„Ethischen Fragen stellen“

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Anja Frey bei der Arbeit in der Molkerei auf dem Völkleswaldhof.  Foto: 

Neben der Produktion von Vorzugsmilch (wir berichteten) ist die muttergebundene Kälberaufzucht ein weiterer Schwerpunkt von Anja und Pius Frey vom Oberroter Völkleswaldhof. Dabei bleiben die Kälber lange bei ihren Muttertieren und trinken deren Milch, die dann in der Produktion des Hofes natürlich fehlt. Über diese besondere Form der Aufzucht sprach die Bio-Bäuerin jetzt auch im Fernsehen und erntete von Berufskollegen, die ihren Hof konventionell betreiben, Kritik. „Meine landwirtschaftlichen Kollegen sind nicht sehr erfreut darüber, wie ich über das Thema Trennung von Kalb und Kuh empfinde und offen darüber spreche“, weiß Anja Frey. Doch sie hält es nicht nur legitim, sondern für absolut geboten, in der Landwirtschaft auch ethische Fragen zu stellen und darüber zu diskutieren. „Ich kenne in meinem nahen Umfeld viele konventionelle Landwirte, die eine gute Arbeit leisten und die meinen höchsten menschlichen Respekt verdienen. Doch auf der fachlichen Ebene darf ich einen anderen Standpunkt haben und auch vertreten. Deshalb bin ich Biobäuerin“, sagt sie.

Sensibilität nimmt zu

Der Verbraucher werde immer empfindlicher, was ethische Fragen in der Landwirtschaft betrifft. Daher müsse sich die Erzeugung von Lebensmitteln weiter entwickeln. Für Anja Frey kann das nur nach naturnahen und wesensgemäßen Grundsätzen erfolgen: „Das das nicht einfach ist und auch nicht von heute auf morgen geht, ist mir bewusst und sollte auch von unseren Verbrauchern mit etwas mehr Geduld und Toleranz begegnet werden.“ Daher möchte die Oberroterin „sowohl konventionellen als auch Bio-
Landwirten Mut machen, zum Beispiel die Kälberaufzucht und -haltung zu überdenken und wenn möglich auch zu verändern“. Dabei haben Anja und Pius Frey mit entsprechenden Veranstaltungen auf dem Völkleswaldhof bereits Hilfestellung angeboten.

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