„… das ist hier die Frage“: Kulturverein Schloss Laubach inszeniert eigenes Stück

Der Kulturverein Schloss Laubach macht wieder Theater. Erstmals gibt es ein selbst verfasstes Stück auf der Hohenstadter Freilichtbühne zu sehen.

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„Hoffnungslose Fälle“ spielen Theater: Szene aus "... das ist hier die Frage" von Felix Reil, das jetzt auf der Freilichtbühne vor dem Eiskeller in Hohenstadt uraufgeführt wurde.  Foto: 

Ein selbstverfasstes  Stück in Eigenregie bringt der Kulturverein Schloss Laubach in diesem Jahr auf die Freilichtbühne vor dem Eiskeller in Hohenstadt. Bei der  Premiere des Schauspieles „… das ist hier die Frage“ am Freitagabend  gab es viel Beifall und Anerkennung. Alles ist anders und neu in diesem Jahr beim Kulturverein. Dessen Sommertheater ist heuer  ein modernes Stück mit aktuellem Zeitbezug und Thema, verfasst von Felix Reil und zusammen mit Regisseur Helmut Klotzbücher abgestimmt auf die einzelnen Darsteller und deren Charaktere.

Der Verliererhaufen offenbart verborgene Talente

In der Pause und nach der Premiere, die gleichzeitig auch die Uraufführung war, gab es viel Lob. „Das ist mal was anderes, toll inszeniert, sehr glaubwürdig  gespielt, mal bedrückend, mal heiter, aus dem Leben gegriffen und dennoch auch eine unterhaltsame Boulevardkomödie“, urteilte einer der Theaterbesucher.

 Die unterschiedlichsten Langzeitarbeitslosen sitzen im Wartezimmer eines Jobcenters. Junge wie Alte sind sie auf der Strecke geblieben in einer harten Arbeitswelt – und haben dann noch mit einem sturen Beamtenapparat zu kämpfen. Sie werden dazu verdonnert, mit teilweise unsinnigen Beschäftigungs- und Weiterbildungsaktivitäten die Erwerbslosenstatistik zu beschönigen.

 Auf der Bühne: Der scheinbar brutale Altrocker Jonny (Roger Tofarn), die Erzieherin Heidemarie (Karin Starczewski), die einmal ein Kind geschlagen hat, der insolvente Unternehmer Paul (Reiner Jedlicka), der bei einem Unfall seine ganze Familie verloren hat, sowie die alleinerziehende  und  total überforderte Mutter Cindy (Carmen Sotiriou). Marvin (Benedikt Kübler), ein junger Mann mit Hose, die stets auf Halbmast hängt, hat eine Lese-Rechtschreib-Schwäche, wird von seiner Großmutter (Pia Leis) verhätschelt und entpuppt sich als Zahlengenie. Auch  Gernot (Kai Forster), ein nicht vermittelbarer Altphilologe, offenbart Talente als Schauspieler für klassische Rollen. Am Schluss wandelt er gar auf Freiersfüßen.

Ein Song der "Toten Hosen" liefert das Leitmotiv

Dafür sorgt Hanna (Maggy Röder), eine arbeitslose Schauspielerin. Sie wird, weil es kein Geld für einen Computerkurs gibt, vom Sachbearbeiter Nolte (Michael Rauscher) dazu verdonnert, mit  den gescheiterten Existenzen Theaterstücke einzustudieren – während der Leiter des Jobcenters (Walter Gutbrod) sich in der Kneipe nebenan mit der Wirtin (Nadine Brachatzek) die Zeit vertreibt. Für eine  besondere Note sorgen als Lesbenpärchen die Theaterintendantin (Nadine Brachatzek) und Hannas Mitbewohnerin Jule (Franziska Benckendörfer), die  ebenfalls Schauspielerin ist.  Am Anfang treffen Misstrauen, Respektlosigkeit, Antipathie und Hilflosigkeit aufeinander. Erst das sinnlos scheinende Theaterspiel unter der Anleitung von Hanna verbindet die vermeintlich gescheiterten Existenzen, führt zu gegenseitiger Anerkennung, Selbstentdeckung und zu Selbstvertrauen. Wie sie es schaffen, sich auch ohne Jobcenter dennoch  aus dem Tal  Hoffnungslosigkeit herauszuarbeiten, zeigt das Spiel im zweiten Akt. Den Text des Songs der Toten Hosen mit „Steh auf, auch wenn du am Boden liegst, halt durch und irgendwann wirst du verstehen, dass es jedem einmal so geht“ , haben Autor Felix Reil und Regisseur Helmut Klotzbücher den handelnden Personen als Leitlinie gesetzt.

Info Die nächsten Spieltermine sind freitags, 8., 15., 22. und 29. Juli jeweils um 20.30 Uhr, sowie sonntags, 10., 17., 24. und 31. Juli jeweils um 17.30 Uhr.

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