und ihre Gäste bei der Einweihung des neuen Wanderweges. Ganz rechts: Waldfee Jessica Welz. Vierter von links: Ostalb-Landrat Klaus Pavel, rechts daneben: Walter Hees. Foto: 
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Es ist vollbracht – die Arbeit von sechs Jahren mündete am  Sonntag in die feierliche Eröffnung des „Kultur- und Landschaftspfads Frickenhofer Höhe“. Mit einem Gottesdienst im Grünen, an dem rund 220 Personen teilnahmen, darunter auch Ostalb-Landrat Klaus Pavel, wurde der Pfad eingeweiht.

Pfarrer Achim Ehring von der evanglischen Kirchengemeinde Frickenhofen wählte dabei das Gleichnis einer Wanderin, die diesen Weg beschreitet und sich dabei an verschiedenen Stationen an religiöse Geschichten ihrer Mutter erinnert. Am Hohentannen, wo der Gottesdienst stattfand, steht zum Beispiel eine Art Häuschen, in der neben einer Bibel auch ein Gästebuch liegt, in dem man seine persönlichen Eindrücke hinterlassen kann.

Landrat Pavel gesteht: "Ich war noch nie hier!"

Und so fand Pfarrer Ehring anhand des Kulturpfades und der Geschichten aus der Bibel so manchen Pfad zu aktuellen Geschehnissen. Zum Beispiel als er an die Flucht Josefs mit seinen Anhängern erinnerte. Sie zogen wegen einer Hungersnot nach Ägypten und seien so wohl die ersten Wirtschaftsflüchtlinge der Weltgeschichte gewesen.

Immer wieder fand der Geistliche auch die Verbindung zur Heimat und zitierte den dänischen Dichter Hans Christian Andersen: „Die Menschen, nicht ein Flecken Erde, machen ein Land heimisch.“ Landrat Klaus Pavel gestand anschließend in seiner Rede, er sei „richtig glücklich“. Es habe 20 Jahre gedauert, bis ihm dieser Fleck bekannt geworden sei, und er bekannte frank und frei: „Ich war noch nie hier!“

Walter Hees von der Arbeitsgruppe der drei Dorfgemeinschaften Frickenhofen, Mittelbronn und Rotenhar habe ihm nicht zu viel versprochen, als er gesagt habe: „Ich zeige Ihnen den schönsten Platz im Ostalbkreis.“ Und es gebe sogar ein „Stückchen Landratsamt“, das man vom Hohentannen aus sehen könne: die forstwirtschaftliche Stelle, die wenige Wochen zuvor im Tal unten eröffnet worden sei.

Walter Hees erinnerte an die dem Kulturpfad zugrunde liegende Idee: „Unsere Landschaft ist unser Kapital.“ Mit wenig Industrie und Gewerbe seien Kultur und Landschaft das einzige Pfund, mit dem man wuchern könne. Es ginge auch darum, die ständig mehr knapsende Gastronomie zu unterstützen. Und Pavel unterstützte Hees schon mal verbal, indem er feststellte: „Man kann es genießen. Und sogar wunderschöne Tage als Tourist hier verbringen.“

Dort, wo am Sonntag die Einweihungsfeier stattfand, beginnt der elf Kilometer lange Rundweg, der aber nach Belieben abgekürzt werden kann. Die nächste Station nach Hohentannen ist die Gußmannshütte, benannt nach einem einstigen Forstamtsleiter, der sich eine Unterkunft errichtete, weshalb Pfarrer Ehring sie in seiner Predigt auch als „Villa Zuflucht“ bezeichnete.“ Sie wurde noch bis in die 70er-Jahre für Ausbildungszwecke genutzt und ist heute Zuflucht für müde Wanderer, die eine Rast einlegen wollen.

Für Radler ist der Weg zugelassen, mit dem Kinderwagen kann man ihn beschreiten und dabei eine Reihe von Sagen erfahren. Zum Beispiel am „Josefhof“, den der Sage nach die Erdluitle aus Rache niedergebrannt haben. Es liegt aber auch der Rappenhof auf dem Weg, wo heute eine staatlich anerkannte Zirkusschule ihren Sitz hat.

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