"Jeder ist interessant"

Hans König aus Gaildorf hat am liebsten den so genannten "kleinen Mann" und die "kleine Frau" aus dem Limpurger Land erforscht. Die Sparkassenstiftung hat ihn nun für sein Lebenswerk geehrt.

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Der Hang zur Heimatforschung wurde Hans König aus Gaildorf in die Wiege gelegt. Schon sein Vater hatte eine genealogische Ader gehabt - der junge Hans wuchs wie selbstverständlich mit dem Gefühl für Geschichte auf. "Meine Vorfahren waren Bauersleute von der Alb", sagt er. Und vielleicht liegt es an dieser Herkunft, dass König immer die "einfachen Leute" im Blick gehabt hat. Die hätten ihn mehr interessiert als die Großen und Reichen. Deshalb habe er auch nie über die Schenken von Limpurg geforscht, sondern lieber über die normalen Leute, die aus Gaildorf stammten oder dort arbeiteten.

Was diese Leidenschaft für Lokalgeschichte, diese Lust an der akribischen Recherche, alles hervorgebracht hat, lässt sich kaum aufzählen. Viele hundert Veröffentlichungen, Beiträge in Zeitungen und Lexika, Vereinschroniken und etwa 20 Bücher, darunter das landesweit beachtete Werk "Menschen aus dem Limpurger Land" in zwei Bänden.

Deshalb ist Hans König, der ehemalige Gaildorfer Bürgermeister, von der Sparkassenstiftung auch nicht für sein lokalpolitisches Engagement geehrt worden. Das haben andere gemacht - zum Beispiel mit dem Bundesverdienstkreuz.

Den Ehrenpreis des Kreisheimatpreises erhielt König für sein "bemerkenswert reichhaltiges Lebenswerk als Heimatforscher", sagte Laudator Klaus Michael Oßwald bei der Preisverleihung.

König hatte lange Jahre bedrückt registriert, dass sich immer weniger junge Leute für Heimatforschung interessieren. "Doch in letzter Zeit scheint sich das zu ändern", freut sich König. "Wenn ich etwas schreibe, gibt es ein gutes Echo, auch von Jüngeren. Man muss es halt spannend rüberbringen."

Für ihn ist das Schreiben mittlerweile mühsam geworden, führt er aus, "aber noch geht es". Pläne und Projekte gibt es zuhauf, so zum Beispiel den dritten Band der "Menschen". Material hat er genug. Er arbeitet auch an der Familienforschung, die sein Vater begonnen hatte. Für seine Kinder und Enkel will er sie veröffentlichen - und damit vielleicht die Saat für einen neuen Heimatforscher aus dem Hause König legen.

Info In der Serie "Kreisheimatpreis" fehlt jetzt nur noch der Mundart-Lyriker Walter Hampele aus Hall.

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