Vorwürfe ohne Belege
Berlin/Gaildorf. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat am Anfang dieser Woche den Eingang einer Privatanzeige gegen die Betreiber der Internet-Plattform EsoWatch bestätigt. Ermittelt wird derzeit allerdings nicht.
Bei der Berliner Staatsanwaltschaft liegt die Privatanzeige "eines Professors" wegen übler Nachrede gegen die Internetseite "EsoWatch" vor. Das hat die Amtsanwaltschaft Berlin auf Anfrage der RUNDSCHAU telefonisch bestätigt. Die Anzeige, die das Aktenzeichen 3031/PLs 453/11 trägt, sei im November 2010 eingegangen und an die Staatsanwaltschaft weiter geleitet worden.
Sie ist bisher aber offenbar nicht bearbeitet worden. Die Zuständigkeit sei nicht geklärt, teilte ein Sprecher der Amtsanwaltschaft mit. Die Anzeige sei auch nicht auf einen "Anfangsverdacht" überprüft worden, der staatsanwaltschaftliche Ermittlungen begründen würde. Von weiteren Anzeigen gegen EsoWatch habe man keine Kenntnis.
Die anonym betriebene Internet-Plattform "esowatch.com", eine Art Enzyklopädie der "irrationalen Überzeugungssysteme", war Ende Oktober 2010 in einem Bericht der RUNDSCHAU über einen Vortrag des mobilfunkkritischen Wissenschaftlers Dr. Ulrich Warnke erwähnt worden. Der nachrichtliche Hinweis auf die EsoWatch-Kritik, Warnke arbeite mit "wissenschaftlich nicht rezipierten Hypothesen" war von hiesigen Mobilfunkkritikern als denunzierend gewertet und massiv kritisiert worden.
Zuletzt hat Beate Braun, Kreisrätin der Grünen, der RUNDSCHAU in einem Leserbrief vorgeworfen, sie wolle Mobilfunkgegner diskreditieren, indem sie sich der Meinung einer "Schmuddelplattform" bediene, gegen die von der Justiz ermittelt werde.
Die Argumente, die Braun und andere Mobilfunkgegner gegen EsoWatch vortrugen, erwiesen sich jedoch weitestgehend als Behauptungen. Sie waren offenbar wahllos im Internet eingesammelt worden und größtenteils weder belegt noch durch weiterführende Recherchen beweisbar. Lediglich die Behauptung, der "Münchner Merkur" klage gegen EsoWatch, die sich, wie berichtet, als Falschmeldung entpuppt hat, und das genannte Aktenzeichen waren überprüfbar.
Wie die Berliner Staatsanwaltschaft auf die Anzeige reagieren wird, ist offen, ermittelt wird derzeit jedenfalls nicht. Gleichwohl bliebe auch im Falle von Ermittlungen das Ergebnis und die Beurteilung durch ein Gericht abzuwarten.
Auch für den oft erhobenen Vorwurf, die EsoWatch-Verantwortlichen könnten von der deutschen Justiz nicht belangt werden, weil sie sich nicht namentlich bekennen und einen Server im Ausland nutzen, fanden sich keine sachdienlichen Belege. Dass Ermittlungen an diesem Umstand gescheitert seien, wird zwar häufig behauptet, die RUNDSCHAU hat aber auch dafür keine überprüfbaren Hinweise entdeckt. Im Übrigen können Falscheinträge bei "esowatch.com" korrigiert werden, allerdings nicht nach Gutdünken, sondern erst nach gründlicher Überprüfung.
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Autor: RICHARD FÄRBER | 24.06.2011
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Justitia-Statue auf dem Römerberg in Frankfurt/Main. Die Göttin der Gerechtigkeit war in die Streitereien um "EsoWatch" weniger verstrickt, als manche glauben. Foto: dpa
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Kommentare (14)
Esow@tch Strategie - Fortsetzung
Nach eigene Angaben im Esow@atch Forum rekrutiert sich ein nicht geringer Teil der Nutzer aus Betroffenen der Esoterikszene. Die gebrannten Kinder scheuen nicht nur das Feuer, sonder schütten auch Öl ins Feuer, wenn es um die Bekämpfung ihrer neuen Gegnerschaft geht. Zudem sehen sie Esow@tch.com als IHRE Trutzburg im Netz, die ihnen eine neue Identität gegen das alte, abgelegte Eso Ich gibt. Diese Unterstützer Gemeinde geht militant vor und die Aktivisten Gemeinschaft funktioniert besser als eine gut geölte PR Agentur. "Astro Turfing?" - Manipualtion der öffentlichen Meinung durch gezielte und koordinierte Meinungsäußerungen dieser Gruppe sind daher das bewährte Mittel, um das Ranking der eigenen Seite zu unterstützen.Die ewigen Diskussionen über die Legalität von esow@tch dienen nur einem Ziel: Das Thema Esow@tch in der Öffentlichkeit präsent zu halten. Die Gegnerschaft unterstützt diese Aktionen, ohne es zu wollen, durch eigene Artikel und Gegenaktionen.
Esow@tch Strategie - Teil 2
Ein weiterer, wesentlicher Bestandteil der Esow@tch Strategie sind die Quellenangaben. Dieser Artikel z.B. wird auf Wikipedia (!) als veritable Quelle dafür angebenen, dass es keine Belege gäbe, dass Strafanzeigen gegen die Betreiber von Esow@tch.com laufen würden. Wikipedia gilt für viele Internetnutzer als sichere Informationsquelle, die nicht weiter hinterfragt wird. Tatsächlich aber missbrauchen die Esowatch Aktivisten sowohl diese Seite der Südwestpresse, als auch Wikipedia, um die Glaubwürdigkeit Ihrer Seite zu untermauern.Schauen Sie sich jedoch den Artikel oben genau an. Er kommt ohne zwingenden Beweis für seine Aussage und ohne Quellenangaben zu wesentlichen Punkten aus. Er zerstreut nur die Bedenken, dass Esow@tch.com vielleicht doch nicht ganz legal wäre. Und er dient als Quelle für Wikipedia.
Clever, gell? Eine Meinung beweist die andere.
So macht man das. Respekt zolle ich den Esow@tchern. Ihr macht das gut. Weiter so.
Esowatch - Teil der digitalen Unterwelt ?
Spiegel titel ja diese Woche: Die digitale Unterwelt - Das verborgene Netz der Internet-Verbrecher.....in diese Kategorie passt ohne Probleme auch Esow@tch.Belege dazu finden sich viefältig in den einschlägigen Artikeln, als auch in den zahlreichen Gegendarstellungen wie bei esowatch.de !
Peter P: "Überhaupt, was soll daran kriminell sein, esoterische Betrügereien anzuprangern?" Wer in Deutschland Betrüger ist - entscheidet immer noch die Gerichte und nicht ein umstrittenes Internetportal. Bürgern öffentlich Betrügereien zu unterstellen ist strafbar - solange diese nicht verurteilt sind ! Ansonsten gibts einen auf die Mütze.
Nach StGB ist Verleumdung (§ 187 StGB ) strafbar, ebenso üble Nachrede (§187 StGB) - hinzu kommen noch andere Delikte wie die Verletzung von Persönlichkeitsrechten, etc. !
Wer heute rechtskonform ein Wiki oder Forum betreibt kann hier zur zivil- und strafrechtlichen Haftung gezogen werden - Esow@atch dagegen nur bedingt !